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"Untertanen des Sultans oder des Kaisers"
Struktur und Organisationsformen der beiden Wiener griechischen Gemeinden von den Anfängen im 18. Jahrhundert bis 1918
Anna Ransmayr
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Byzantinistik und Neogräzistik
Betreuer*in
Maria Stassinopoulou
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15482.01573.125960-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Dissertation befasst sich anhand der Verwaltungsgeschichte der beiden griechischen Gemeinden in Wien (Gemeinde zum Hl. Georg der osmanischen Untertanen und Gemeinde zur Hl. Dreifaltigkeit der k.k. Untertanen) mit der Migration aus dem Osmanischen Reich in die Habsburgermonarchie. Dabei können sowohl die Begriffe „Grieche“ als auch „Gemeinde“ zwischen einer religiös-konfessionellen, einer wirtschaftlichen und einer ethnischen Bedeutung nicht eindeutig definiert werden, weshalb eine nationalhistoriographische Perspektive dem Thema nicht gerecht wird. Vielmehr prägte die Zugehörigkeit zu einem der beiden Vielvölkerreiche Identität und Selbstverständnis der Wiener „Griechen“ und manifestierte sich in der Existenz zweier getrennter Kirchengemeinden. Bei dem Kollektiv, aus dem die Gemeinden hervorgingen, handelte es sich um christliche Händler aus den Balkangebieten des Osmanischen Reichs mit unterschiedlichem ethnischem Hintergrund, deren professionelle Homogenität sich in ihrer räumlichen Konzentration im Wiener Handelsviertel manifestierte. Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung wurden die Gemeinden mit kaiserlichen Privilegien ausgestattet, die ihnen eine besondere Autonomiestellung innerhalb der orthodoxen Kirchenhierarchie garantierten. Die Analyse der rechtlichen Grundlagen der Gemeinden zeigt, wie selbige in Reaktion auf interne Krisen und externe Bedrohungen angepasst wurden, wobei besonders der Verteidigung der Autonomiestellung große Bedeutung zukam. Dabei kam es vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgrund der Veränderung der Zusammensetzung der orthodoxen Bevölkerung Wiens und kirchenpolitischer Entwicklungen innerhalb der Habsburgermonarchie sowie der geopolitischen Veränderungen in Bezug auf das Osmanische Reich, zu Verschiebungen. Da es sich bei beiden Gemeinden um österreichische Institutionen handelte, entwickelte sich eine spezifische habsburgisch-griechische Identität, die mit der Eingliederung ins Wirtschaftsbürgertum der Habsburgermonarchie einherging.
Abstract
(Englisch)
The dissertation by means of the administrative history of Vienna’s two Greek communities (community of St. George of the Ottoman subjects and community of the Holy Trinity of the Austrian subjects) deals with the subject of migration from the Ottoman Empire to the Habsburg Monarchy. The terms „Greek“ and „community“ remain ambiguous between an religious, an economic as well as an ethnic meaning. Thus a national historiographic perspective on the subject is misleading. It was rather the affiliation to one of the two multi-ethnic empires that shaped the identity of the Viennese „Greeks“ and resulted in the existence of two distinct church communities. The collective the communities originated from was formed by Christian merchants from the Balkans with different ethnic backgrounds. Their professional homogeneity manifested itself in their spatial concentration in Vienna’s trade quarter. Due to their economic importance the communities received imperial privileges that guaranteed them an autonomous position regarding the orthodox church hierarchy. The analysis of the legal foundations of the communities shows that they were adapted in reaction to internal crises and external threats with an emphasis on the defence of their autonomy. The changed composition of the orthodox population of Vienna and ecclesiastical developments inside the Habsburg Monarchy as well as the geopolitical upheavals regarding the Ottoman Empire led to changes in the second half of the 19th century. As the communities were Austrian institutions, a specific Habsburg-Greek identity evolved, that went along with their integration into the business elite of the Habsburg Monarchy.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Vienna Greeks Greek communities history ca. 1700 - 1918
Schlagwörter
(Deutsch)
Wien Griechen griechische Gemeinden Geschichte ca. 1700 - 1918
Autor*innen
Anna Ransmayr
Haupttitel (Deutsch)
"Untertanen des Sultans oder des Kaisers"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Struktur und Organisationsformen der beiden Wiener griechischen Gemeinden von den Anfängen im 18. Jahrhundert bis 1918
Paralleltitel (Englisch)
"Subjects of the sultan or the Kaiser"
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
vi, 692 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Maria Stassinopoulou ,
Andreas Müller
Klassifikationen
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.57 Ostchristentum ,
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.60 Schweiz, Österreich-Ungarn, Österreich ,
15 Geschichte > 15.68 Türkei ,
15 Geschichte > 15.69 Griechenland ,
15 Geschichte > 15.70 Balkanstaaten
AC Nummer
AC13333377
Utheses ID
38543
Studienkennzahl
UA | 092 | 383 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1