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Diffracting the rays of technoscience
toward a philosophy of apparatuses of bodily production
Josef Barla
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Diss.geb.: Philosophie, IK: Gender, Violence and Agency in the Era of Globalization)
Betreuer*in
Mona Singer
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30078.67909.291261-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Im Zentrum der vorliegenden Dissertation steht die Erarbeitung eines technikphilosophischen Verständnisses, welches erlaubt analytisch in den Blick zu nehmen, wie nicht nur jeweils bestimmtes Wissen über Körper, sondern auch bestimmte körperliche Materialitäten und mit diesen bestimmte Ontologien und Politiken durch Techniken und technowissenschaftliche Praktiken – die ihrerseits als vielschichtige Verschränkungen von menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren, und damit als „relationale Matrizen“ (Haraway) verhandelt werden – performativ in Kraft gesetzt werden. Unter Heranziehung der physikalischen Metapher der ‚Diffraktion’ (Barad; van der Tuin) als ein methodologisches Instrument für das produktive „Durch-Einander-Lesen“ von Theorien, argumentiere ich nicht nur für ein Verständnis von Technik als nicht ‚das Andere’, sondern erarbeite auch ein philosophisches Verständnis des Körpers, welches verspricht, diesen als immer schon auf vielschichtige Weise verschränkt mit Techniken begreifen zu können. Im Konzept des ‚Apparates körperlicher Produktion’ fädle ich in der Folge diese philosophischen Überlegungen zusammen. Aufbauend auf den epistemologischen und ontologischen Überlegungen der feministischen Quantenphysikerin Karen Barad, argumentiere ich hierbei für ein Verständnis Apparate körperlicher Produktion als performative materiell-diskursive Praktiken durch die spezifische (materielle) Phänomene jeweils in Kraft gesetzt werden, die selbst wiederum stets als Teil dieser Apparate zu begreifen sind. Solch eine Konzept des Apparates körperlicher Produktion funktioniert, wie ich in der Folge darstelle, auf zwei Ebenen. Auf der einen Ebene verweist der Begriff als eine Denkfigur auf jeweils spezifische ‚Orte’ an denen biologische, technische, soziale, ökonomische und politische Kräfte intra-agieren und dabei jeweils spezifische materiell-diskursive Phänomene in Kraft setzen. Auf der anderen Ebene fungiert das Konzept als ein analytisches Werkzeug für technikphilosophische Untersuchungen von Techniken und Körpern in ihren vielschichtigen Verschränkungen. Unter Heranziehung des erarbeiteten technikphilosophischen Konzepts des Apparates körperlicher Produktion gehe ich anhand zweier Beispiele – dem Human Provenance Pilot Project (ein von der UK Border Agency ins Leben gerufene Projekt mit dem Ziel durch DNS- und Isotopenanalyse die „wahre ethnische und nationale Herkunft“ von afrikanischen Asylsuchenden bestimmten zu können) sowie dem Spirometer (ein medizinisches Instrument zur Messung der Lungenkapazität und Lungenfunktion mit einer zutiefst rassistischen Geschichte) – der Frage nach, wie in beiden Fällen nicht nur ein bestimmtes Wissen über (bestimmte) Körper hergestellt wird, sondern auch die korrespondierenden Körper selbst sowie die ihnen zugeschriebenen Eigenschaften performativ in Kraft gesetzt werden, und welche Rolle den involvierten Körpern hierbei zukommt.
Abstract
(Englisch)
This doctoral thesis is led by the question of how specific bodily materialities, and with them also particular ontologies and politics, are performatively enacted through technologies and technoscientific practices. Employing the optical metaphor of diffraction as a methodological tool for reading the work of Bruno Latour, Gilbert Simondon, and Donna Haraway ‘through one another’, I not only argue for an understanding of technology as not the Other to the body but also outline an understanding of the body as the intra-active effect of fields of forces, allowing it not only to be understood as always-already entangled with technologies but also as anything but a mute, passive object. In what follows, I tie these philosophical considerations together within the concept of the 'apparatus of bodily production'. Understanding apparatuses of bodily production, following the epistemology of the quantum physicist and philosopher Karen Barad (2007), as material discursive practices that help constituting specific phenomena, of which they simultaneously form a part, I develop an understanding of the concept of the apparatus of bodily production that functions on two levels. On the one level, it refers to specific sites where biological, technological, social, economic, and political forces intra-act and in doing so mutually materialize specific (material-discursive) phenomena. On the other level, it functions as an analytical tool for technophilosophical investigations of technologies and bodies in their multiple entanglements. In the following, I employ this method for a theorization of two phenomena regarding the question of how specifically reconfigured bodies come to matter in their entanglement with particular technologies and technoscientific practices, and along with which ethical and political consequences: the spirometer—a medical instrument for measuring lung capacity that was invented in the 1850s by the British surgeon John Hutchinson with a deeply racist history—and the Human Provenance Pilot Project—a project initiated by the UK Border Agency in 2009, involving DNA and isotope testing of asylum seekers to determine their supposed “true country of origin”.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Apparatus of bodily production Bruno Latour diffraction Donna Haraway Karen Barad materialization new materialism philosophy of technology race relational ontology
Schlagwörter
(Deutsch)
Apparate körperlicher Produktion Bruno Latour Diffraktion Donna Haraway Karen Barad Materialisation New Materialism Philosophie der Technik 'race' relationale Ontologie
Autor*innen
Josef Barla
Haupttitel (Englisch)
Diffracting the rays of technoscience
Hauptuntertitel (Englisch)
toward a philosophy of apparatuses of bodily production
Paralleltitel (Deutsch)
Diffracting the Rays of Technoscience: Zu einer Philosophie Apparate körperlicher Produktion
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
iv, 235 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Iris Van der Tuin ,
Cecilia Åsberg
Klassifikation
08 Philosophie > 08.99 Philosophie: Sonstiges
AC Nummer
AC13280884
Utheses ID
36293
Studienkennzahl
UA | 792 | 296 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1