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"Weiberwirtschaft in Fülle und Freiheit"
Leben in alternativen Wohn- und Wirtschaftskollektiven am Beispiel eines Beginenhofs
Elisabeth Posch
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Patricia Zuckerhut
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29615.79595.643669-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Forschungsinteresse gilt einer aktuell entstehenden Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft, in welcher Wiener Frauen sich für ein kollektives Zusammenleben und Wirtschaften abseits normativer Lebensentwürfe nach dem Vorbild mittelalterlicher Beginen entscheiden. Der zentrale Fokus liegt bei Fragen nach persönlichen Bedürfnissen, Unzufriedenheiten, Ängsten und Wünschen einzelner Frauen, aber auch bei den Ideen und Möglichkeiten, innerhalb oder außerhalb heutiger westlicher Gesellschaftsordnungen zu leben und zu wirtschaften. Im ersten Teil der Arbeit wird eine historische Einbettung der Beginen im mittelalterlichen europäischen Räumen sowie deren Ursprung, Herkunft und Namensbedeutung nachgezeichnet. Unterschiedliche Formen gemeinschaftlichen Wirtschaftens und Zusammenlebens dieser Frauen außerhalb gesellschaftlicher und religiöser Normen werden erörtert. Methodisch findet die Arbeit ihre Einbettung in den empirischen Sozialwissenschaften und arbeitet mit qualitativen Forschungsmethoden. Mittels Narrativer Interviews werden Fragen nach persönlichen Beweggründen und Wahrnehmungen innerhalb oder außerhalb gesellschaftlicher Netzwerke ergründet. Erlebte soziale Exklusion oder frei gewählte „Unabhängigkeiten“ von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Normen/Zwängen werden diskutiert. Durch Teilnehmende Beobachtung werden gruppendynamische Prozesse und latente Spannungen sichtbar gemacht und Querverbindungen und Zusammenhänge zu den Interviews hergestellt. Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit heutigen Beginen und dem aktuellen Entstehungsprojekt in Österreich: Ein Hof im ländlichen Bereich soll sieben bis zwölf Frauen, deren Kindern und Freundinnen Wohnraum bieten. Ungefähr zehn Hektar Land werden gebraucht für die Möglichkeit, Nutztiere, Garten- und Obstbau zu halten/zu betreiben. Der Solidarisierung von Frauen in wirtschaftlicher Hinsicht (Ressourcen, Entscheidungsmacht, u.a.m.) liegt die Tatsache einer Hierarchie innerhalb einer zweigeschlechtlichen Ordnung zugrunde. Eine Solidarisierung in privater Hinsicht findet mit der Annahme statt, dass sich patriarchale Gesellschaftsordnungen sozial und gesellschaftspolitisch nachteilig für Frauen auswirken. Angesichts der steigenden Präkarisierung des Arbeitsmarktes, von welcher insbesondere Frauen betroffen sind, werden in der Arbeit Biografien beforscht und individuelle Auswirkungen deutlich gemacht. Beobachtbare Veränderungen/Auflösungen kleinfamiliärer Strukturen und fehlende politische Konzepte rechtfertigen die Frage nach neuen/„alternativen“ Formen des Zusammenlebens.
Abstract
(Englisch)
My research focuses on a currently originating project of women in Austria intending to put into effect a collective of living, habitation and economic activity among women only. The key question is to focus on the initial reasons and the determination of female individuals deciding to live an alternative way of live off the habitual conformities of a neo-capitalist world-economic order. Central-European women (networks) of the medieval times are models for this concept: the Beguines. Also designated as “free women” by contemporary scientifics it is said that the Beguines resisted social and religious standards, like getting married or joining a nunnery, thus form a unique phenomena in European history. Successful common economic activities assured their respected status for many centuries. Later on mistrust by guilds and the Catholic Church turned them into persecuted victims of the inquisition. Nowadays Viennese women founded 2009 the first emerging Beguines-project in Austria. They intend a living- and economic collective at a farmyard with land property whereon 7-12 women with their children and female friends can live. An ecological, sustainable animal husbandry and agriculture is aimed at. The understanding of economic and social imbalances between the genders declares solidarity among women in the Austrian Beguines-project. Patriarchal structured arrays and hegemonic circumstances in “western” societies have a prejudicial effect on women comparing women’s/men’s income. Racisms, sexisms and other forms of oppression can be revealed and resolved within shielded spaces like the current Beguine’s living and economic activities’ project. Biography research of the analysis highlights macroeconomic influences and their consequences on individuals. The women of the Austrian Beguines movement mark transformation processes in societal family-structures. Their agency counters aggravating realities of precarity on the labour market are observable, demanding for political approaches and giving solution statements. With their new project they start to realize their own ways of solutions. The research’s methodology is based on empirical social research and operates with qualitative standards. Using narrative biographic interviews, personal motives, requirements, discontentment and anxieties are to be focused. The common discussion implies individually percipience of social and economic codes and patterns. Participant observation uncovers subtle collective contexts and latent tenors on the subsurface of a neoliberal orientated society. Links between interview data and group discussion data complete and enrich the results.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
women´s collective living women networks Beguines
Schlagwörter
(Deutsch)
Frauenwirtschaften Beginen Subsistenzökonomie Wohnkollektiv Wirtschaftskollektiv Frauenkollektiv
Autor*innen
Elisabeth Posch
Haupttitel (Deutsch)
"Weiberwirtschaft in Fülle und Freiheit"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Leben in alternativen Wohn- und Wirtschaftskollektiven am Beispiel eines Beginenhofs
Paralleltitel (Englisch)
Liberty and richness in women´s Economy. An Austrian Beguines project as an example for alternative and collective ways of living and economic Agency
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
154 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Patricia- Zuckerhut
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.03 Methoden und Techniken der geisteswissenschaftlichen Forschung ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
71 Soziologie > 71.11 Gesellschaft ,
71 Soziologie > 71.20 Formen des Zusammenlebens: Allgemeines ,
71 Soziologie > 71.21 Familie, Verwandtschaft ,
71 Soziologie > 71.29 Formen des Zusammenlebens: Sonstiges ,
71 Soziologie > 71.30 Soziale Gruppen: Allgemeines ,
71 Soziologie > 71.33 Frau ,
71 Soziologie > 71.38 Soziale Bewegungen ,
71 Soziologie > 71.41 Sozialer Wandel ,
71 Soziologie > 71.42 Wirtschaftliche Faktoren ,
71 Soziologie > 71.79 Soziale Fragen, soziale Konflikte: Sonstiges ,
73 Ethnologie > 73.06 Ethnographie ,
73 Ethnologie > 73.31 Bodenbau, Tierhaltung ,
73 Ethnologie > 73.45 Einzelne soziale Gruppen, Außenseiter, Randgruppen ,
73 Ethnologie > 73.92 Lebenslauf, Familie
AC Nummer
AC08786811
Utheses ID
12392
Studienkennzahl
UA | 066 | 808 | |
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