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The role of the so-called German assets in the negotiations of the Austrian Treaty Commission 1947
Ernst Aichinger
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Geschichte
Betreuer*in
Oliver Rahkolb
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18264.41134.671859-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Deutsches Auslandseigentum, welches von den vier Alliierten als deutsche Reparationen auf der Grundlage der Potsdamer Konferenz 1945 beansprucht wurden, war ein Schlüsselproblem in den Verhandlungen für einen Vertrag zur Wiederherstellung der Souveränität Österreichs. Während der Anschluss-Periode hatte Deutschland große Teile der österreichischen Wirtschaft – insbesondere in dem 1945 zur sowjetischen Besatzungszone gewordenen Gebiet – durchdrungen und sich angeeignet im Bestreben der Nutzbarmachung der österreichischen Ressourcen für die Kriegsbemühungen. Wäre die Sowjetunion Rechtsnachfolger aller deutschen Eigentumsrechte in der österreichischen Wirtschaft im vollen Ausmaß der ursprünglichen Ansprüche geworden, wären aus westlicher Sicht die wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit des Landes und der westliche Einfluss über Teile von Zentraleuropa gefährdet gewesen. Verhandlungen um einen Österreich-Vertrag begannen auf der Moskauer Außenministerkonferenz der Alliierten im März 1947. Beträchtliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Ost und West in der Frage der Verfügung über die deutschen Vermögenswerte stellten sich sehr bald heraus. Gegen Konferenzende beschlossen die Außenminister die Einsetzung einer Vier-Mächte-Kommission, die alle ungelösten Fragen des Vertragsentwurfs prüfen sollte, jedoch mit besonderer Berücksichtigung der Frage der deutschen Vermögenswerte. Während die Kommission, die in Wien von Mai bis Oktober 1947 tagte, kein Einvernehmen erzielte, erbrachte sie doch zwei konkrete Ergebnisse. Die teilnehmenden alliierten Delegationen sammelten eine große Menge von Informationen über das Ausmaß und die Methoden der deutschen Durchdringung der österreichischen Wirtschaft, und der sogenannte Cherrière-Plan wurde zum Konferenzende präsentiert, der den Weg zur Fortsetzung der Verhandlungen aufzeigte. Diese Arbeit analysiert die gesammelten und präsentierten Materialien, die rechtlichen Einschätzungen, die vorgebrachten Argumente und die Standpunkte, die von den Alliierten bezüglich der deutschen Vermögenswerte eingenommen wurden. Daraus resultiert ein besseres Verständnis für den Hintergrund der erzwungenen und unfreiwilligen großflächigen Eigentumsveränderungen in der österreichischen Wirtschaft 1938 bis 1945, aus denen die deutschen Vermögenswerte erwuchsen, und für die Entstehung des Cherrière-Plans. Auf diese Weise wird eine Lücke in der Geschichte der zum Österreichischen Staatsvertrag führenden diplomatischen Aktivitäten geschlossen.
Abstract
(Englisch)
German external assets in Austria, which were claimed as German reparations by the four Allies according to the 1945 Potsdam Conference, were a key issue in the negotiations for a treaty to restore Austrian sovereignty. During the Anschluss period, a Germany eager to avail itself of Austrian resources for its war efforts had penetrated and appropriated key sectors of the Austrian economy -- especially in what would later become Soviet-occupied Eastern Austria in 1945. Had the full Soviet claim to German ownership rights in the Austrian economy succeeded, Western observers believed that the economic and political independence of the country and Western influence over parts of Central Europe would be at risk. Negotiations for a treaty regarding Austria began at the Moscow Conference of Allied Foreign ministers in March 1947. Substantial differences between East and West regarding the disposition of the German assets soon emerged. In the final days of the Conference, the foreign ministers established a Four-Power Commission tasked with addressing unresolved issues regarding the Austrian draft treaty with a special regard to be given to the question of the German assets. While the Commission, which met in Vienna from May until October 1947, ended without reaching consensus, it was not without success. The participating Allied delegations collected a wealth of information about the extent and the methods of the German wartime penetration of the Austrian economy, and the “Cherrière Plan” was presented in the final meeting of the Commission, which pointed the way towards a continuation of the negotiations. This study analyses the materials collected and presented, the legal assessments, the arguments put forward, and the positions taken by the four Allies regarding German external assets in Austria. Its purpose is to provide a new and better understanding of the background of forced and involuntary large-scale changes in the property structure of the Austrian economy from 1938 to 1945, when the German assets were established, and of the emergence of the Cherrière Plan. This new understanding will, in turn, fill a gap in the history of the diplomacy leading to the conclusion of the State Treaty.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Austrian Treaty Commission Austrian State Treaty German Assets
Schlagwörter
(Deutsch)
Wiener Vertragskommission Österreichischer Staatsvertrag Deutsches Eigentum
Autor*innen
Ernst Aichinger
Haupttitel (Englisch)
The role of the so-called German assets in the negotiations of the Austrian Treaty Commission 1947
Paralleltitel (Deutsch)
Die Rolle des sogenannten Deutschen Eigentums in den Verhandlungen der Wiener Vertragskommission 1947
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
262 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Oliver Rathkolb ,
Dieter Stiefel
Klassifikation
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte
AC Nummer
AC14509975
Utheses ID
44071
Studienkennzahl
UA | 092 | 312 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1