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Messung von Mindestlebensstandard
Erfahrungen mit der konsensuellen Entwicklung von Indikatoren für Armutslagen und Deprivation in Österreich
Ursula Till-Tentschert
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Soziologie, geisteswissenschaftl.Stzw
Betreuer*in
Hildegard Weiss
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15819.61031.622964-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag, um die Merkmale des Mindeststandards für Öster-reich auf empirischer Basis diskutieren zu können. Die Frage, wer als arm gilt, bleibt dabei we-der einer -nach wie vor bruchstückhaften- soziologischen oder ökonomischen Theorie der Ar-mut überlassen, noch müssen die aus politischen Interessenlagen motivierten europäischen Kon-ventionen unhinterfragt übernommen werden. Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Stränge der Armutsberichterstattung aus den letzten Jahrzehnten wird gezeigt, welche Lebenslagen in Österreich heute als Armutslagen gelten können. Zu diesem Zweck wurde – nach dem Vorbild internationaler Studien – mit einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage Einstellungen zur Not-wendigkeit verschiedener Lebensstandardmerkmale erhoben. Darüber hinaus wurde die Sicht von Armutsbetroffenen sowie Fachleuten aus Sozialeinrichtungen und -politik mit qualitativen Methoden aufgearbeitet. Das umfangreiche empirische Material hilft dabei, die Mitte der 2000er Jahre verwendete Sozialberichterstattung zu Armut und materielle Deprivation kritisch zu hinter-fragen. Schließlich wurden im Laufe der Studie Vorschläge für eine Erweiterung ausgearbeitet, die auch unmittelbar in die Berichterstattung eingeflossen sind. Die Arbeit zeigt die zeitliche Entwicklung von Deprivationsindikatoren in den letzten 12 Jahren und stellt diese den Ergebnis-sen der seither weiterentwickelten EU-Indikatoren gegenüber. Sie legt damit die Grundlage für die Bewertung regelmäßig durchgeführter Anpassungen von Indikatoren. Die vorliegende Dis-sertation zeichnet sich durch ein konsensuelles Verfahren aus. Die Auswahl von Merkmalen für die direkte Messung von Deprivationslagen orientiert sich an einem mehrheitlichen Entschei-dungsprozess und kann daher breite politische Legitimität beanspruchen. Hinterfragt wird dabei allerdings auch, inwieweit Armut überhaupt per Mehrheitsmeinung definierbar sein soll.
Abstract
(Englisch)
This thesis investigates potential items for a minimum standard of living in Austria. It puts the question who can be considered as poor on empirical grounds, rather than relying on fragmented sociological or economic theory or uncritically adapting European conventions. Against a thor-ough review of international measurement of poverty, the study shows those living conditions which can be considered as poverty in Austria. A representative survey, which followed interna-tional studies collected perceived necessities to obtain a minimum living standard in Austria. Furthermore, the study applied qualitative methods to reveal perceptions of poverty held by they those who experienced poverty themselves as well as experts from social support and public services. The rich empirical material helps to reflect critically upon social reporting on poverty and deprivation in the mid-2000s. Results provided some proposals on how to complement ex-isting frameworks, which were included in standard reporting of Statistics Austria. The study presents trends of these indicators over the last 12 years and compares its findings with those of the hitherto available EU-indicators. On these grounds, regular adjustments of indicators can be assessed. The selection of items for the direct measurement of deprivation follows a consensual approach based on majority view and can thus claim political legitimacy. The work does also reflect on whether the definition of poverty shall be subject to the opinion of a population ma-jority.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Poverty Deprivation standard of living minimum standard marginalisation social indicators social policy
Schlagwörter
(Deutsch)
Armut Deprivation Lebensstandard Mindestlebensstandard Prekarität Sozialindikatoren Sozialpolitik
Autor*innen
Ursula Till-Tentschert
Haupttitel (Deutsch)
Messung von Mindestlebensstandard
Hauptuntertitel (Deutsch)
Erfahrungen mit der konsensuellen Entwicklung von Indikatoren für Armutslagen und Deprivation in Österreich
Paralleltitel (Englisch)
Measuring the minimum standard of living in Austria
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
185 Seiten : Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Hildegard Weiss ,
Christoph Reinprecht
Klassifikationen
71 Soziologie > 71.10 Sozialstruktur: Allgemeines ,
71 Soziologie > 71.79 Soziale Fragen, soziale Konflikte: Sonstiges ,
71 Soziologie > 71.80 Sozialpolitik: Allgemeines
AC Nummer
AC14501927
Utheses ID
44009
Studienkennzahl
UA | 092 | 122 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1