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Die Angst vor dem Unbekannten?
Konzepte von Fremdheit im regionalen Kontext des Alten Ägyptens
Jeannette Mayer-Severyns
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Ägyptologie
Betreuer*in
Gerald Moers
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.38630
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29886.60077.616853-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ziel dieser Arbeit ist es, das Verständnis von Fremdheit als reine Kategorie des Auslands innerhalb der Ägyptologie aufzubrechen. Die Verknüpfung dieser beiden Begriffe beruht stark auf der ägyptologischen Auffassung Ägyptens als nationale Einheit, die sich anhand des ägyptischen Quellenmaterials jedoch nicht nachweisen lässt. Im Besonderen konnten hier sogenannte Reiseerzählungen und Weisheitslehren als Basis für die Untersuchung herangezogen werden. Anhand verschiedener Kategorien wurde dargestellt, inwieweit Fremdheit auf regionaler Ebene in die Alltagskommunikation von Personen integriert wird. Das, was als Fremdheit definiert wird, stellt dabei stets ein soziales Konstrukt dar, das vielmehr Differenz- als Fremderfahrungen in den Vordergrund rückt. Negativ bewertete Fremdheit erscheint vor allem im Kontext strukturbildender Umwälzungen, d.h. nur dann, wenn die eigene Struktur gefährdet wird. Einzelpersonen werden zumeist als different wahrgenommen, jedoch in die eigene Vorstellung von Gemeinschaft und Gesellschaft integriert. Damit umfasst Fremdheit keine fixierten Eigenschaften von Personen, sondern arbeitet mit sozialen Zuschreibungen. Zudem konnte festgestellt werden, dass geographischer Raum keine wesentliche Rolle in der Vorstellung von Fremdheit spielt. Diese basiert vielmehr auf sozialen Interaktionen, die nicht an die Vorstellung bestimmter Räume und Grenzen gebunden sind. Dem Begriff der „Fremdheit“ steht der der „Eigenheit“ gegenüber. Regionale Identitätsbildung beruht hierbei v.a. auf der Gemeinschaft von Familie und Freunden; die Eingebundenheit in ein soziales Gefüge wird damit zum höchsten Gut. Auch überregionale Eliten lassen durch ihr Handeln erkennen, dass Lokalität eine übergeordnete Rolle im Leben ägyptischer Bevölkerung spielt, weitestgehend unabhängig von Schichtzugehörigkeiten. Die hohe Bewertung bestimmter sozialer Gefüge liegt dabei jedoch weit unter dem, was als Nationalidentität verstanden werden kann.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Ägyptologie Fremdheit Nation Ausgrenzung Eingrenzung Reiseerzählungen Weisheitslehren Soziologie
Autor*innen
Jeannette Mayer-Severyns
Haupttitel (Deutsch)
Die Angst vor dem Unbekannten?
Hauptuntertitel (Deutsch)
Konzepte von Fremdheit im regionalen Kontext des Alten Ägyptens
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
IV, 79 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gerald Moers
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte ,
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.26 Alter Orient, Nordafrika ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen allgemein > 18.72 Ägyptische Sprache und Literatur ,
71 Soziologie > 71.64 Abweichendes Verhalten ,
73 Ethnologie > 73.45 Einzelne soziale Gruppen, Außenseiter, Randgruppen
AC Nummer
AC12685684
Utheses ID
34223
Studienkennzahl
UA | 066 | 898 | |
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