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Die Technisierung des menschlichen Leibes
dargestellt an dystopischen Körpern im terrestrischen Science-Fiction-Film des 21. Jahrhunderts
Andrea Wöger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Clemens Stepina
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.27186
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30362.97176.375466-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Technisierung des menschlichen Leibes von Herzschrittmachern bis hin zu hochtechnologischen Prothesen ist bereits in unserer Gegenwart Zeuge einer voranschreitenden Cyborgisierung des Menschen. Dieses Element der leiblichen Technisierung lässt sich anhand zahlreicher verschiedener, dystopischer Körperdarstellungen im zeitgenössischen Science-Fiction-Film als relevante Thematik und Befürchtung unserer Gesellschaft erkennen. Die Hauptthese dieser Arbeit betont, dass sich unsere westliche Gesellschaft und jedes einzelne Individuum tagtäglich mit dem raschen Technologiefortschritt konfrontiert sieht und sich dies im negativ konnotierten Eindringen der Technik in den menschlichen Leib als wichtiges Element des zeitgenössischen Science-Fiction-Films wiederfindet. Solch negative Zukunftsvisionen reichen von Determinierung bis zur Enthumanisierung durch Maschinen und Leib-invasiver Technik. Eben diese Begriffe scheinen auch in klassischen Anti-Utopien negativer Systemmodelle auf und übertragen sich nun in unserer fortschrittlichen, aber auch kapitalistischen und egozentrischen Gesellschaft vermehrt auf den eigenen Mittelpunkt – den eigenen Leib. Science Fiction ist das einzige Genre, welches hier einen spekulativen Blick in die Zukunft ermöglicht und dadurch vermehrt Raum zur Selbstreflexion schafft. Die Verflechtung von Science und Fiction ist eine Zusammenführung von scheinbaren Gegensätzen, welche in der Fusionierung vom Menschen als Natürlichem und der Technik als Künstlichem gipfelt. Die Beleuchtung der langen Tradition der Technisierung des Menschen und die angesichts dessen eben erst beginnende Technisierung des menschlichen Leibes, sowie die Skizzierung einer Entwicklung der erdgebundenen Dystopie, lassen vermuten, dass die Ängste und Hoffnungen, welche die westliche Gesellschaft mit Technik und ihren Möglichkeiten verbindet, im Angesicht des schnellen technischen Fortschritts jedoch nicht abnehmen, sondern zunehmen werden. Diese Arbeit stellt sich weiters Fragen nach der Darstellung und plastischen Ausführung dystopischer Körper im Science-Fiction-Film des 21. Jahrhunderts. Kritische Text- und Quellenvergleiche in den Theorie-Kapiteln führen zur Filmanalyse ausgewählter Beispiele. GAMER, SOURCE CODE und TRANSFER sind nur drei von zahlreichen Beispielen, welche in dieser Arbeit Erwähnung finden und einen Einblick in unser divergierendes Technikverständnis, sowie in unsere Befürchtungen und Ängste der Entmündigung des Menschen durch Technik und die darin eingeschriebenen moralischen Fragen geben sollen. Es lassen sich Muster einer befürchteten Technisierung erkennen und eine Reihe dystopischer Körperdarstellungen herausarbeiten, welche diesen Befürchtungen Raum zur Entwicklung im Science-Fiction-Film geben.
Abstract
(Englisch)
The mechanization of the living human body, ranging from cardiac stimulators to high-technology prostheses, is evidence of the contemporary process of cyborgization of humankind. This element of the body's mechanization is to be found as a relevant social theme and apprehension in numerous portrayals of dystopic human corpuses within contemporary science fiction movies. The main proposition of this diploma thesis points out that the rapid technological process, which confronts our western society and every individual with in everyday life, is echoed by the negatively connoted intrusion of technology into the human body used as a crucial element in today's science fiction movies. This gloomy vision of the future ranges from determination to dehumanization by machines and body-invasive technology. It is precisely those notions that are equally found in classic anti-utopias of negative system models and appear to translate into our advanced but capitalist and self-absorbed society's very own center – the human body. Science fiction is the only genre that allows a theoretical glance into the future, thereby creating space for self-reflection. The linkage of science and fiction merges two apparent antitheses, culminating in the fusion of every woman and man, allegorizing nature, and technology, representing artificiality. The insight into human mechanization's long tradition and the commencing mechanization of the living human body suggests that the fears and hopes Western societies associate with technology will indeed increase in view of the rapid technical progress. The present thesis discusses questions about the evolution and representation as well as the plastic realization of dystopic corpuses in 21st century science fiction movies. The analysis of relevant works was preceded by critical comparison of texts and sources. GAMER, SOURCE CODE and TRANSFER are just three of numerous cinematic works that the present thesis refers to. They are meant to provide insight both into our divergent appreciation of technology and our fear of incapacitation by means of technologies and the moral issues therein contained. Certain patterns of a dreaded mechanization are discerned and a range of dystopic representations of bodies, which make room for those fears to develop, are presented in detail.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
mechanization human body science fiction movie future dystopia
Schlagwörter
(Deutsch)
Technisierung Leib Science-Fiction-Film Zukunft Dystopie
Autor*innen
Andrea Wöger
Haupttitel (Deutsch)
Die Technisierung des menschlichen Leibes
Hauptuntertitel (Deutsch)
dargestellt an dystopischen Körpern im terrestrischen Science-Fiction-Film des 21. Jahrhunderts
Paralleltitel (Englisch)
The mechanization of the living human body ; depicted as dystopic corpuses in 21st century terrestrial science fiction movies
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
143 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Clemens Stepina
Klassifikation
24 Theater, Film, Musik > 24.34 Filmgattungen, Filmsparten
AC Nummer
AC10799160
Utheses ID
24309
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
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