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Umsetzung völkerrechtlicher Verpflichtungen zur Wiedergutmachung bei Menschenrechtsverletzungen in Österreich
Lisa Maria Stadlmayr
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Manfred Nowak
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29684.34875.207460-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ziel der vorliegenden Untersuchung ist die Gegenüberstellung völkerrechtlicher Vorgaben zur Wiedergutmachung von Menschenrechtsverletzungen mit den im österreichischen Recht vorgesehenen Wiedergutmachungsmöglichkeiten und die Identifizierung diesbezüglicher Schwachstellen ist. Schwerpunkt bilden die sekundären Rechtsschutzmöglichkeiten, sowie die Umsetzung der Entscheidungen (Urteile und „Views“) internationaler Vertragskontrollorgane. Nach einer Darstellung der völkerrechtlichen Grundlagen der Pflicht zur Wiedergutmachung durch Naturalrestitution, Entschädigung und Genugtuung anhand des allgemeinen Staatenverantwortlichkeitsrechts und internationaler Menschenrechtsinstrumente wird der derart gewonnene Verpflichtungsrahmen dem innerstaatlichen Grundrechtsschutz-Instrumentarium gegenübergestellt. Dazu wird untersucht, welche Möglichkeiten dem Einzelnen innerhalb der österreichischen Rechtsordnung offenstehen, um Grundrechtsverletzungen geltend zu machen und Abhilfe zu erlangen. Jene Rechtsbehelfe, die va auf Beendigung einer andauernden Verletzung abzielen (primärer Grundrechtsschutz), werden dabei nur überblicksartig dargestellt; der Fokus liegt auf jenen Rechtsbehelfen, die „Wiedergutmachung“ (Beseitigung nachteiliger Folgen einer Verletzung) ermöglichen. Es stellt sich diesbezüglich va die Frage, ob die staatlichen Haftungsansprüche nach dem AHG oder nach Sonderhaftungsnormen den völkerrechtlichen Vorgaben entsprechen. Ist die innerstaatliche Reaktion auf eine Grundrechtsverletzung nicht geeignet, adäquate Abhilfe zu schaffen – hat also der innerstaatliche Grundrechtsschutz versagt –, steht dem Opfer uU der Weg an ein internationales Vertragskontrollorgan offen, das eine Verletzung feststellen kann. Im abschließenden Teil der Untersuchung wird dargestellt, welche Möglichkeiten dem Opfer zur innerstaatlichen Umsetzung einer solchen internationalen Entscheidung zur Verfügung stehen, und in welchem Umfang in diesen Fällen Wiedergutmachung erlangt werden kann; beleuchtet wird diesfalls – aufgrund zT fehlender rechtlicher Instrumentarien – insbesondere auch die österreichische Umsetzungspraxis. Ein Überblick über diesbezügliche Best Practice Beispiele schließen die Untersuchung ab. Eine Zusammenfassung bietet einen Überblick über die zentralen identifizierten Schwachstellen des österreichischen Grundrechtsschutzinstrumentariums.
Abstract
(Englisch)
The dissertation undertakes a comparison of international obligations regarding reparation for human rights violations with the existing Austrian framework of remedies to obtain redress and reparation; the study aims for the identification of protection gaps and focuses on remedies to obtain reparation, as well as on the implementation of decisions of international treaty monitoring bodies (judgments, “views”). After analysing the legal basis of the obligation to make reparation in international law (according to principles of state responsibility; obligations under international human rights instruments), the international obligations are contrasted with existing remedies on national level: The study examines remedies aiming for cessation of an ongoing violation, as well as remedies for obtaining reparation for damage caused. One of the main points of interest is the question whether claims under the Austrian system of state liability (Amtshaftungsrecht) or under special liability regimes correspond with the requirements of international law. If the response to a violation of human rights at the national level does not adequately remedy a violation, the victim might complain to an international human rights treaty monitoring body, which can then determine the existence of a violation and, in some cases, award compensation. The final part of the study accordingly deals with existing venues for victims to implement those decisions, it examines to what extent reparation can be obtained; it provides an analysis of Austrian practice regarding implementation of international decisions and an overview of international best practice. The conclusion provides a summary of the main protection gaps.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Human rights violation Reparation Implementation Judgment European Court of Human Rights Views UN Treaty Bodies Austria
Schlagwörter
(Deutsch)
Menschenrechtsverletzung Grundrechtsverletzung Wiedergutmachung Umsetzung EGMR-Urteile Views Österreich
Autor*innen
Lisa Maria Stadlmayr
Haupttitel (Deutsch)
Umsetzung völkerrechtlicher Verpflichtungen zur Wiedergutmachung bei Menschenrechtsverletzungen in Österreich
Paralleltitel (Englisch)
Implementation of international obligations to provide reparation for violations of human rights in Austria
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
XVI, 360, XLIX S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Manfred Nowak ,
Andreas Kletecka
Klassifikationen
86 Recht > 86.20 Schuldrecht ,
86 Recht > 86.45 Grundrechte ,
86 Recht > 86.84 Völkerrecht: Allgemeines ,
86 Recht > 86.85 Menschenrechte
AC Nummer
AC09608396
Utheses ID
19527
Studienkennzahl
UA | 083 | 101 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1