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Ägypten und Paraguay
zwei Entwicklungswege im 19. Jahrhundert
Alexander Reinold
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Andrea Komlosy
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29123.65536.351265-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Entwicklungswegen Paraguays und Ägyptens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sowohl Ägypten als auch Paraguay konnten zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Mehr an politischer Souveränität erlangen. Um diese abzusichern, setzten beide Länder einen eigenständigen Entwicklungsweg in Gang und versuchten so, in militärischer als auch wirtschaftlicher Hinsicht, Anschluss an Großbritannien zu finden. Dabei war der Staat der wesentlichste wirtschaftliche Akteur, der die Modernisierung nach westlichem Vorbild vorantrieb. In beiden Fällen wurden die Entwicklungsbemühungen durch äußere militärische Eingriffe beendet. Im ägyptischen Fall passierte dies durch die britisch-österreichische Militärintervention von 1840 und im paraguayischen Fall durch den Tripel-Allianz-Krieg 1865. Diese Arbeit bewertet die Entwicklungsbemühungen Paraguays und Ägyptens und hat hierfür die Position der beiden Länder in der Hierarchie der internationalen Arbeitsteilung im Blickpunkt. Es wird gezeigt, dass sich sowohl Ägypten als auch Paraguay bewusst in den Weltmarkt integrierten und vor allem Rohstoffe aus der landwirtschaftlichen Erzeugung exportierten. Die Weltmarktintegration erfolgte jedoch nicht uneingeschränkt, da beide Länder bestrebt waren, die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren und eine eigene Industrie aufzubauen. Der Staat trat dabei als Unternehmer in Erscheinung und investierte ins Bildungssystem. Die Analyse der Wirtschafts- und Sozialstruktur zeigt, dass der eigenständige ägyptische Entwicklungsweg, aufgrund der Exportabhängigkeit und den hohen Kosten der Modernisierung, schon vor den militärischen Eingriffen Ermüdungserscheinungen zeitigte. Der paraguayische Entwicklungsweg, welcher ein geringeres Tempo der Modernisierung aufwies, zeichnete sich hingegen durch Stabilität aus. Zusätzlich wird in der Arbeit auf die Ursachen der militärischen Eingriffe, die ein Ende der Entwicklungsbemühungen bedeuteten, eingegangen. Es wird herausgearbeitet, dass die eingeschlagenen Entwicklungswege im weiteren Sinne als Ursache für das Eingreifen ausländischer Mächte gesehen werden können. Durch die militärischen Eingriffe wurden die eigenständigen Entwicklungswege der Länder endgültig gestoppt und Ägypten und Paraguay als Peripherien in die Weltwirtschaft integriert.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Egypt Paraguay catch-up development 19th Century economic history structural history periphery trade military intervention
Schlagwörter
(Deutsch)
Ägypten Paraguay nachholende Entwicklung 19. Jahrhundert Wirtschaftsgeschichte Strukturgeschichte Peripherie Handel Militärintervention
Autor*innen
Alexander Reinold
Haupttitel (Deutsch)
Ägypten und Paraguay
Hauptuntertitel (Deutsch)
zwei Entwicklungswege im 19. Jahrhundert
Paralleltitel (Englisch)
Egypt and Paraguay : Two development paths in the 19th Century
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
163 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Andrea Komlosy
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.09 Wirtschaftsgeschichte ,
15 Geschichte > 15.76 Vorderer und mittlerer Orient ,
15 Geschichte > 15.88 Mittelamerika, Südamerika
AC Nummer
AC10793341
Utheses ID
23856
Studienkennzahl
UA | 312 | | |
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