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Die Kriminalberichterstattung als Spannungsfeld zwischen Journalismus und Rechtspflege in Österreich
Stephan Pötscher
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Fritz Hausjell
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29231.85795.442664-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Forschungsinteresse der Arbeit gilt jenen zentralen journalistischen und juristischen Aspekten, die das Verhältnis von Justiz und Medien in Hinblick auf die Gerichtsberichterstattung beeinflussen könnten. Ein derartiges Spannungsfeld wird insbesondere in der unterschiedlichen Wahrnehmung des Öffentlichkeitsbegriffs, der Laienbeteiligung im Strafverfahren sowie dem Terminus der journalistischen Sorgfalt vermutet und im Zuge der Expertenbefragung auch bestätigt. Im ersten Teil der Arbeit erfolgte eine theoretische Fundierung des genannten Problemfeldes, auf dessen Grundlage im empirischen Teil die Sichtweisen der Experten zusammengetragen wurden. Als Experten fungierten in diesem Fall Richter, Staats- und Rechtsanwälte einerseits, sowie Journalisten andererseits, deren Sichtweisen auf zentrale Aspekte der Gerichtsberichterstattung mittels leitfadengestütztem Experteninterview erhoben wurden. Die überwiegende Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass kaum eine Beeinflussung der Richter durch die Berichterstattung in den Medien stattfindet. In Punkto Volksbeteiligung ließ sich eine klare Linie der Richter und Staatsanwälte in Richtung einer Reform herausarbeiten. Journalisten und Rechtsanwälte sprechen sich hingegen einheitlich für die Beibehaltung sowohl von Schöffen- als auch der Geschworenengerichtsbarkeit aus. Weiters kritisieren Richter und Staatsanwälte die Verzerrung des Justizalltags auf Grund einer starken Fokussierung der Medien auf spektakuläre Strafprozesse. In Bezug auf die Medienstellen der Gerichte und Staatsanwaltschaften berichten alle Befragten von einer deutlichen Professionalisierung der Medienarbeit der Justiz. Die überraschende Zurückhaltung der befragten Journalisten in Verbindung mit der geschlossenen ablehnenden Haltung der Justiz betreffend einer Ausweitung der Medienöffentlichkeit, lässt in nächster Zeit keine derartigen gesetzlichen Neuerungen erwarten. Alle befragten Richter erachten den ihnen zur Verfügung stehenden gesetzlichen Rahmen zur Sanktionierung von Medieninhaltsdelikten als unzureichend. In einem weiteren Punkt werden abschließend die Chancen einer künftigen journalistischen Selbstregulierung in Österreich behandelt.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
court reporting freedom of he press the principle publicity lay judge journalistic care animadversion on justice media law journalistic self monitoring print media
Schlagwörter
(Deutsch)
Gerichtsberichterstattung Pressefreiheit Öffentlichkeitsprinzip Laienrichter journalistische Sorgfalt Justizkritik Mediengesetz journalistische Selbstkontrolle Printmedien
Autor*innen
Stephan Pötscher
Haupttitel (Deutsch)
Die Kriminalberichterstattung als Spannungsfeld zwischen Journalismus und Rechtspflege in Österreich
Paralleltitel (Englisch)
Court reporting as area of conflict between journalism and justice in Austria
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
197 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Fritz Hausjell
Klassifikation
05 Kommunikationswissenschaft > 05.33 Pressewesen
AC Nummer
AC08104028
Utheses ID
4273
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
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