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Langobardenzeitliche Siedlungsstrukturen im Burgenland anhand zweier Fallbeispiele
Angelika Kern
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Falko Daim
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.26764
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30403.36350.778253-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Volk der Langobarden wird aus heutiger Sicht und nach dem heutigen Stand der Forschung als eines der elbgermanischen Völker interpretiert. Neben häufigen Erwähnungen bei den römischen Geschichtsschreibern, widmen sich vor allem auch die Schriften des Paulus Diaconus detailliert den Langobarden. Ihre Geschichte ist daher von den Wurzeln im Norden Europas bis zu ihrer Eroberung durch die Franken auffallend gut dokumentiert. Ihr Weg führte sie nicht nur durch halb Europa, er steht auch für ihre Entwicklung von einem unbedeutenden kleinen Stamm zur Vormachtstellung in Italien. Begonnen hat dieser Weg vermutlich bereits im 1.Jhdt v.Chr. an der unteren Elbe und er führte sie durch den größten Teil Deutschlands über Tschechien, Österreich und Ungarn bis ins heutige Italien, wo sie nach kurzer Herrschaft 774 n.Chr. von den Franken endgültig besiegt wurden. Ein Teil dieses Weges, etwa im Zeitraum von 526 bis 568 liegt im Gebiet des heutigen Burgenlandes. Während ihre Kämpfe, Verträge und Politik zum Teil umfassend dokumentiert sind, ist über ihre Lebensweise im Burgenland wenig bekannt. Der einzige direkte Nachweis ihrer Anwesenheit dort sind mehrere Gräberfelder. Daraus ergeben sich zwei wichtige Fragen: 1. Wo bzw. unter welchen Umständen haben die Langobarden, deren Friedhöfe gefunden wurden, gelebt und kann man Spuren davon in den umgebenden römischen Villen nachweisen? 2. Wie lange haben die Langobarden das Burgenland besiedelt und finden sich noch Spuren ihrer Besiedelung aus der Zeit nach 568 n.Chr.? Diese Arbeit versucht daher anhand von Analysen der möglichen Siedlungsstrukturen und der Gräberfelderfunde die Gräberfelder neu und möglichst exakt zu datieren. Dazu wurden die Keramikfunde römischer Villen in der Nähe der beiden langobardenzeitlichen Gräberfelder Nikitsch und Steinbrunn durchsucht und die gefundenen langobardenzeitlichen Scherben analysiert. Im Zuge dessen wurden drei dieser Scherben hinsichtlich ihrer Herstellungstechniken und der Herkunft ihres Rohmaterials erstmals auch archäometrisch untersucht. In einem zweiten Schritt wurden die Funde der Gräberfelder Nikitsch und Steinbrunn neuerlich aufgenommen und hinsichtlich ihrer Zeitstellung ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen zwar eindeutig, dass die römischen Villen durch die Langobarden genutzt wurden, untermauern allerdings auch, dass die gefundenen Keramiken nicht der Belegung der Gräberfelder entsprechen. Man muss daher annehmen, dass es zusätzlich zu den Villen noch bisher unentdeckte Siedlungen gab. Auf Basis der archäometrischen Untersuchungen kann man davon ausgehen, dass das Rohmaterial der Keramiken regionaler Herkunft war. Die langobardischen Scherben weisen eine feine Textur auf und enthalten keine Magerung. Aufgrund des geringen Probenmaterials für die Untersuchungen, sowie der fehlenden Analyse aller regionaler Tongruben, müssen diese Ergebnisse derzeit noch als vorläufig betrachtet werden. Hinsichtlich der Zeitstellung der Gräberfeldfunde und einer möglichen Nutzung auch nach 568, gibt es keine konkreten Hinweise. Die detaillierte Aufnahme aller Grabbeigaben zeigen keine spezifischen Besonderheiten, die eindeutig einer späteren Zeitperiode zugeordnet werden konnten. Auch Funde wie der Spangenhelm Typ Balderheim müssen daher im Kontext mit den restlichen Funden ebenfalls der Zeit vor 568 zugerechnet werden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Langobarden Nikitsch Steinbrunn Siedlungen Gräberfeld Burgenland
Autor*innen
Angelika Kern
Haupttitel (Deutsch)
Langobardenzeitliche Siedlungsstrukturen im Burgenland anhand zweier Fallbeispiele
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
151 S. : Ill., graph. Darst., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Falko Daim
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.03 Methoden und Techniken der geisteswissenschaftlichen Forschung
AC Nummer
AC10760040
Utheses ID
23939
Studienkennzahl
UA | 309 | | |
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