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"Wann habe ich eigentlich studiert?"
Hilde Spiel in Wien bis 1936
Maria Czwik
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Friedrich Stadler
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.25305
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29856.27662.307370-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Studienzeit von Hilde Spiel. Zwischen 1930 und 1936 studierte Spiel Philosophie und Psychologie an der Universität Wien bei Moritz Schlick, Charlotte Bühler und Karl Bühler in einem herausragenden wissenschaftlichen Umfeld. Ab 1933/34 wurden auch im universitären Bereich zunehmend Restriktionen durch den Austrofaschismus spürbar. Im Jahr 1936, mit nur 25 Jahren, entschloss sich Spiel Österreich zu verlassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits drei Romane und zahlreiche Kurzgeschichten geschrieben, war journalistisch für Zeitungen und Zeitschriften tätig und arbeitete für die von Paul Felix Lazarsfeld gegründete Wirtschaftspsychologische Forschungsstelle. Als Dissertation reichte Spiel 1935 einen „Versuch einer Darstellungstheorie des Films“ ein. Die Arbeit bietet einerseits einen Überblick über Spiels Werk, ihr Studium und ihre vielfältigen Beschäftigungen neben diesem, andererseits wird untersucht, ob und wie sich Hilde Spiels Studium auf ihre Arbeiten vor 1936 ausgewirkt haben und ob es Wechselwirkungen zwischen dem Studium und ihrer beruflichen und schriftstellerischen Tätigkeit gegeben hat. In der vorhandenen umfangreichen wissenschaftlichen Literatur zu Hilde Spiel wurde ihrer Studienzeit bisher weniger Aufmerksamkeit geschenkt. In erster Linie fanden ihre frühen Romane Beachtung. Für diese Diplomarbeit wurde daher zu einem großen Teil auch auf Primärquellen zurückgegriffen. Die Arbeit ist in fünf Hauptkapitel gegliedert: Die Dissertation Hilde Spiels ist Thema des ersten Kapitels. Eine Beschreibung von Spiels privatem und beruflichem Umfeld zeigt zahlreiche relevante Kontakte hinsichtlich des Dissertationsthemas Film auf. Der institutionelle und theoretische Rahmen des Psychologischen Institutes der Universität Wien wurde untersucht und der Kontext von Arbeiten Karl Bühlers sowie von MitarbeiterInnen und StudentInnen des Psychologischen Institutes berücksichtigt. Spiels Dissertation war Teil umfassender Untersuchungen zum Film am Institut für Psychologie, welche unter der Leitung von Karl Bühler und seiner Mitarbeiterin Käthe Wolf stattfanden. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit Einflüssen Moritz Schlicks auf Hilde Spiel bis 1936. Moritz Schlick und der Besuch seiner Lehrveranstaltungen prägten Spiel in weiterer Folge. Nach seiner Ermordung verließ sie Österreich. Die Ergebnisse bezüglich Hilde Spiels Tätigkeit für die Wirtschaftspsychologische Forschungsstelle sind im dritten Kapitel zu finden. Ihre Aufgaben und die Dauer ihrer Beschäftigung wurden untersucht. In den beiden folgenden Kapiteln der Arbeit werden die vor 1936 entstandenen Romane und Artikel Hilde Spiels zusammengefasst und kontextualisiert. Ein Einfluss der Schriften Charlotte Bühlers auf Spiels Roman Kati auf der Brücke wird beschrieben. Der Roman Sonderzug wurde nie veröffentlicht, was vermutlich auf zahlreiche politische Stellungnahmen im Text zurückzuführen ist. Zuletzt zeigt die Präsentation einiger journalistischer Arbeiten, dass Hilde Spiels Frühwerk auch thematisch Zusammenhänge aufweist.
Abstract
(Englisch)
The topic of this thesis is the study period of the Viennese-born writer Hilde Spiel. Spiel studied from 1930 to 1936 philosophy and psychology at the University of Vienna. Her most influential teachers were Moritz Schlick, Charlotte Bühler and Karl Bühler. A very productive environment characterized by discussion and critique was established around these academics. From 1933/34 onwards growing restrictions by the Austrofascist system were noticeable. In 1936 Hilde Spiel, aged only twenty-five, finally decided to leave Austria. At that time she had already written three novels and around forty short stories, had published as a journalist in various newspapers and magazines and had worked for the "Wirtschaftspsychologische Forschungsstelle” – an institution for empirical social research and market research, founded by Paul Felix Lazarsfeld. The title of Hilde Spiel’s dissertation on film theory was „Versuch einer Darstellungstheorie des Films“. This text gives a survey of her writings (published as well as unpublished) and other occupations in the years 1930 to 1936 and tries to answer the questions: What impact did Spiel’s studies have on her work? Which interdependencies can be found between her studies, her work? The existing extensive academic literature on Hilde Spiel has paid little attention to her study period, focusing mostly on her early novels. Or this reason, the research is in large parts based on primary sources. The thesis comprises five main chapters: The first is about Spiel’s dissertation. An analysis of her private and work-related surroundings shows numerous relevant contacts concerning her preoccupation with film. The theoretical and institutional framework of the „Institut für Psychologie“, and the context of works of Karl Bühler as well as of other academics and students is examined. Spiel’s dissertation was part of a film project that had been implemented at the Department of Psychology by Karl Bühler and his assistant Käthe Wolf. In the second chapter of this thesis the influence of Moritz Schlick on Hilde Spiel is analyzed. He had an essential impact on her further development. After his assassination in 1936 Spiel left Austria. The results of the research on Hilde Spiel‘s work for the „Wirtschaftspsychologische Forschungsstelle“ are to be found in the third chapter: The questions of when she actually worked for this institution and what were her duties are examined. In the two following parts the novels and articles written by Spiel before 1936 are summarized and contextualized with her other occupations: The influence of Charlotte Bühler’s writings, especially on the novel Kati auf der Brücke, can be shown. The novel Sonderzug was never published, probably because of the numerous political statements in the text. Finally, the presentation of some of Hilde Spiel’s journalistic works also shows thematic relations within the oeuvre of the writer’s early years.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Hilde Spiel film
Schlagwörter
(Deutsch)
Hilde Spiel Film 1930er Jahre Psychologisches Institut Bühler Schlick Wirtschaftspsychologische Forschungsstelle Kati auf der Brücke Verwirrung am Wolfgangsee Sonderzug
Autor*innen
Maria Czwik
Haupttitel (Deutsch)
"Wann habe ich eigentlich studiert?"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Hilde Spiel in Wien bis 1936
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
127 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Friedrich Stadler
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.01 Geschichte der Wissenschaft und Kultur ,
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte ,
20 Kunstwissenschaften > 20.28 Literatur ,
24 Theater, Film, Musik > 24.37 Film: Sonstiges ,
77 Psychologie > 77.01 Geschichte der Psychologie
AC Nummer
AC10719917
Utheses ID
22598
Studienkennzahl
UA | 312 | | |
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