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Hören im DaZ-Unterricht für Erwachsene
eine Interviewstudie
Brigitte Eibl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Deutsch UF Psychologie und Philosophie
Betreuer*in
Karen Schramm
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24223.93454.275458-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Frage des Stellenwertes des Hörverstehens im Kontext des DaZ-Unterrichts für Erwachsene. Ziel dieser Untersuchung ist die Eruierung, wie diese Basisfertigkeit konkret – unabhängig von der sprachlichen Niveaustufe – gefördert und eingesetzt wird. Zudem wird von der Annahme ausgegangen, dass Hörverstehen im DaZ-Unterricht überwiegend mittels Standardhörtexten und dazugehörigen Aufgabenformaten, die in konventionellen Lehrwerken zu finden sind, geschult wird. Nach der Vorstellung der Forschungsfragen sowie der Zielsetzung und des Gangs der Untersuchung gliedert sich der Aufbau der Arbeit in zwei Bereiche. Der erste Teil widmet sich einem theoretischen Überblick über den Forschungsstand. Dem Versuch einer Begriffsklärung, der die Ermittlung des Stellenwertes des Hörverstehens im unterrichtlichen Kontext, Einflussfaktoren auf das Hörverstehen sowie wesentliche Aspekte des Verstehensprozesses umfasst, folgen Ausführungen zu Möglichkeiten der Optimierung der Hörverstehensfertigkeit. Den Abschluss dieser theoretischen Darlegungen stellt die Auseinandersetzung mit der Möglichkeit der Überprüfung der Hörverstehensfertigkeit dar. Der zweite Teil der Arbeit geht auf die qualitative Untersuchung genauer ein. Die Vorstellung des Untersuchungsgegenstands umfasst unter anderem die Darstellung der Forschungsfragen, die Erhebungsmethode, Transkription und Methodik der Datenauswertung. Aufgrund der besonderen Wichtigkeit ethischer Überlegungen zum Forschungsvorhaben wird darauf explizit eingegangen. Anschließend erfolgt die Datenauswertung und Interpretation. Das Fazit bietet eine Reflexion der bedeutendsten Aspekte dieser Arbeit. Als Auswertungsmethode kommt die induktive Kategorienbildung, die eine Untermethode der zusammenfassenden qualitativen Inhaltsanalyse ist, zum Einsatz. Vorteil dieser Methode ist die Reduktion des Materials auf das Wesentliche, was die Auswertung aufgrund der überblickshaften Darstellung der bedeutenden Aspekte der Aussagen aus den Interviews erleichtert. Die empirische Analyse des Datenmaterials zeigt unter anderem, dass der Stellenwert des Hörverstehens für alle Befragten von besonderer Wichtigkeit ist, da diese Kompetenz die Basis für den Spracherwerb darstellt und jene Fertigkeit ist, die in der lebensweltlichen Realität am meisten Anwendung findet. In diesem Zusammenhang wird jedoch betont, dass die Förderung des Hörverstehens in unterschiedlicher Intensität abhängig vom sprachlichen Niveau der Lernenden stattfindet. Den Forschungsergebnissen zufolge wird hinsichtlich der Schulung des Hörverstehens bevorzugt auf die Einbindung von Authentizität geachtet. Allerdings muss diesbezüglich angemerkt werden, dass die Auffassungen, welche Materialien als authentisch eingestuft werden, variieren. So werden Lehrwerke von einem Teil der Untersuchungsteilnehmenden als authentisch eingestuft, der Rest der Befragten ist jedoch konträrer Meinung. Weitere Methoden, die hinsichtlich der Förderung der Hörverstehenskompetenz genannt werden, sind die Verwendung der Dreiphasigkeit des Hörens sowie Übungen und Aufgaben, die an den Hörprozess anschließen und das Maß des Verstehens des Gehörten eruieren. Allerdings wird angemerkt, dass das Einhalten der drei Phasen des Hörens nicht zwingend als starres Konstrukt angesehen werden muss, sondern dieses durchaus an individuelle Bedürfnisse des Unterrichts, beispielsweise durch Weglassen einer Phase oder Fortsetzung der Phasen zu einem anderen Zeitpunkt, angepasst werden kann. In Bezug auf Verbesserungsvorschläge hinsichtlich der Darbietung und Aufbereitung der Förderung der Hörverstehenskompetenz in Lehrwerken zeigen die Untersuchungsergebnisse deutlich den Wunsch nach einer größeren Auswahl an authentischen Hörmaterialien, die die in der Realität vorkommenden sprachlichen Erscheinungen in ihrer Vollständigkeit abbilden und die Lernenden auf die sie außerhalb des Kursraumes umgebende Lebenswelt adäquat vorbereiten. Angesichts der Bedeutung des Hörverstehens in Hinblick auf den Spracherwerb und die lebensweltliche Praxis kann zusammenfassend festgehalten werden, dass diese Fertigkeit in Zukunft an Stellenwert nicht verlieren wird, sondern mit dem Fortschreiten der Technisierung, möglicherweise auch in Verbindung mit der bildlichen Visualisierung, stärker in den Vordergrund treten wird. Dem Wunsch nach Authentizität der Materialien sollte in diesem Zusammenhang nachgekommen werden, da lediglich die authentische Darbietung von Hörtexten die lebensweltliche Realität der Kursteilnehmer und Kursteilnehmerinnen widerspiegelt und Lernende auf die Umgebungsbedingungen effektiv vorbereiten kann.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Hören Hörverstehen Stellenwert des Hörverstehens Einflussfaktoren auf das Hörverstehen Verstehensprozesse Hörstrategien Hörphasen Hörstile Überprüfung der Hörverstehensfertigkeit
Autor*innen
Brigitte Eibl
Haupttitel (Deutsch)
Hören im DaZ-Unterricht für Erwachsene
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Interviewstudie
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
167 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Karen Schramm
Klassifikationen
18 Einzelne Sprachen und Literaturen allgemein > 18.09 Deutsche Sprache ,
80 Pädagogik > 80.99 Pädagogik: Sonstiges ,
81 Bildungswesen > 81.51 Lernprozess
AC Nummer
AC13236880
Utheses ID
37450
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 299 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1