Detailansicht

Die Bedeutung der Musik im Leben, Schaffen und Werk Rainer Maria Rilkes
Claudia Astrid Landmann
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Margareta Saary
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30256.37621.116164-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Rainer Maria Rilke hat sich zeitlebens mit Musik auseinandergesetzt und schwankte zwischen Faszination und Ablehnung. Einerseits verspürte er ein starkes Verlangen nach Musikkontakten, andererseits fürchtete er die Überwältigung durch die Musik. In seiner frühen Schaffensphase war die Musik für Rilke noch eine reine Gefühlskunst und stand in seiner Lyrik im Zusammenhang mit einem allgemeinen Weltschmerz. In seinen Pariser Jahren wandte er sich fast vollständig von der Musik ab, um sich ganz der bildenden Kunst zu widmen. Die rein formen-orientierte bildende Kunst war für ihn der Halt gebende Kontrast zur Musik, die für ihn das Gefährliche und Rauschhafte verkörperte. Erst später hat er zunehmend Einsicht in ihre Gesetzlichkeit gewonnen. Seine mittlere Schaffensphase war von einer Schreibblockade überschattet. Die Musik schien ihm ein Ausweg aus dieser unfruchtbaren Zeit und verfahrenen Situation zu sein. Sie sollte ihn von der zu ausschließlich betriebenen Ausbildung des Visuellen ablenken und die inneren Elemente neu ordnen. Von nun an suchte er zunehmend den Kontakt zur Musik und seine Haltung veränderte sich ins Positive. Der späte Rilke stufte die Musik als Leitkunst ein. Wie die Beethoven-Passage aus Malte Laurids Brigge oder die Briefe während seiner Spanienreise belegen, galt Rilkes Interesse bei der Musik nicht primär der Tonkunst, sondern er verstand sie als ordnendes Prinzip und raumbildendes Phänomen. Dennoch gelang es ihm nicht ein stabiles Verhältnis zur Musik aufzubauen, da er seine eigene Unzulänglichkeit und mangelnde Begabung bedauerte. Im Gegensatz dazu stand jedoch seine eminente Erlebnisfähigkeit. Durch häufige Konzertbesuche, eine reiche musikalische Motivik in seiner Dichtung sowie eine Auseinandersetzung mit der Tonkunst in Briefen und Tagebüchern, lässt sich Rilkes Interesse für Musik bestätigen. Seine Bekanntschaft zu zahlreichen Musikerinnen, Musikern sowie Komponisten, nutzte Rilke, um sein Musikverständnis zu diskutieren. Vor allem die Pianistin Magda von Hattingberg und die Fürstin Marie von Thurn und Taxis konnten Rilkes Musikverständnis positiv beeinflussen. Besonders sein Spätwerk ist durchzogen von einer reichen musikalischen Bildersprache. Im Laufe des 21. Jahrhunderts war Rilkes Werk eine üppige Inspirationsquelle für weitere Vertonungen. Ihre hohe Zahl steht in starkem Kontrast zu Rilkes persönlicher Einstellung zu der Vertonung seiner Werke. Aufgrund seines Ideals von der Reinheit der Gattung stand er jeglicher Vertonung ablehnend gegenüber. Die einzige Ausnahme bildet die Vertonung der Gedichttrilogie O Lacrimosa durch Ernst Křenek, die Rilke selbst in Auftrag gab. Seine zunehmende Faszination für die musikalische Avantgarde hatte sein Interesse an dem jungen Komponisten geweckt. Die Vertonungen von Křenek und Hindemith zeigen beispielhaft die Umsetzung Rilkescher Gedichte in Musik sowie den Textzugang der Komponisten.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Rilke Rainer Maria Rilke Musik Vertonungen Krenek Hindemith
Autor*innen
Claudia Astrid Landmann
Haupttitel (Deutsch)
Die Bedeutung der Musik im Leben, Schaffen und Werk Rainer Maria Rilkes
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
97 S. : graph. Darst., Notenbeisp.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Margareta Saary
Klassifikation
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC10487811
Utheses ID
21138
Studienkennzahl
UA | 316 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1