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Die "Bunkyū-Restauration"
die Wiederherstellung der kaiserlichen Grabmäler in der Bunkyū-Ära (1861-1864) als Baustein der Meiji-Restauration
Brigitte Pickl-Kolaczia
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Japanologie
Betreuer*in
Bernhard Scheid
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29574.41897.889755-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Restaurierung der kaiserlichen Grabstätten in Japan in der bakumatsu-Zeit. In der Mitte der 19. Jahrhunderts sah sich Japan sowohl innen- als auch außenpolitischen Herausforderungen gegenüber, denen die soziale und politische Ordnung des Shōgunats nicht mehr gewachsen war. Es formierten sich verschiedene politische Fraktionen und Ideologien, darunter jene, die eine Wiederherstellung der kaiserlichen Autorität anstrebten. Das Verhältnis zwischen dem Kaiserhof und dem bakufu verschlechterte sich immer mehr. Gründe dafür waren unter anderem die Unterzeichnung der ungleichen Verträge und eine vom bakufu angestrebte Vermählung zwischen dem Shōgun Tokugawa Iemochi und der kaiserlichen Prinzessin Kazu no miya. Mit beidem war der Hof nicht einverstanden und drückte dies auch unmissverständlich aus. Die Stellung des bakufu, die sich immer über die Autorisierung durch den Tennō legitimiert hatte, war ins Wanken geraten. Innerhalb dieser Spannungen sahen sich einige han wie Utsunomiya in einem Zwiespalt. Einerseits war ihr Schicksal eng mit dem des bakufu verbunden, andererseits taten sich immer mehr Interessenskonflikte zwischen den einzelnen han und der Regierung auf. Utsunomiya versuchte dieses Dilemma über ein Projekt zu lösen, von dessen Gelingen sowohl Hof als auch bakufu profitieren konnten: die Restaurierung der kaiserlichen Grabstätten. Bei dem Projekt, das in der Arbeit als Bunkyū-Restauration bezeichnet wird, handelte es sich jedoch um weit mehr als eine bloße Restaurierung. Vielmehr wurde den Grabstätten eine politische Bedeutung verliehen, sie wurden zu Kult- und Verehrungsstätten nach Shintō-Ritus ausgebaut. Dies wurde evident, als Kaiser Kōmei im Herbst 1863 die mittlerweile restaurierte Grabstätte des mythischen Reichsgründers Jinmu besuchte, um dort für die Vertreibung der Ausländer zu beten. Die vorliegende Arbeit umreißt zunächst die Geschichte der kaiserlichen Grabstätten und deren Verehrung. Die Gestaltung und Verehrung der Grabmäler war während ihrer langen Geschichte starken Veränderungen unterlegen. Großen Einfluss hatten unter anderem der Buddhismus aber auch die schwindende politische Bedeutung des Kaiserhauses, das aus Geldnot die Grabstätten seiner Vorfahren nicht mehr erhalten konnte. Um die Bunkyū-Restauration in den historischen Kontext einbetten zu können wird vor der Beschreibung des Projekts die politische und gesellschaftliche Entwicklung Japans im 19. Jahrhundert umrissen. Die bereits angesprochenen innen- und außenpolitischen Schwierigkeiten führten unter anderem dazu, dass der Kaiserhof weiter ins Zentrum des politischen Geschehens gerückt wurde. Die Beschreibung der Bunkyū-Restauration selbst umfasst das gesamte Projekt von der Beantragung beim bakufu, über eine Vorbereitungsphase in Form einer Inspektionsreise und der Identifikation der Grabstätten sowie die eigentlichen Restaurierungsarbeiten bis zur offiziellen Fertigstellung im Jahr 1866. Darüber hinaus werden einige wichtige Persönlichkeiten der Bunkyū-Restauration zur genaueren Betrachtung herausgegriffen. Der letzte Abschnitt vor der Conclusio befasst sich mit den Trauerzeremonien und dem Umgang mit den Grabstätten nach der Bunkyū-Restauration. Die Bunkyū-Restauration hatte großen Einfluss sowohl auf die Wahrnehmung als auch die Behandlung der kaiserlichen Grabstätten. Sie schuf einen Standard in der Gestaltung dieser Orte der Verehrung, der bis heute Bestand hat.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
bakumatsu Tennō Grabstätten
Autor*innen
Brigitte Pickl-Kolaczia
Haupttitel (Deutsch)
Die "Bunkyū-Restauration"
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Wiederherstellung der kaiserlichen Grabmäler in der Bunkyū-Ära (1861-1864) als Baustein der Meiji-Restauration
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
119 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Bernhard Scheid
Klassifikation
15 Geschichte > 15.80 Japan
AC Nummer
AC13037735
Utheses ID
34791
Studienkennzahl
UA | 066 | 843 | |
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