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Die Patientenverfügung
rechtliche und ethische Aspekte
Philipp Krása
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Betreuer*in
Sigrid Müller
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30202.74891.676465-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Diplomarbeit macht es sich zur Aufgabe, die rechtliche Institution der Patientenverfügung, wie sie das österreichische Patientenverfügungs-Gesetz 2006 entwirft, in ihren diversen Facetten einerseits aus juristischer und andererseits aus moraltheologischer Perspektive zu beleuchten. Das österreichische Patientenverfügungs-Gesetz 2006 reagierte auf das Verlangen von Ärzten, Juristen und Patientenvertretern nach klaren Vorgaben und Handlungsanweisungen im Umgang mit Personen, die Verfügungen betreffend ihren Tod erstellen möchten. Diese Diplomarbeit beleuchtet Ursprung, Bedeutung und die gegenwärtige Formen der Patientenverfügung im deutschen Sprachraum, sowie ähnliche Rechtsinstitute, von denen die Patientenverfügung zu unterscheiden ist. Auch kritische Stimmen, die Versäumnisse und Probleme im Patientenverfügungs-Gesetz 2006 ausmachen, sollen zu Wort kommen. Sowohl die Erfahrung der Krankenanstalten, als auch der Blick über die Grenzen Österreichs hinaus, zeigen auf, dass das Ende des menschlichen Lebens vielfältige Fragen aufwirft: neben existenziellen auch medizinische, juristische, moralische und nicht zuletzt auch theologische. Aus dem moraltheologischen Blickwinkel soll in dieser Diplomarbeit begutachtet werden, wie sich Autonomie und Verantwortung im Kontext des Sterbewunsches zu einander verhalten, worauf sich das menschliche Verfügungsrecht über das Leben beziehen kann – und worauf nicht, und ob der Einzelne Dritte – nämlich die Ärzteschaft – durch eine Patientenverfügung uneingeschränkt in die Pflicht nehmen darf. Wenn über Patientenverfügungen reflektiert wird, darf nämlich niemals außer Acht gelassen werden, dass sich deren Verfasser oftmals in schwierigen Lebenssituationen befinden, was Fragen bezüglich ihrer geistigen Verfasstheit und des den wahren Willen verfälschenden Einflusses von Ängsten aufwirft. Die Tatsache, dass Patientenverfügungen in der Regel Verfügungen enthalten, die sich auf das Leben als solches bzw. auch auf den Tod beziehen, muss Missbrauchsmöglichkeiten vorgebeugt werden. Sowohl das Abhängigmachen des Zugangs zu Einrichtungen vom Vorliegen einer Patientenverfügung, als auch Probleme die sich in der Transplantationsmedizin stellen, werden erörtert. Vor allem aus kirchlichen Kreisen wird die kritische Anfrage gestellt, ob ausreichende Vorkehrungen getroffen wurden, um sozialpsychologischem Druck, der dem ökonomischen Argument folgt, vorzubeugen. Die Bewegungen der Palliativmedizin bzw. des Hospizwesens sollen gleichsam als christliche Pendants zu fragwürdigen gesellschaftlichen Strömungen vorgestellt werden, zumal sie ein genuin jüdisch-christliches Erbe bewahren: das Verständnis von Solidarität und Fürsorge als Leitkategorien der menschlichen Existenz, die stets auf andere hin ausgerichtet ist. Abschließend werden Aufgabenfelder des kirchlich-pastoralen Dienstes in den Bereichen Krankenpflege und Seelsorge dargestellt, die ein Ansporn zum persönlichen Engagement sein sollen, im Sinne des Wahrnehmens von Pflichten, die jeder Christin und jedem Christen zukommen. Patientenverfügungen haben zwar einen festen Platz in der Gesellschaft, sie können jedoch Sorgen und Nöte nicht verringern – dies bleibt Aufgabe einer menschlichen Auseinandersetzung mit kranken und sterbenden Personen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Patientenverfügung
Autor*innen
Philipp Krása
Haupttitel (Deutsch)
Die Patientenverfügung
Hauptuntertitel (Deutsch)
rechtliche und ethische Aspekte
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
111 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sigrid Müller
Klassifikation
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.62 Christliche Ethik
AC Nummer
AC07656901
Utheses ID
2795
Studienkennzahl
UA | 011 | | |
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