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"Gott tut gut"
Salbung als heilsame Berührung im Angesicht zweifelhafter Körperbildern in Gesellschaft und Theologie
Miriam Wehle
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Betreuer*in
Johann Pock
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29507.84393.524659-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Im ersten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Vorstellungen und Bilder vom Körper die aktuellen gesellschaftlichen Debatten bestimmen. Gibt es einen Unterschied zwischen dem „Leib“ und dem „Körper“ und welches wäre der angemessene Begriff? Die unterschiedlichen Attribute, die dabei dem männlichen (Funktionalität, Potenz) und weiblichen Körper (Ästhetik, Moral, Normierung) zugeordnet sind, kommen zur Sprache. Ganz offensichtlich spielt der öffentliche (Frauen-)Körper in seiner Sichtbarkeit im gesellschaftlichen Raum eine große Rolle: Welche Gefahren liegen hier für den Menschen, der nicht mehr als individuelle Person, sondern als anonymer Teil der Masse verstanden wird? Schon für Kinder gibt es zunehmend genaue Vorstellungen, wie sie als Mädchen oder Junge zu sein haben. Am Beispiel der Farbunterschiede (Blau/Rosa) bei Spielzeug wird die unterschiedliche Zuordnung von Eigenschaften kritisch angefragt. Der eigene Körper gilt zunehmend nicht mehr als gegeben, sondern wird als formbares Projekt betrachtet. Arbeit am Körper ist für viele Menschen normal, sie unterscheidet sich allenfalls noch in der Gradualität (Fitness oder Schönheitsoperation). In Zeiten schwindender Relevanz der traditionellen Glaubensvermittler sucht der Mensch seinen Sinn in sich selbst: durch Körperpraktiken können Transzendenzerlebnisse stattfinden. Teil 2 der Körperbilder widmet sich christlichen Vorstellungen und Entwürfen vom Körper: In einer alttestamentlichen Rundumschau zeigt sich, dass Körper und Geist/Seele noch nicht getrennt gesehen werden. Das junge Christentum, inkulturiert in hellenistischem Denken, wird dualistische Gedanken aufnehmen, deren Einfluss sich bis in unsere Zeit zeigen. Paulus hat eine differenzierte Sicht auf „Fleisch“ und „Geist“ und betont die Einmaligkeit der Inkarnation Christi. Er schätzt den Körper als Tempel des Heiligen Geistes und betont die leiblich/körperliche Auferstehung. Die ersten Märtyrer legen mit und an ihrem Körper Zeugnis für ihren Glauben ab und ebenso die ersten Mönche. Der Kirchenvater Augustinus legt die schwere Saat der Sexualfeindlichkeit, in dem er den Sündenfall spekulativ mit der Begierde in Verbindung bringt. Und doch können Frauen wie Mechthild von Hackeborn ihren innigen Glauben in erotisch-spirituellen Bildern der Liebesbegegnung mit Gott ausdrücken. Können wir nicht viel lernen, wenn wir uns auf Jesu‘ Handeln an und mit den Menschen rückbesinnen? Im Fazit wird die Wichtigkeit einer Theologie betont, die sich dem Körper in seiner real existierenden Verfasstheit und ohne falsche Idealisierung und Moralisierung stellt. Im zweiten Hauptteil wird es praktisch-theologisch: Ein eigens entwickelter Salbungsgottesdienst wurde mit einer kleinen Gruppe gefeiert und ausgewertet. Ich erläutere die biblischen und historischen Hintergründe der (Kranken-)Salbung und mache auf Probleme aufmerksam. Ich plädiere anschließend dafür, die Feier der Salbung aus dem eng gesteckten Rahmen (katholisch, sakramental, durch Priester gespendet) zu befreien. Dies geschieht auch mit Blick auf die ökumenischen Schwesterkirchen, besonders der protestantischen, in denen sich Salbungen in den vergangenen zwanzig Jahren großer Beliebtheit erfreuen. Ich sehe Salbungen als ausgezeichnetes ökumenisches Zeichen, den Menschen die Zuneigung Gottes sinnlich erfahrbar werden zu lassen. Im Abschluss betrachte ich den von mir gestalteten Salbungsgottesdienst „Gott tut gut“ und erläutere die einzelnen Bausteine, jeweils mit kritischer Beurteilung. Dazu verwende ich Aussagen der Teilnehmenden, die in einem Auswertungsgespräch nach dem Gottesdienst gewonnen werden konnten.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Salbung Krankensalbung Körperbilder Schönheitswahn Körperkult
Autor*innen
Miriam Wehle
Haupttitel (Deutsch)
"Gott tut gut"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Salbung als heilsame Berührung im Angesicht zweifelhafter Körperbildern in Gesellschaft und Theologie
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
93 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johann Pock
Klassifikation
11 Theologie > 11.70 Praktische Theologie: Allgemeines
AC Nummer
AC09423424
Utheses ID
18564
Studienkennzahl
UA | 011 | | |
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