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Risikobereitschaft und Körperbewegung
Othmar Grober
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Karl Grammer
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30304.00963.906754-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Sensation Seeking als Persönlichkeitsmerkmal lässt sich vereinfachend mit „Risikobereitschaft“ übersetzen. Es repräsentiert dabei die Tendenz, neue, verschiedenartige Empfindungen und Erfahrungen zu suchen und die dabei auftretenden Risiken um der Erfahrung willen in Kauf zu nehmen. Atzmüller (2001) zeigte in ihrer Dissertation, dass nichtverbales menschliches Verhalten in Form von Körperbewegung Informationen über Sensation Seeking enthält und war in der Lage neuronale Netzwerke auf deren Erkennung zu trainieren. Ziel dieser Untersuchung war herauszufinden, ob Menschen ebenfalls in der Lage sind diese Information zu dekodieren und damit die Risikobereitschaft an Hand beobachteter Körperbewegungen richtig abzuschätzen. In zwischenmenschlichen Interaktionen könnte es von großem Vorteil sein, die Risikobereitschaft des Gegenübers abzuschätzen um auf das Eskalationspotential der Interaktion schließen zu können. Eine solche Fähigkeit könnte sowohl im männlichen Konkurrenzkampf als auch bei der weiblichen Partnerwahl eine Rolle spielen. Eine zweite Frage war welche qualitativen Bewegungsparameter und Bewegungsmuster die Information über Sensation Seeking codieren und transportieren. Ausgangsbasis dieser Arbeit waren die von Atzmüller (2001) filmisch festgehaltenen Körperbewegungen junger Männer während der pantomimischen Darstellung eines Begriffes und deren, mittels „Sensation Seeking Scale Form V“ (SSS V) ermittelten Risikobereitschaft. Versuchsteilnehmer aus verschiedenen Internetforen wurden gebeten sich diese Filme online anzusehen und die Risikobereitschaft der beobachteten Person einzuschätzen. Dafür wurde der SSS V, ohne dessen Inhalt zu verändern für Fremdbewertung adaptiert. Die Analyse der Bewegungssequenzen erfolgte per „Motion Energy Detection“ mit den Programmen „e-motion“ und „expression“. Zur Erkennung und Messung von Bewegungsmustern kamen „Recurrence plots“ und „Recurrence quantification analysis“ zum Einsatz. Entgegen den Hinweisen aus der Literatur und obwohl Atzmüller (2001) zeigte, dass Informationen über die Persönlichkeitseigenschaft „Sensation-Seeking“ in Körperbewegung enthalten sind, kommt diese Untersuchung zum Ergebnis, dass Menschen anscheinend nur zu einem sehr geringen Teil in der Lage sind diese Informationen zur Einschätzung ihres Gegenübers nutzen zu können. Vorbehaltlich methodischer Schwächen scheint demnach die Erkennung von Risikobereitschaft in zwischenmenschlichen Beziehungen eine untergeordnete Rolle zu spielen.
Abstract
(Englisch)
Sensation seeking is a personality trait that is closely associated with risk taking behaviour. It is representing the tendency to search for new and various experiences by accepting appearing risks for the sake of experience. Atzmüller (2001) demonstrated that nonverbal behaviour in human conveys information about the personality trait sensation seeking by training neural networks on the recognition of sensation seeking from body motion. The aim of the present study was to find out whether humans are able to decode this information, thus assessing risk taking on the basis of observing body movements. For both men and women it should be of utmost importance to assess the sensation seeking tendency in social partners, since it allows evaluating the escalation potential of an interaction. This ability could play a role in male-male competition and female mate choice. The second question was how sensation seeking may be transmitted and transliterated in human behaviour. Atzmüller (2001) videotaped young males’ body movements while they performed a pantomime. The participants were asked to fill in Zuckerman’s “Sensation Seeking Scale Form V” (SSS V). A subsample of these participants was used for the present investigation. Subjects were asked to watch these films and assess the sensation seeking tendency. Therefore SSS V was adapted for third party observers without shifting its contents. The observers were recruited from different internet forums and accomplished the evaluation online. In order to find out how sensation seeking is encoded in nonverbal human behavior, the body movement sequences were analysed per „Motion Energy Detection“ by dint of “e-motion” and “expression”, software designed for the qualitative analysis of human body movement. To detect and measure hidden patterns in body movement, „Recurrence plots“ and „Recurrence quantification analysis“ were used. Contrary to literature references and notwithstanding Atzmüller’s (2001) demonstration, that nonverbal behaviour in human conveys information about sensation seeking, this investigation arrives at the conclusion, that humans have less ability to use this information to assess their counterpart. It seems that appraising sensation seeking is not as relevant in interpersonal relationships as expected.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Sensation Seeking Risikobereitschaft Körperbewegung
Autor*innen
Othmar Grober
Haupttitel (Deutsch)
Risikobereitschaft und Körperbewegung
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
65 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Karl Grammer
Klassifikationen
42 Biologie > 42.66 Ethologie ,
42 Biologie > 42.99 Biologie: Sonstiges
AC Nummer
AC08450621
Utheses ID
11010
Studienkennzahl
UA | 066 | 831 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1