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Erzählte Prekarität
autobiographische Verhandlungen immaterieller Arbeit
Ove Sutter
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Klara Löffler
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29317.75268.859061-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Untersuchung analysiert die biographischen Handlungsformen des autobiographischen Sprechens und Erzählens in Lebenssituationen der Prekarität immaterieller Arbeit. Die Analyse nimmt ihren Ausgangspunkt in der Diagnose, dass biographisches Handeln im gesellschaftlichen Wandel hin zum postfordistischen Arbeitsparadigma und dessen Dynamiken der Prekarisierung und Subjektivierung von Arbeit sowie der Deinstitutionalisierung und Destandardisierung von Lebenslaufmustern in westlichen Industrienationen an Bedeutung gewinnt. Die steigende Relevanz biographischer Selbstthematisierungen trifft insbesondere für prekär Beschäftigte aus Bereichen der immateriellen Arbeit zu, deren Arbeitsverhältnisse vor allem intellektuelle sowie sprachliche Tätigkeiten wie die Aneignung, Produktion und kommunikative Vermittlung von Wissen und Informationen umfassen. Die empirische Basis der Untersuchung bilden qualitative Interviews mit in Österreich lebenden prekär Erwerbstätigen sowie teilnehmende Beobachtungen von sozialen Konflikten der Prekarität immaterieller Arbeit. Unter Bezugnahme auf die sprach- und erzählanalytischen Grundlagen der funktional-pragmatischen Kommunikationsanalyse sowie auf die Praxeologie Pierre Bourdieus zeigt die vorliegende Untersuchung, wie das autobiographische Sprechen und Erzählen von geschlechts- und klassenspezifischen Auswirkungen der Prekarität immaterieller Arbeit inhaltlich, formal sowie hinsichtlich seiner sozialen Funktionen geprägt ist. Die Untersuchung verdeutlicht, wie autobiographisches Sprechen und Erzählen als Subjektivierungshandeln zur subjektiven Bewältigung und zur Akzeptanz prekärer Arbeits- und Lebenssituationen beitragen kann. Darüber hinaus wird aber auch dargelegt, wie die untersuchten Formen biographischen Handelns verwendet werden, um der Prekarität immaterieller Arbeit zu widersprechen und sich ihr zu widersetzen.
Abstract
(Englisch)
The thesis analyzes biographical forms of action of autobiographical speech and narration in times of precarious immaterial labor. The analysis departs from the assumption that biographical action gains in importance due to the process of social change towards a post-fordist working paradigm and the inherent dynamics of precarization and subjectification of work as well as processes of deinstitutionalization and destandardization of life patterns in western industrial nation states. Biographical self-thematization becomes increasingly relevant for precariously employed actors in the realm of immaterial labor whose working conditions predominantly entail intellectual and linguistic functions, such as the adoption, production and communicative mediation of knowledge and information. The empirical basis consists of qualitative interviews with precariously employed actors living in Austria and the participant observation of social conflicts that emanate from precarious immaterial labor. Drawing upon insights from functional-pragmatic analysis of communication, particularly in the realm of linguistic and narrative analysis, as well as Pierre Bourdieu’s praxeology, the thesis shows how autobiographical speech and narration are shaped by the class- and gender-specific impact of precarious immaterial labor with regards to content, form and social functions.The study illustrates how autobiographical speech and narration as action of subjectification can contribute to cope and thus to accept precarious work and life situations. Furthermore, the study shows how the various forms of biographical action are used to object to and to oppose the precarity of immaterial labor.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
autobiographical narrative precarity precarious labor immaterial labor biographical action occupational folklore subjectification postfordism
Schlagwörter
(Deutsch)
Autobiographisches Erzählen Erzählforschung Immaterielle Arbeit Subjektivierung Arbeitskulturen Prekarität Biographisches Handeln Postfordismus
Autor*innen
Ove Sutter
Haupttitel (Deutsch)
Erzählte Prekarität
Hauptuntertitel (Deutsch)
autobiographische Verhandlungen immaterieller Arbeit
Paralleltitel (Englisch)
Narrating precarity ; authobiographical negotiations of immaterial labor
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
355 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Klara Löffler ,
Franz Schultheis
Klassifikationen
73 Ethnologie > 73.64 Sprache, Kommunikation ,
73 Ethnologie > 73.90 Kulturelle Aspekte von Wirtschaft und Arbeitswelt
AC Nummer
AC09409290
Utheses ID
18869
Studienkennzahl
UA | 092 | 308 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1