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Sprache als Integrationsinstrument
die Bedeutung von Sprache und Spracherwerb für die Integration von MigrantInnen am Beispiel Hasenleiten in Wien-Simmering
Sandra Lödl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg. UF Geographie und Wirtschaftskunde
Betreuer*in
Peter Jordan
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-31183.72604.844260-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit dem Thema „Sprache als Integrationsinstrument. Die Bedeutung von Sprache und Spracherwerb für die Integration von MigrantInnen am Beispiel des Stadtteils Hasenleiten in Wien- Simmering.“ Um diese Thematik hinreichend zu erläutern, war es essentiell, einerseits theoretische Bezüge zu finden und andrerseits empirisch zu forschen. Kommunikation als Schlüssel zur Integration, ist der entscheidende Ansatz der Diplomarbeit und wird auch in der Literatur und in Studien unterstützt. Die zu integrierenden Personen sind in diesem Fall die MigrantInnen. Doch auch die Erkenntnis, dass gesamtgesellschaftliche Veränderungen stattfinden, wodurch auch Menschen österreicherischer Herkunft einen integrativen Beitrag liefern müssen, wurde gewonnen. Die Begriffe „Migration“ und „MigrantInnen“ werden eingehend definiert und es wird gezielt auf die Situation in Österreich eingegangen, aus einem sowohl historischen als auch aktuell statistischen Blickwinkel. Für eine Analyse der Verhältnisse zwischen MigrantInnen und der Mehrheitsgesellschaft spielt Segregation eine entscheidende Rolle. In Vergleichen mit Ländern wie Frankreich und den Vereinigten Staaten von Amerika zeigt sich ein erheblicher Unterschied zu Österreich, bei welchem Österreich einen wesentlich geringeren Segregationsindex aufweist. Dieser Umstand kann weitgehend sozialstaatlichen Initiativen zugeschrieben werden. Ausgeprägte Segregation ist aber im Grunde eine Folge nicht funktionierender Integration. Kommunikation kann dem entgegenwirken, Stereotypen abbauen und interethnische Beziehungen jeglicher Art fördern. Für ein Gelingen ist das Beherrschen der deutschen Sprache unerlässlich, das Erlernen ist jedoch von unterschiedlichen Komponenten abhängig, die nicht alle Personen gleichermaßen erfüllen. Laut Studien, wie auch die eigens durchgeführten Befragung, sind bestimmte Personengruppen, wie Frauen, die aufgrund von Familiennachzug nach Österreich migrierten oder Menschen mit niedrigen muttersprachlichen Kenntnissen, gehäuft von Problemen der deutschen Sprache betroffen. Nach einer Ausarbeitung der Theorien wird genauer auf ein Viertel in Wien Simmering, genannt „Hasenleiten“, eingegangen, das mir aufgrund der historischen Entwicklung interessant erschien. Ziel war es, durch eine Befragung der BewohnerInnen eines bestimmten Stadtteils Kenntnisse über das Zusammenleben verschiedener Kulturen zu gewinnen und zu erfahren, welche Personengruppen zusammenleben und in welchem Maße diese als integriert angesehen werden. Durch die ermittelten hohen Werte an MigrantInnen zweiter Generation und Menschen nicht deutscher Muttersprache, ergibt sich eine andere Realität, als die Daten von Statistik Austria erahnen ließen. Fragen, die sich auf die Deutschkenntnisse, muttersprachliche Kenntnisse und auf den Gebrauch der Sprachen in verschiedenen Lebenssituationen beziehen, gehen auf die sprachliche Integration ein. Eine Erkenntnis ist, dass das Sprechen der deutschen Sprache im Freundeskreis, wenn man auch selbst eine andere Erstsprache hat, durchaus üblich ist, was auf interethnische Freundschaften hinweist und sich gegen eine ausgeprägte Segregation wendet. Weitere Fragen sollen den Toleranzgrad gegenüber Menschen mit anderer Religion, Sprache, Herkunft oder Kultur messen, wodurch sich interessante Ergebnisse zeigten, die auch mit den bearbeiteten Theorien korrelieren und beispielsweise aussagen, dass sich Menschen wesentlich toleranter zeigen, wenn der Willen des Gegenüber spürbar wird, die deutsche Sprache auszuüben, auch wenn diese noch nicht fehlerfrei beherrscht wird. In der Schlussfolgerung werden Theorie und Empirie zusammengeführt und verifizierbare, respektive falsifizierbare, Ansätze erläutert.
Abstract
(Englisch)
This thesis treats the topic of “Language as a means of integration. The role of language and language acquisition in the process of integration of immigrants in the Viennese quarter of Hasenleiten”. In order to successfully analyze this subject, it was necessary to find theoretical resources as well as determine results on the base of empirical research. The main approach of this thesis is that communication is the most important contribute to the process of integration. This theory is supported in literature and other studies. In this case, the persons to be integrated are the immigrants. Throughout the research for the thesis, it was noticed that immigration causes changes in the overall society, which means that persons of Austrian origin have to contribute to the integration as well. The terms “migration” and “immigrants” are thoroughly defined. The main focus throughout the whole thesis is on the relevant situations in Austria, taking into account both historical and current statistics. In order to successfully analyze the relations between immigrants and the rest of the society, it is necessary to take into account the element of segregation. In comparison with countries like France or the United States of America, a big difference regarding segregation can be noted in Austria. The segregation level in Austria is way lower than in the compared countries. The resulting circumstances can be attributed to social initiatives carried out by the state. Distinctive segregation is generally a result of dysfunctional segregation. Communication can counteract that form of segregation, reduce stereotypes and support relations between different ethnic groups. Successful communication and therefore successful integration, requires the mastery of the German language. The acquisition of the German language is dependent on different components that are not always equally fulfilled by the persons involved. Studies, as well as the interviews carried out in the empirical part of the thesis, have shown that certain groups of people are more likely to have difficulties regarding the acquisition and mastery of the German language. Examples include women who have immigrated to Austria as a result of joining their migrating families, and people with little knowledge of their own native language. After a thorough elaboration on the relevant theories, this thesis will focus on a specific quarter in the Viennese district of Simmering. This specific quarter is called “Hasenleiten” and was chosen for this thesis due to its relevant historical development. The goal of the empirical part was to use interviews with inhabitants of a specific place to gain more knowledge about their living together with different cultures and find out whether certain ethnic groups are perceived as successfully integrated. The results have shown a high percentage of second- generation immigrants and people of native languages other than German. These results show a situation different from what was expected after examining the statistics of “Statistik Austria”. Questions regarding the individuals` personal perception of their German and native language skills and the use of those languages in different life situations are tailored to find out more about the linguistic integrations of the inhabitants involved in the interviews. One conclusion is that the use of the German language between friends is usual, even if the mother-tongue of the interviewed person is not German. This is a sign of relations between different ethnic groups which counteracts segregation. Further questions were asked to define the range of tolerance towards people of different origins, religions, languages and cultures. The results correspond with the theories used in the thesis and state that people are more tolerant when the other persons shows a certain interest to learn the German language, even if it is not yet mastered perfectly. The conclusion will combine the theoretical and the empirical of this thesis and elaborate on respective verifiable and refutable results and approaches.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
migration migrants Integration language Vienna Hasenleiten
Schlagwörter
(Deutsch)
Migration MigrantInnen Integration Sprache Wien Hasenleiten
Autor*innen
Sandra Lödl
Haupttitel (Deutsch)
Sprache als Integrationsinstrument
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Bedeutung von Sprache und Spracherwerb für die Integration von MigrantInnen am Beispiel Hasenleiten in Wien-Simmering
Paralleltitel (Englisch)
Language as a means of integration : the role of language and language acquisition in the process of integration of immigrants in the Viennese quarter of Hasenleiten
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
108 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Peter Jordan
Klassifikationen
74 Geographie, Anthropogeographie > 74.80 Demographie ,
74 Geographie, Anthropogeographie > 74.95 Bevölkerungspolitik
AC Nummer
AC13733342
Utheses ID
41761
Studienkennzahl
UA | 190 | 313 | 456 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1