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Das Lager von Bild zu Bild
Gebrauch, Ästhetik und Erzählstrukturen narrativer Bildserien von Häftlingen aus Zwangslagern im nationalsozialistischen Machtbereich
Jörn Wendland
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Lioba Theis
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29547.37553.617764-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Dissertation beschäftigt sich mit einem Quellenkorpus von 15 verschiedenen narrativen Bildserien, die in Form von losen Bildreihen, gebundenen Heften oder Leporellos von Häftlingen der unterschiedlichen NS-Zwangslager unter schwierigsten Bedingungen geschaffen wurden. In der Forschung sind systematische und multiperspektivische Untersuchungen zu den künstlerischen Bildproduktionen der KZ-Gefangenen bislang kaum präsent, so dass die vorliegende Untersuchung hier einen wertvollen Beitrag leisten kann. Das vorrangige Ziel dieser Arbeit ist die Analyse der narrativen Bildserien aus einer historischen, kunsthistorischen und narratologischen Sicht. Die historische Perspektive ist durch eine Kontextualisierung der Werke in ihrem geschichtlichen und sozialen Umfeld zu erreichen. Hier sind zusätzlich zur Darstellung der konkreten Entstehungsbedingungen und der Materialität der Werke auch die Darstellung der verschiedenen Funktionen wichtig, etwa die Bildserien als Zeugnis und Dokument, als Mittel der Selbstbehauptung und Distanzierung sowie als soziales Medium. Die kunsthistorische Perspektive verfolgt das Ziel, die ästhetische Eigenständigkeit der Bildserien zu würdigen. Hier sollen Aspekte wie Zeichenstil und Porträt, deskriptive und symbolische Ausdrucksweisen sowie der Humor in den Bildern mit bildwissenschaftlichen Methoden analysiert werden. Durch Vergleiche mit anderen Bildwerken – sowohl von Arbeiten aus den NS-Lagern als auch von Bildern außerhalb der Zeit des Nationalsozialismus – werden mögliche kunsthistorische Verbindungslinien deutlich. Schließlich muss auch die Narration umfassend untersucht werden, da die Sequentialität der Bilder zur konstitutiven Ausstattung der Lagerbildserien gehört. Hier gilt es, die besondere Bedeutung der Zeit für die Konstruktion der Bildserien herauszustellen, indem nach den verschiedenen Variationen temporärer Strukturen gefragt wird: Wie werden die historischen, stetig wiederkehrenden Ereignisse in die Form der Bildserie umgesetzt? Auf welche Weise verbinden sich die einzelnen Szenen zu sequentiellen Handlungen? Und wie offenbaren sich die Grenzen der Narration, eben die Diskontinuitäten zwischen den Bildern?
Abstract
(Englisch)
This thesis deals with a corpus of 15 narrative picture series, featuring loosely connected pictures, bound notebooks or fanfold books, which were created by prisoners in Nazi camps under unimaginably difficult conditions. Due to the fact that research of artistic products by concentration camp prisoners with a systematic and multi-perspective approach is rare, this paper, aiming at analyzing the narrative picture series from a historical, art-historical and narratological perspective, will make a valuable contribution. To do justice to the historical perspective the pieces will be shown in their historic and social context. Here, it is important not only to look at the circumstances under which they were created and there materiality but also at their function, be it that of a testimonial, documentation or social medium, or as a means of self-assertion or distancing. Acknowledging the aesthetic autonomy of the pictures series, the art-historical point of view focuses on scrutinizing the graphic style, the portrayal of the figures, the descriptive and symbolic expression and the humor that these pictures display. A comparison with other visual arts found in Nazi-camps and from pre- and post-Nazi periods will show potential connections within an art-historical context. Ultimately, however, the narration itself has to be closely examined, taking into account that the sequential nature of the pictures is a constitutive characteristic. Narratologically the emphasis will be on “time“, this being a crucial factor for the creation of these series. A variety of time-related issues will be analyzed here: How are historically recurring events dealt with within the picture series? How are the different scenes connected with each other to create a sequential storyline? What do the boundaries of narration – portrayed by the discontinuity between the pictures – reveal?

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
National Socialism concentration camps concentration camp prisoners narration picture series
Schlagwörter
(Deutsch)
Nationalsozialismus Konzentrationslager KZ-Häftlinge Narration Bildserien
Autor*innen
Jörn Wendland
Haupttitel (Deutsch)
Das Lager von Bild zu Bild
Hauptuntertitel (Deutsch)
Gebrauch, Ästhetik und Erzählstrukturen narrativer Bildserien von Häftlingen aus Zwangslagern im nationalsozialistischen Machtbereich
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
608 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Lioba Theis ,
Frank Stern
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.24 Zweiter Weltkrieg ,
20 Kunstwissenschaften > 20.10 Kunst und Gesellschaft
AC Nummer
AC10926249
Utheses ID
26061
Studienkennzahl
UA | 092 | 315 | |
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