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Politischer Islam und Islamismus in Nordafrika und Europa - ein Vergleich
wine religiös - fundamentalistische Bedrohung?
Erich Blankenbichler
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Politikwissenschaft
Betreuer*in
Heinz Gärtner
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18260.41584.919252-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In dieser Arbeit wurde ein Vergleich hinsichtlich des Potenzials von Bewegungen des Politischen Islam und des Islamismus in ausgewählten europäischen und nordafrikanischen Ländern durchgeführt und dargestellt, welche religiös-fundamentalistische Bedrohung von ihnen ausgeht. Als Arbeitshypothese wurde gewählt, ob Staaten das Entstehen und den Aufwuchs von Strukturen des Politischen Islam und des Islamismus verhindern können, falls für diese funktionierende politische Partizipationsmöglichkeiten gegeben sind. Zu allen untersuchten europäischen Ländern wurde festgestellt, dass derartige Strukturen vorhanden sind. Sie sind durch unterschiedliche Abstammungen, Generationen, Motivationen, Zielsetzungen, Radikalismen und Traumata geprägt und entwickelten sich hauptsächlich unter der großen Anzahl an regulär und irregulär in europäische Staaten zugewanderter Muslime. Sie wenden streng orthodoxe Glaubenspraktiken an, stellen ein theozentrisches Weltbild voran und richten sich gegen den Staat als Ganzes bzw. gegen demokratische Vorgänge. Die Anzahl von Vertretern des Politischen Islam ist in Relation zur Gesamtbevölkerung gering. Für die europäischen Länder bzw. den Zusammenhalt der Gesellschaft stellen sie mittelfristig keine Gefährdung dar. Sie sind großteils in ihren Parallelgesellschaften präsent und lassen sich trotz aller „Offerte“ von staatlichen und sub-staatlichen Strukturen nicht integrieren. Hinsichtlich der untersuchten nordafrikanischen Länder wurde analysiert, dass auf Grund der rigorosen Vorgehensweise der Sicherheitsbehörden Strukturen des Politischen Islam gezwungen waren, Netzwerke ins Ausland und hier vor allem nach Europa zu verlagern. Sie haben in unterschiedlicher Weise an den politischen Umbrüchen im Zuge des Arabischen Frühlings mitgewirkt und teilweise wieder Strukturen in ihre Herkunftsländer zurückverlegt. Die derzeitigen politischen Verhältnisse in den untersuchten nordafrikanischen Ländern sind äußerst unterschiedlich. Insgesamt zeigt sich, dass sich sowohl vor als auch nach dem Arabischen Frühling der Politische Islam und der Islamismus etablieren konnten, zusätzlich ist eine große Gefährdung durch den islamistischen Terrorismus entstanden. Abschließend betrachtet dürfen die Gründe für eine potenzielle religiös-fundamentalistische Bedrohung aber nicht nur auf die mangelnden politischen Partizipationsmöglichkeiten zurückgeführt werden. Die Ursachen sind vielschichtig und liegen auch in der schlechten ökonomischen Situation, in einer wirtschaftlichen Perspektivlosigkeit bzw. Orientierungslosigkeit des Großteils der Bevölkerung begründet. Das gilt sowohl für die muslimischen Minderheiten in Europa, als auch für die Masse der Jugend in Nordafrika
Abstract
(Englisch)
This thesis compares the capabilities of movements within Islamism and political Islam in selected countries in European and North African, with a focus on the possible fundamentalist threats emerging from them. The working hypothesis is that states have the ability to prevent the development of Islamist structures through offering possibilities for political participation, and such structures were discernable in all European countries surveyed. Within these countries, amongst a large number of documented and undocumented immigrants, radicals can distinguished through their origin, generational differences, motivations, aims, types of radicalism and history of traumas. These individuals practice a strictly orthodox version of Islam with a focus on a theocentric worldview and refuse to acknowledge the authority of the state as and its democratic systems. However, the number of individuals practicing this type of political Islam is low in relation to the general population and, at this point in time, they do not pose a threat for the social cohesion of their countries of residence. They are largely part of parallel societies and refuse to integrate despite state and sub-state services. In case of the North African states analysed, it has been shown that due to the introduction of rigorous security measures by the authorities, some political Islamic organisations have been forced to move their networks abroad, especially to Europe. These organisations were involved in the political changes that were part of the Arab Spring in various ways, and later partly transferred their centres back to the original nations. The situation differs greatly in these North African states. Overall, it has been shown that structures of political Islam were established before and after the Arab Spring. On top of that Islamic terrorism poses a great threat. In summary, however, the reasons for a potential threat through fundamentalists cannot solely be traced back to a lack of possible political participation. The reasons are diverse and can also be found in lack of economic perspective and orientation of a large part of the population, which is the case for the Muslim minorities in Europe, as well as large number of young people in North Africa.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Political Islam Islamism religious Fundamentalist threat parallel societies theocentric worldview types of radicalisation North Africa Arab spring lack od economic perspective and orientation
Schlagwörter
(Deutsch)
Politischer Islam Islamismus Politischer Salafismus Theozentrisches Weltbild Parallelgesellschaften Politische Partizipation Mehrheitsgesellschaften Minoritäten Integration Migration Machterhalt Nordafrika Europa Arabischer Frühling Verfrachtung von Strukturen des Politischen Islam muslimische Glaubensgemeinschaften Perspektivlosigkeit Orientierungslosigkeit
Autor*innen
Erich Blankenbichler
Haupttitel (Deutsch)
Politischer Islam und Islamismus in Nordafrika und Europa - ein Vergleich
Hauptuntertitel (Deutsch)
wine religiös - fundamentalistische Bedrohung?
Paralleltitel (Englisch)
Political Islam and Islamism in North Africa and Europe - a comparison : a religious - fundamentalist threat?
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
265 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Heinz Gärtner ,
Gernot Stimmer
Klassifikationen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.93 Nord-Süd-Verhältnis
AC Nummer
AC14531499
Utheses ID
44192
Studienkennzahl
UA | 092 | 300 | |
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