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Ausstellungsanalyse am Beispiel der Ausstellung "Absolut Wien"
wie werden Frauen und Männer in kulturhistorischen Ausstellungen dargestellt?
Katharina Anna König
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Bertrand Perz
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30116.77901.948563-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Museen sind Institutionen, die allen Menschen offen stehen sollen, nicht gewinnorientiert sind und ein Bild von Geschichte vermitteln. In ihnen werden Ausstellungen zu bestimmten Themen gemacht, die durch Inszenierung, Texte, Darstellungsweise und Objektnachbarschaften eine gewisse Botschaft vermitteln. Es werden auch Aussagen über Männer und Frauen getroffen. Dabei muss man sich die Entwicklung der Geschlechtergeschichte ansehen. In den 80er-Jahren ist es zur Diskussion um die Trennung zwischen „Sex“ und „Gender“ gekommen, also zur Unterscheidung zwischen biologischem und kulturellem Geschlecht. Man hat begonnen, die bis dahin wenig beachtete, Geschichte der Frauen zu erforschen. Anfangs ist es darum gegangen Identität durch ein Kollektiv „Frau“ zu schaffen, später ist die Pluralität der Frauen im Mittelpunkt gestanden. Roswitha Muttenthaler und Regina Wonisch legen bei ihren Ausstellungsanalysen den Fokus auf die Darstellung von Männern und Frauen. Sie untersuchen die Präsentation mit einer Herangehensweise, die sich auf mehrere Methoden anderer WissenschaftlerInnen stützt. Von Clifford Geertz wenden sie die „Dichte Beschreibung“ an, die darauf abzielt ein Ereignis so genau und detailliert wie möglich zu beschreiben und dabei die individuelle Wahrnehmung zu berücksichtigen. Ein semiotischer Ansatz stammt von Jana Scholze. Hierbei wird ein Objekt auf seine Funktion und seinen Kontext befragt und die Intention der KuratorInnen und der Institution Museum untersucht. Als Ergänzung benützen Muttenthaler und Wonisch den semantischen Ansatz, der die Bedeutung eines Objektes durch das Bilden von assoziativen Sätzen und Wortketten, dekodiert. In der Ausstellung „Absolut Wien“ habe ich die Herangehensweise von Muttenthaler und Wonisch verwendet. Die Frauenbilder, die hier präsentiert worden sind, haben Frauen sowohl als Objekt, als auch als Subjekt gezeigt. Durch die unterschiedlichen Methoden, kann man allerdings nicht nur Aussagen über Geschlecht, sondern auch über andere Inhalte treffen. Eine Ausstellung zeigt, was ein Museum in seiner Sammlung hat und gibt somit den Blick auf die Sammlungsstrategie frei. Im Wien Museum beschäftigt man sich, wie auch „Absolut Wien“ gezeigt hat, mit dem Sammeln bis in die Gegenwart, da man für die Zukunft, also die kommenden Generationen, sammelt. Um zielgerichtet Objekte zu erwerben, hat das Museum ihre Sammlungsstrategie in schriftlicher Form fixiert. Hier wird festgehalten, dass ein Objekt am besten Beleg für mehrere Geschichten sein soll, relevant für die Sammlung und mit dem Budget vereinbar sein soll. Objekte, die sich in einer Sammlung befinden sagen meist auch etwas über Geschlechterbilder aus, wenn man sie danach befragt. Ob und wie viel ein Exponat schließlich in der Ausstellung über Geschlechter preisgibt, liegt an den KuratorInnen, die mit ihrer Darstellungsweise die Bedeutung bestimmen.
Abstract
(Englisch)
Museums should be accessible to everyone. They should not be profit-oriented and should offer an insight into a period of history. Exhibitions on various topics are shown within them creating an impression through staging short scenes, texts, assorted presentation styles and the assembly of the exhibition pieces. They also contain statements about men and women which must be analysed taking into consideration the history of gender. In the eighties the discussion of the differentiation between cultural and biological sex, that is to say sex and gender, arose in German-speaking countries. People started to research the history of women. Although at they first tried to establish a united image of “woman”, they later highlighted the diversity of women. Roswitha Muttenthaler and Regina Wonisch analyse exhibitions and focus on the presentation of women and men using methods of other scholars. They apply Clifford Geertz’s “Dichte Beschreibung”-method which describes an incident in as much detail as possible and includes the personal feelings of the analyst. They also work with Jana Scholze’s semiotic method which tries to assess the function and the context of an object within the exhibition and the intention of the curator and the museum. In addition to their analysis they use Sabine Offe’s semantic method which decodes the meaning of an object by forming associated sentences and phrases. Using Muttenthaler and Wonisch’s method I analysed the exhibition “Absolut Wien” in the Wien Museum. I discovered that women were represented on the one hand as objects and on the other as subjects. I realised that the method of the two scholars is not specifically relevant to research about women and men, but is also appropriate for other subject matters. An exhibition shows what kind of objects a museum has in its collection and through that gives an insight into what strategy it adopts towards procuring items. The Wien Museum collects present objects with a view to exhibit them in the future. In order to gather objects efficiently the museum has written down collection strategies. An object should testify to various stories, should be relevant to the collection and be within the budget. Very often objects are able to tell stories about women and men, but only if someone asks the right questions. Whether or not an object tells something about the history of gender in an exhibition depends on the curator who demonstrates the meaning of the object through its presentation.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
museum exhibition gender studies
Schlagwörter
(Deutsch)
Museum Ausstellung Geschlechtergeschichte
Autor*innen
Katharina Anna König
Haupttitel (Deutsch)
Ausstellungsanalyse am Beispiel der Ausstellung "Absolut Wien"
Hauptuntertitel (Deutsch)
wie werden Frauen und Männer in kulturhistorischen Ausstellungen dargestellt?
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
134 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Bertrand Perz
Klassifikation
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte
AC Nummer
AC10769677
Utheses ID
23297
Studienkennzahl
UA | 312 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1