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Jugendkultur von gehörlosen, gebärdensprachigen Jugendlichen
Astrid Delphine Zenker
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Gottfried Biewer
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15835.01877.225666-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die moderne Gesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten einen Strukturwandel erfahren. Die Lebensbedingungen haben sich durch z.B. den technischen Fortschritt oder die zunehmende Globalisierung verändert. Aufgrund dessen sind unter anderem jugendkulturelle Gruppierungen entstanden, die heutzutage fixer Bestandteil unserer postmodernen Gesellschaft sind. Innerhalb dieser gibt es eigene Kulturen, sogenannte „Jugendkulturen“, die sich durch z.B. einen besonderen Kleidungsstil, bestimmte Symbole, Rituale oder einen eigenen Sprachstil kennzeichnen. In dieser Masterarbeit wurde der Frage nachgegangen, wie sich die Jugendkultur von gehörlosen, gebärdensprachigen Jugendlichen gestaltet. Ausgehend von dem Modell zur systematischen Erforschung von jugendkulturellen Szenen von Hitzler/Niederbacher (2010) als zugrundeliegende Theorie wurde die Jugendkultur dieser Minderheitengruppe mittels ethnographischer Feldforschung untersucht. Es wurden teilnehmende Beobachtungen bei Jugendtreffen und Veranstaltungen durchgeführt, Personen befragt, die aufgrund ihres Arbeitsfeldes oder ihres persönlichen Engagements Einblick in die Lebenswelt der beforschten Jugendlichen haben, umfassend im Internet recherchiert und ein Workshop zum Thema „Jugendkultur“ mit gehörlosen, gebärdensprachigen Jugendlichen konzipiert und durchgeführt. Das Datenmaterial wurde mittels ethnographischer Collage nach Friebertshäuser et al. (2013) analysiert und dargestellt. Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass gehörlose, gebärdensprachige Jugendliche in Kleingruppen organisiert sind, die meist eine Führungsperson haben. Die Gruppenmitglieder verbringen ihre Freizeit miteinander, indem sie gemeinsam Sport treiben, ins Kino oder in die Diskothek gehen, gemeinsam spielen oder Neuigkeiten austauschen. Es gibt verschiedene Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale, die von Gruppe zu Gruppe variieren. Generell sind die Jugendlichen untereinander stark vernetzt, auch über die Grenzen des Landes hinaus. Hierbei sind die Kommunikations-Apps ihrer Smartphones und die Informations- und Kommunikationsplattform „Facebook“ zentrale Elemente. Weiters haben sie ihre Erstsprache, die Österreichische Gebärdensprache, adaptiert und eine eigene Jugend-Sprache entwickelt, die untereinander verwendet wird. Barrierefreie Kommunikation, Vertrauen und gemeinsam Spaß haben sind von zentraler Bedeutung für die Jugendlichen in der Interaktion mit ihren Peers.
Abstract
(Englisch)
Within the last decades, modern society has undergone a structural change. The living conditions have changed for various reasons, for example, technical improvements or increasing globalisation. Therefore, youth groups have arisen and are an integral part of our postmodern society. Within these, there are separate cultures, so called “youth cultures”, which are expressed in, for example, an exceptional clothing style, certain symbols or rituals or a special style of language. In this master thesis, the question of what the youth culture of Deaf adolescents looks like was investigated. The theoretical basis of this research was the model of systematic exploration of youth cultural scenes developed by Hitzler/Niederbacher (2010). The youth culture of young, Deaf people, who are part of a linguistic minority in Austria, was explored by ethnographic field research. Participatory observations at youth-meetings and events were made. Furthermore, interviews with people who have insight into the young people’s living environment because of their workplace or personal commitment were held as well as a comprehensive internet research has been conducted. In addition, a workshop on the topic of “youth culture” with young, Deaf people was designed and hosted. The results have been analysed and are presented based on an ethnographic collage developed by Friebertshäuser et al. (2013). The evaluation of the results shows that young, Deaf people are organised in small groups, which usually have a leader. The members spend their leisure time by doing sports together, going to the cinema or to the night club, chatting or playing together. There are different welcome and farewell rituals that vary from group to group. In general, young, Deaf people are interlinked very well, even across borders. Central elements of communication are apps on their smartphones and the platform “Facebook”. Furthermore, they adapted their first language, Austrian sign language, and developed their own teenage slang, which they use among their peers. In this interaction, fully accessible communication, trust and having fun together are of central importance for young, Deaf people.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
youth culture ethnographic collage deaf adolescents Austrian Sign Language
Schlagwörter
(Deutsch)
Jugendkultur ethnographische Collage gehörlose Jugendliche Österreichische Gebärdensprache
Autor*innen
Astrid Delphine Zenker
Haupttitel (Deutsch)
Jugendkultur von gehörlosen, gebärdensprachigen Jugendlichen
Paralleltitel (Englisch)
Youth culture of young, deaf people
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
171 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gottfried Biewer
Klassifikation
80 Pädagogik > 80.29 Hörgeschädigtenpädagogik
AC Nummer
AC14496677
Utheses ID
43343
Studienkennzahl
UA | 066 | 848 | |
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