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Feministische Perspektiven auf ursprüngliche Akkumulation
Silvia Magdalena Schröcker
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Birgit Sauer
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29250.74630.472665-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Aktualität des Marxschen Konzepts der „ursprünglichen Akkumulation“ wird seit einigen Jahren in einer zunehmenden Anzahl unterschiedlichster Debattenstränge neu verhandelt. Auffallend ist in der Fülle an neuen Ansätzen allerdings, dass Geschlechterverhältnisse darin zumeist unberücksichtigt bleiben – und das, obwohl feministische Theoretikerinnen unter den ersten waren, die sowohl auf die Fortgesetztheit als auch auf unterschiedliche geschlechtliche Dimensionen von Prozessen der „ursprünglichen Akkumulation“ verwiesen haben. Die „Bielefelderinnen” Maria Mies, Claudia von Werlhof und Veronika Bennholdt- Thomsen begannen sich bereits in den 1970er Jahren mit dem Konzept der „ursprünglichen Akkumulation“ auseinanderzusetzen, um analysierbar zu machen, was in ihren Augen von der Marxschen Darstellung nicht erfasst werden konnte: Die Durchsetzung einer geschlechtlichen und internationalen Arbeitsteilung und die „fortgesetzte ursprüngliche Akkumulation“ im Bereich der Reproduktionsarbeit von Frauen und von Subsistenzbäuer_innen im Globalen Süden, die die Bielefelderinnen als unsichtbare – und unsichtbar gemachte – Basis der Kapitalakkumulation theoretisierten. Die Arbeiten der italienisch-amerikanischen Feministin Silvia Federici haben ebenfalls essentiell dazu beigetragen, „die Sichtweise neuer gesellschaftlicher Subjekte [...], neue Terrains der Ausbeutung und des Widerstands“ (Federici 2012a: 12) sowohl im „Übergang“ vom Feudalismus zum Kapitalismus als auch in aktuellen Prozessen „ursprünglicher Akkumulation“ sichtbar zu machen. In „Caliban und die Hexe“ und in ihren neueren Arbeiten schreibt Federici nicht nur ein Stück vergessener „Frauengeschichte“, sondern verweist auch auf die Heterogenität und Komplexität von Prozessen der „ursprünglichen Akkumulation“, die immer auch auf dem Terrain des Körpers, der Sexualität und von Subjektivierungsweisen ansetzen. Die Arbeiten der Bielefelderinnen und Silvia Federicis verweisen darauf, dass die Analyse von Prozessen „ursprünglicher Akkumulation“ auch aus feministischer Sicht ein wichtiges Feld darstellen kann. Zentrale Fragen, die es aus materialistisch- feministischer Sicht zu bearbeiten gälte, beziehen sich einerseits auf die Bedeutung der geschlechtlichen Arbeitsteilung im Kapitalismus und auf das Verhältnis von Reproduktionsarbeit zur “eigentlichen” Kapitalakkumulation; andererseits aber auch auf die Prozesse der Restrukturierung von Geschlechterverhältnissen im Kontext aktueller kapitalistischer Entwicklungsdynamiken und fortgesetzter Prozesse „ursprünglicher Akkumulation“. In dieser Arbeit soll zum einen herausgearbeitet werden, welche Ansätze zur Bearbeitung dieser zentralen Fragestellungen in den Arbeiten der Bielefelderinnen und Federicis auszumachen sind. In einer kritischen Evaluierung soll im Anschluss daran erhoben werden, welche Erkenntnisse in den Ansätzen erbracht wurden, aber auch, welche Leer- und Schwachstellen dabei zum Ausdruck kommen. Abschließend werde ich danach fragen, ob eine Weiterbeschäftigung mit dem Konzept der „ursprünglichen Akkumulation“ aus materialistisch-feministischer Perspektive sinnvoll erscheint.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Feminismus Ursprüngliche Akkumulation
Autor*innen
Silvia Magdalena Schröcker
Haupttitel (Deutsch)
Feministische Perspektiven auf ursprüngliche Akkumulation
Paralleltitel (Englisch)
Feminist perspectives on primitive accumulation
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
99 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Birgit Sauer
Klassifikation
89 Politologie > 89.05 Politische Theorie
AC Nummer
AC12704898
Utheses ID
34915
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
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