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Der Gaza-Krieg 2008/09
völkerrechtliche und kriegstheoretische Aspekte
Ralph Janik
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Irene Etzersdorfer
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29615.18447.450160-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem israelischen Handeln im Zuge des Gaza-Krieges, der von 27. Dezember 2008 bis 18. Jänner 2009 andauerte. Der Schwerpunkt liegt im rechtlichen Bereich – da das Völkerrecht aufgrund seines Wesens als de-zentralisiertes, uneinheitliches und in seiner Festlegung zu weiten Teilen dem Ermessen der Staaten obliegendes Rechtsgebiet im Allgemeinen und auf den Nahostkonflikt bezogen im Speziellen oft keine klaren und verbindlichen Aussagen trifft, besteht der Anspruch dieser Arbeit jedoch nicht darin, eine abschließende rechtliche Bewertung vorzunehmen; vielmehr sollen verschiedene rechtliche und damit einhergehend(e) politisch-theoretische Standpunkte dargestellt und fallweise einander gegenübergestellt werden. Um dieses Ziel zu erfüllen und um auch für den Laien verständlich zu sein, steht zu Beginn eine Kurzbeschreibung des relevanten Rechts – das Gewaltverbot in Zusammenhang mit dem Recht auf Selbstverteidigung, das in bewaffneten Konflikten geltende Recht, die Menschenrechte, das Internationale Strafrecht und das Recht der Staatenverantwortlichkeit. Nach dieser allgemeinen Einführung werden die sich aus der komplexen Natur des Nahostkonflikts ergebenden Sonderfragen behandelt, die und von entscheidender Bedeutung für die Besprechung der Legitimität des israelischen Vorgehens sind – die Frage, ob Israel sich gegen nicht-staatliche Akteure, die von einem rechtlich nicht definierten Gebiet wie dem Gaza-Streifen aus agieren, auf das Selbstverteidigungsrecht berufen kann; ob es als Besatzungsmacht anzusehen ist, um an die für solche Fälle geltenden Bestimmungen gebunden zu sein, und ob es sich gegebenenfalls dennoch auf das Selbstverteidigungsrecht berufen kann; letztlich, ob der Gaza-Krieg ein internationaler oder um ein nicht-internationaler bewaffneten Konflikt war (da je nach Einteilung oft eigene Regelungen bestehen). Im dritten Teil wird dann auf die allgemeinen Feststellungen sowie die Sonderfragen aufbauend auf Israels konkrete Vorgehensweise in Bezug auf das jus ad bellum und das jus in bello eingegangen, wobei die israelischen Positionen jenen von verschiedenen Kritikern und – bei der Behandlung des jus in bello – den Vorwürfen von Amnesty International und der UN Fact Finding Mission gegenübergestellt werden. Abschließend werden die möglichen, durch die beiden letztgenannten Organisationen/Berichte angeregten völkerrechtlichen Konsequenzen angeführt und diskutiert. Abschließend folgen eine Darstellung der Kritik am für den Gaza-Krieg und folglich für diese Arbeit enorm bedeutungsvollen Bericht der UN Fact Finding Mission und einige Schlussbemerkungen.
Abstract
(Englisch)
The present thesis provides a legal perspective on Israel’s behavior during the ‘Gaza-War’ that lasted from December, 27th until Jannuary, the 18th. Due to the character of international law as a de-centralized, incoherent field that is, to a wide extent, left to the discretion of States and thus often incapable of giving clear and generally recognized determinations, this thesis does not aim at providing concluding and definite observations. Rather, it describes the various legal and accompanying political-theoretical standpoints, which are contrasted where necessary. In order to fulfill this aim and to be also understandable for the layman, it starts with a general introduction into the applicable law – the prohibition on the use of force in connection with the right to self-defence, the law of armed conflict, human rights law, international criminal law, and the law of state responsibility for internationally wrongful acts. The special nature of the Middle-East-conflict leads to several difficulties in the application of these general rules – is Israel allowed to resort to the right to self-defence against non-state armed groups acting from a legally undefined area like the Gaza-strip? Is it still the occupying power and therefore bound by the respective rules and furthermore what effect would this status have on the right to self-defence? Lastly, was the Gaza-war an international or a non-international armed conflict (as these two types of conflicts are governed by partly different rules)? Since the respective solutions to these difficulties are of utmost importance in discussing the legitimacy of Israel’s actitude, they are discussed in the following chapter. The next part is based on the general introduction and the discussion of the problems arising in applying the law on the special case of the Gaza-War and deals with Israel’s actitude with regard to the right to the jus ad bellum and the jus in bello. With regard to the first of these two issues, several critics that may be deemed as representative are contrasted with the position of Israel. In depicting the second issue, Israel’s investigations are contrasted with those of the Human Rights council’s Fact Finding Mission and of Amnesty International. This part ends with a discussion of the possible consequences as suggested by the latter two reports. The thesis ends with an overview of the critique aimed at the highly significant Fact Finding Mission’s report, followed by several concluding remarks.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Israel War Palestine Palestinians Gaza Goldstone International Humanitarian Law jus in bello use of force jus ad bellum Human Rights Law International Criminal Law Middle East
Schlagwörter
(Deutsch)
Israel Krieg Palästina Palästinenser Gaza Goldstone Recht im Krieg jus in bello Recht auf Krieg jus ad bellum Menschenrechte Internationales Strafrecht Nahost Konflikt
Autor*innen
Ralph Janik
Haupttitel (Deutsch)
Der Gaza-Krieg 2008/09
Hauptuntertitel (Deutsch)
völkerrechtliche und kriegstheoretische Aspekte
Paralleltitel (Englisch)
The Gaza-War 2008/09 ; legal and political-theoretical aspects
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
VI, 7-233 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Irene Etzersdorfer
Klassifikationen
86 Recht > 86.93 Völkerrechtliche Sondergebiete ,
86 Recht > 86.94 Kriegsrecht, Kriegsverhütungsrecht ,
89 Politologie > 89.79 Internationale Konflikte: Sonstiges ,
89 Politologie > 89.83 Kriegführung ,
89 Politologie > 89.84 Strategie, Taktik
AC Nummer
AC09030520
Utheses ID
16421
Studienkennzahl
UA | 300 | | |
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