Detailansicht

Säkularer Synkretismus?
eine religionssoziologische Untersuchung zum religiösen und spirituellen Weltbild von Musikstudenten und -studentinnen
Martin Morgenbesser
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Friedhelm Kröll
Volltext herunterladen
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.20067
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30266.13520.552666-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das religiöse Feld ist gegenwärtig durch einen grundlegenden Wandel gekennzeichnet: Der Stellenwert der christlich-kirchlichen Religion sowie der herkömmlichen Glaubenspraxis nimmt laufend ab, individuell-religiöse Glaubensformen gewinnen, speziell bei jüngeren, höher gebildeten Personen, an Bedeutung. Spiritualität setzt sich nach und nach als dominante Sozialform des Religiösen durch, weite Teile der Gesellschaft sind geprägt von einem Streben nach Selbstverwirklichung und der Suche nach Transzendenz und Sinn. Ziel der Arbeit war primär, die religiösen und spirituellen Weltbilder von Musikstudenten und Musikstudentinnen, die zentralen Glaubensdimensionen und Sinnorientierungen umfassend abzubilden. Auch die transzendenten Aspekte von Musik waren hierbei von besonderem Interesse. Darüber hinaus sollte als weitere zentrale Fragestellung überprüft werden, ob eine religiöse oder spirituelle Orientierung mit einem gewissen „Unbehagen an der Moderne“ einhergeht, ob es also zu Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Glaube und moderner Lebenswelt kommt. In einer quantitativen Online-Erhebung mittels eines umfangreichen standardisierten Fragebogens wurden 550 Studenten und Studentinnen der österreichischen Musikhochschulen und Konservatorien zu den oben genannten Themen befragt. Die Auswertung belegt eine hohe Bedeutung von Spiritualität und Glaube für einen Großteil der Teilnehmer, trotz eher gering ausgeprägter religiöser Praxis und schwacher Identifikation mit der Konfessionszugehörigkeit. Ein Viertel der Befragten bezeichnet sich als spirituell, aber nicht religiös, wobei sich diese Gruppe im Hinblick auf die Ausprägungen der übrigen Glaubensdimension deutlich von klassisch-religiösen und unreligiösen Befragten abhebt und einen besonders individualistischen Zugang zu Glaubensfragen zeigt. Mittels einer Clusteranalyse auf Grundlage der Zustimmung zu theistischen, neureligiösen und atheistischen Glaubensinhalten sowie des Ausmaßes an Transzendenzerfahrung und religiöser bzw. spiritueller Praxis konnten sieben Weltbild-Typen (Hochreligiöse, eher Religiöse, Esoteriker, eher Neureligöse, Suchende, Indifferente, Atheisten) ermittelt werden, die sich als äußerst aussagekräftig und brauchbar für die Analyse der Glaubensmuster erwiesen. Die These des oft behaupteten „Unbehagens an der Moderne“ konnte bestätigt werden, derartige Einstellungen sind bei allen religiösen Typen, nicht nur bei den eher neureligiös-spirituellen, zu finden. Ein starker Glaube geht also einher mit einer vergleichsweise hohen Unsicherheit angesichts der Kontingenz der modernen Lebenswelt. Außerdem konnte bei gläubigen Befragten (besonders bei eher neureligiös veranlagten) eine deutlich skeptischere Einstellung gegenüber den Wissenschaften festgestellt werden als bei den eher atheistischen oder indifferenten Befragten. Die Musikstudenten und -studentinnen zeigen eine außerordentlich hohe Affinität zu Musik als Quelle, Mittel und Ziel von Transzendenz. Ihr wird eine „magische Kraft“ zugesprochen, durch die man einen „andere Wirklichkeit“ und „höhere Bewusstseinszustände“ erreichen kann. Klassiker erweisen sich außerdem als weitaus religiöser als Jazz- bzw. Popularmusiker, letztere als individualistischer und skeptischer bezüglich Glaubensfragen. Darüber hinaus zeigen sich auch bemerkenswerte instrumentenspezifische Unterschiede hinsichtlich der Religiosität und Spiritualität, wie auch bezüglich des Verhältnisses zu den transzendenten Aspekten der Musik.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
religion spirituality transcendence belief worldview music secularization modernism musicians
Schlagwörter
(Deutsch)
Religion Spiritualität Transzendenz Glaube Weltbild Musik Säkularisierung Moderne Musiker
Autor*innen
Martin Morgenbesser
Haupttitel (Deutsch)
Säkularer Synkretismus?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine religionssoziologische Untersuchung zum religiösen und spirituellen Weltbild von Musikstudenten und -studentinnen
Paralleltitel (Englisch)
Secular syncretism? ; a religio-sociological study on religious and spiritual worldviews of music students
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
146 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Friedhelm Kröll
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.10 Wissenschaft und Gesellschaft ,
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.50 Esoterik ,
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.05 Religionssoziologie ,
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.83 Strömungen, Glaubensrichtungen ,
24 Theater, Film, Musik > 24.45 Musiksoziologie ,
24 Theater, Film, Musik > 24.55 Komponisten, Musiker, Sänger ,
71 Soziologie > 71.41 Sozialer Wandel ,
71 Soziologie > 71.51 Werte, Normen ,
71 Soziologie > 71.52 Kulturelle Prozesse
AC Nummer
AC09049781
Utheses ID
17941
Studienkennzahl
UA | 121 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1