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Privatisierung in Österreich unter besonderer Berücksichtigung von Effizienzkriterien und strategischem Eigentum
Michael Mühlböck,
Roland Heinesch
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Ingfrid Schütz-Müller
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29209.45813.221065-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Privatisierung avancierte in Österreich spätestens in den Legislaturperioden der ÖVP/FPÖ- bzw. ÖVP/BZÖ- Koalitionen in den Jahren 2000 – 2006 zu einem zentralen Thema der österreichischen Wirtschaftspolitik. Die Gründe für die in diesem Ausmaß in Österreich noch kaum erlebte Privatisierungswelle sind mannigfaltig und reichen von pragmatischen Intentionen zum Lukrieren von Mehreinnahmen für die Budgetkonsolidierung des öffentlichen Haushaltes, über den Wunsch nach Effizienzerhöhung zur Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt und/oder zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Staates, dem Ziel der Stimmenmaximierung und Begünstigung von WahlkampfunterstützerInnen politischer Parteien, bis hin zu ordnungspolitischen bzw. ideologischen Motiven. In der vorliegenden Diplomarbeit wird neben einer Abhandlung der österreichischen Privatisierungsgeschichte (mit Schwerpunkt 1986 – 2008) und einer Analyse von allgemeinen Privatisierungsursachen vor allem den Fragen nachgegangen, ob Privatisierungsmaßnahmen in Österreich tatsächlich zu einer Effizienzsteigerung geführt haben und in welchem Konnex Privatisierung zum strategischen Eigentum steht. Die realpolitische Relevanz von letzterem steigt insofern gegenwärtig sukzessive, als dass aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise die Stabilitäts- und Allokationsfähigkeit des freien Marktes vermehrt angezweifelt wird und die Relevanz staatlicher Aufgaben, Interventionen und Kontrollmechanismen, wie selbst Teilverstaatlichungen als notwendige Korrektive der freien Marktwirtschaft nach einer Periode der Dominanz neoliberaler Paradigmen vermehrt in das Zentrum wirtschaftspolitischer Diskussionen zurückkehren. Letztlich wird in der Arbeit reüssiert, dass strategisches Eigentum weder im Widerspruch zu Effizienzkriterien, noch zu Privatisierungsmaßnahmen stehen muss. Für eine adäquate Erörterung der Frage nach einer Effizienzsteigerung ehemals öffentlicher Betriebe durch Privatisierung bedarf es ex ante einer Differenzierung des Effizienzbegriffes. In dieser Arbeit wird u.a. zwischen Produktionseffizienz, welche das Verhältnis von Input- zu Outputfaktoren einzelner Betriebe beschreibt, Allokationseffizienz, die eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung inne hat, und fiskalischer Effizienz, welche die Auswirkungen auf den öffentlichen Haushalt tangiert, unterschieden. Bezüglich ersterer konnten für Österreich durchaus – wenn auch nur geringe – Steigerungen festgestellt werden; über eine Veränderung der allokativen Effizienz ist es – schon wegen der diskutablen Indikatorenfestlegung und dem Problem von nicht ausreichend vorhandenen Daten – bereits schwierig, solide Aussagen zu treffen; und fiskalische Effizienzkriterien werden von den zu Rande gezogenen Studien quantitativ letztlich kaum bis gar nicht mehr tangiert. In genere wird konkludiert, dass Staatsbetriebe zu einem höheren Arbeitseinsatz bei geringerer Kapitalintensität, sowie zu einer niedrigeren Produktions- und höheren Allokationseffizienz tendieren. Ob Privatisierungsmaßnahmen zwischen 1986 und 2008 in Österreich eine gesamtwirtschaftliche Effizienzsteigerung bewirkt haben, kann in dieser Arbeit damit aufgrund fehlender – v.a. umfassender – empirischer Analysen nicht eindeutig beantwortet werden. Es besteht in dieser Hinsicht definitiv Forschungsbedarf an quantitativen Studien
Abstract
(Englisch)
Privatisation became a particularly big issue in economic policy during the coalition between the Austrian conservative party and Austria’s liberal party from 2000 to 2006. The reasons for Austria’s first privatisation wave are varied. Reasons include (i) economic policies to increase income for purposes of national budget consolidation, (ii) efficiency gains to enhance social welfare, (iii) increasing Austria’s competitiveness in the international sphere, (iv) the maximisation of votes and providing favours to political supporters, (v) regulatory policies and (vi) ideological motives. This present thesis will summarise the Austrian history of privatisation focusing on the years 1986 to 2008. It will analyse the reasons for privatisation in general. Further it will be looked into whether measures of privatisation in Austria have actually lead to a rise in efficiency. The question whether a link between privatisation and strategic ownership exists will also be considered. In terms of Realpolitik the relevance of the above is increasing at present. Due to the financial crisis there are serious doubts that the open market is capable of providing stability and efficient resource allocation. After years dominated by a neo-liberalist paradigm, state intervention and control mechanisms (necessary corrections like partial nationalisation) will return to be central in discussions. The final analysis concludes that strategic ownership does not have to contradict arguments based on efficiency criteria or privatisation. To discuss rises in efficiency arising from privatisation in former state-owned companies it is necessary to define the term efficiency. This analysis will differentiate between efficiency in terms of productivity (relation between factors of input and output), efficiency in terms of resource allocation (taking a macroeconomic view) and fiscal efficiency (with a view on budgetary impact). As to efficiency in productivity the results show a small but significant increase in Austria. It is complex to present the findings on efficiency allocation as the mere indicator selection seems difficult. Additionally few data exist. On the basis of these premises it is difficult to draw clear conclusions. Finally quantitative data for fiscal efficiency criteria are hardly mentioned in surveys that have been reviewed. In conclusion, state-owned companies tend to use a higher amount of labour at lower intensity of capital, lower productive efficiency but higher efficiency in allocation. Whether privatisation between 1986 and 2008 has caused a macro-economic rise in efficiency cannot be concluded due to missing or incomplete empirical data. Therefore there is a definite need for further research regarding the issue of privatisation and efficiency. .

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
privatization efficiency Austria strategic property
Schlagwörter
(Deutsch)
Privatisierung strategisches Eigentum Effizienz Österreich
Autor*innen
Michael Mühlböck ,
Roland Heinesch
Haupttitel (Deutsch)
Privatisierung in Österreich unter besonderer Berücksichtigung von Effizienzkriterien und strategischem Eigentum
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
510 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ingfrid Schütz-Müller
Klassifikation
89 Politologie > 89.59 Politische Prozesse: Sonstiges
AC Nummer
AC13082990
Utheses ID
4001
Studienkennzahl
UA | 300 | | |
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