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Inside a historical dead end street?
ethnicity, conflict and images of belonging in Moldova
Kirsten Saxinger
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Kultur- und Sozialanthropologie
Betreuer*in
Andre Gingrich
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29613.21199.324670-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In den Jahren 1989–1992 war die damalige Moldawische Sozialistische Sowjetrepublik Schauplatz eines Konflikts zwischen der rumänischsprachigen Bevölkerungsmehrheit und ethnischen Minderheiten, vor allem Russen und Gagausen. Der Konflikt mit den Gagausen konnte friedlich beigelegt werden; die Spannungen zwischen der Regierung und der mehrheitlich von Russen bewohnten Region Transnistrien im östlichsten Teil des Landes verschärften sich zusehends und eskalierten 1992 in einem kurzen Bürgerkrieg. Die Themen Sprache und ethnische Identität und ihre (vorgestellte) Verbindung dominierten in diesem Konflikt den Diskurs aller beteiligten Parteien. In meiner Arbeit untersuche ich die Vorstellung von Sprache als Symbol ethnischer Identität, und den ideologischen Gebrauch von Sprache, um Bilder und Gefühle der Zugehörigkeit und der Identifikation herzustellen, sowie deren Aufnahme auf individueller Ebene. Meine Daten gewann ich auf Grundlage einer insgesamt 18-monatigen Feldforschung durch teilnehmende Beobachtung, zahlreiche informelle Gespräche und formale (teilweise auch auf Tonband aufgenommene) Interviews. Weiters analysierte ich Zeitungen aus den Jahren 1988-1992, um die wichtigsten Themen und Argumentationsmuster der Konfliktparteien zu identifizieren. Die Vorstellung von Sprache als Symbol ethnischer Identität prägt die Geschichte der Region seit den 1920er Jahren. Ein weiterer Teil meiner Arbeit beschäftigt sich daher mit der Einbettung des aktuellen Konflikts in den größeren historischen Kontext. Der grundlegend politische Konflikt endete in einer de facto Spaltung des Landes. Ethnische Diversität, unterschiedliche Vorstellungen von nationaler Zugehörigkeit, sowie geopolitische Interessen erschweren das Finden einer gemeinsamen Position und damit eines Weges aus der gegenwärtigen Sackgasse.
Abstract
(Englisch)
In the years 1989-1992 the then Moldovan Socialist Soviet Republic had been home to a conflict between the Romanian-speaking majority and ethnic minority groups, i.e., Russian and Gagauz. The conflict with the Gagauz could be settled peacefully; tensions with the Russian-dominated eastern Region of Transnistria eventually led to a civil war in 1992. The conflict bore an ethnic coloring since it had been dominated by issues of language and ethnic identity and their presumed connection. In my work, I investigate how the notion of language as symbol of ethnic identity and belonging has been constructed and promoted on political level, and how it has been perceived and interpreted by individual Moldovans. The notion’s origins date back to the 1920s; part of this work therefore consists in putting the recent conflict in the greater historical context of Moldova’s incorporation into the Russian and later Soviet empire. For my work, I conducted an ethnographic field study in Moldova. I conducted numerous interviews (informal and taped) and studied newspapers published between 1988 and 1992 to identify the issues most heatedly debated and the respective argumentation of the parties involved in the conflict. This essentially political conflict led to a de facto separation of the country. Ethnic diversity, differing images of national belonging and geopolitical interests render it difficult for all political forces to reconcile these opposing views and move out of the current dead end street.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Cultural and Social Anthropology Republic of Moldova Transnistria Conflict Linguistic Ideology Ethnicity Romanian Moldovan
Schlagwörter
(Deutsch)
Kultur- und Sozialanthropologie Republik Moldau Transnistrien Konflikt Sprachideologie Ethnizität Rumänisch Moldauisch
Autor*innen
Kirsten Saxinger
Haupttitel (Englisch)
Inside a historical dead end street?
Hauptuntertitel (Englisch)
ethnicity, conflict and images of belonging in Moldova
Paralleltitel (Deutsch)
In einer historischen Sackgasse? : Ethnizität, Konflikt und Bilder der Zugehörigkeit in der Republik Moldau
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
219 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Andre Gingrich ,
Peter Schweitzer
Klassifikationen
73 Ethnologie > 73.08 Regionale Ethnologie ,
73 Ethnologie > 73.96 Ethnische Identität
AC Nummer
AC13458047
Utheses ID
39811
Studienkennzahl
UA | 092 | 307 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1