Detailansicht

Die Rolle der Verfassungsgerichte bei der Öffnung der Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare
ein Vergleich zwischen Deutschland und Österreich
Christoph Wiederkehr
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Gernot Stimmer
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15138.81265.208670-5
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Öffnung der Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare ist seit Jahren ein wichtiges und kontrovers geführtes gesellschaftspolitisches Thema. Schrittweise wurden im letzten Jahrzehnt in Österreich und Deutschland Diskriminierungen gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren aufgehoben. Insbesondere die starke Rolle der Verfassungsgerichte in beiden Ländern führte zu einer Angleichung der Rechte. Der österreichische Verfassungsgerichtshof und das deutsche Bundesverfassungsgericht handelten in dieser Frage als rechtsfortbildende und politische Akteure. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Durch die Untätigkeit der Politik im Bereich der Gleichstellung von homosexuellen Paaren konnten sich die Verfassungsgerichte selbst autorisieren und so weitreichende Entscheidungen treffen. Die Rolle des deutschen Bundesverfassungsgerichts und die des österreichischen Verfassungsgerichtshofs ist im Bereich der Gleichstellung von homosexuellen Paaren gut miteinander vergleichbar. Anhand dieser wichtigen Rolle der Verfassungsgerichte ist die voranschreitende Justizialisierung der Politik zu erkennen. Die Judikative hat in den letzten Jahrzehnten insgesamt eine immer wichtigere Rolle im politischen System eingenommen und im Bereich der Gleichstellung von homosexuellen Paaren sogar die politische Entwicklung dominiert.
Abstract
(Englisch)
The legal recognition of same-sex marriage is an increasingly debated and important socio-political issue. During the last decade, we have witnessed the continuous removal of discrimination against same-sex couples in Austria and Germany. In this development the constitutional courts in Austria and Germany played a vital and significant role. Particularly, constitutional courts in both countries not only interpreted the law but also appeared as political actors in the development of law. This development was fostered by the decisions of the European Constitutional Court and the European Court of Human Rights. The lack of political action concerning the equal treatment of same-sex couples ultimately led constitutional courts to authorise themselves to take far-reaching decisions. There is a remarkable similarity between the actions of the Austrian and the German constitutional courts, which provides the basis for a well-founded scientific comparison. The political role of the constitutional courts in the development of law points to the ongoing judicialization of politics. Indeed, over the last decades, the importance of the judiciary in the political system has continuously increased. Yet, in the case of the recognition of equal rights for same-sex couples, the judiciary has not only played a key role but in fact dominated the political development.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Verfassungsgerichtshof Bundesverfassungsgericht vergleichende Verfassungsgerichtsbarkeitsforschung Justizialisierung Ehe für alle
Autor*innen
Christoph Wiederkehr
Haupttitel (Deutsch)
Die Rolle der Verfassungsgerichte bei der Öffnung der Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Vergleich zwischen Deutschland und Österreich
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
99 Seiten : Diagramm
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gernot Stimmer
Klassifikation
89 Politologie > 89.99 Politologie: Sonstiges
AC Nummer
AC15103875
Utheses ID
46823
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1