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Kants Unveräußerlichkeit menschlicher Würde als Handlungsschema in Grillparzers Dramen - "Das Goldene Vließ", "König Ottokars Glück und Ende" und "Weh dem, der lügt!"
Alexander Bartalos
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Deutsch UF Psychologie und Philosophie
Betreuer*in
Günther Stocker
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14556.75942.557162-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Diplomarbeit untersucht die Fragestellung, ob und in welchem Ausmaß sich Motive kantischer Philosophie in Grillparzers Dramen „Das goldene Vließ“, „König Ottokars Glück und Ende“ und „Weh dem, der lügt!“ finden lassen. Es spricht vieles dafür, dass Grillparzer sich nicht nur mit Kants erkenntnistheoretischen Schriften, sondern auch mit seinen Abhandlungen zur Ethik auseinandersetzte. Motive der Aufklärung finden sich insbesondere in den Figuren Rudolfs und Medeas. Der „Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“ spaltet das grillparzersche Dramenpersonal in unaufgeklärte Menschen, die in erster Linie von ihren eigenen Trieben beherrscht werden, und aufgeklärte Individuen, die den Richtlinien ihres moralischen Gewissens und ihrer Vernunft folgen. Im Zusammenhang mit dieser Dualität wird insbesondere die „menschlichen Würde“ von den aufgeklärten Figuren rigoros geachtet. Verstöße gegen die Unantastbarkeit menschlicher Würde beschädigen nach Kant den Wertekatalog nachhaltig. In der immanenten Handlungslogik der Grillparzer-Dramen führen sie zu Verkettungen unaufhaltsamer Ereignisse, die die Protagonisten ins Unglück stürzen. Auf diese Weise werden die Geschlechter Medeas und Jasons vom Fluch des Gastmordes heimgesucht und König Ottokar verliert nicht nur sein Reich, sondern auch sein Leben wegen der Verstoßung seiner Ehefrau, Herzogin Margarethe. In „Weh dem, der lügt!“ wird das kantische Lügenverbot auf exemplarische Weise durch Grillparzer geprüft. Die hehren rigoristischen Ansprüche des kantisch argumentierenden Bischofs Gregor erweisen sich im Verlauf des Dramas als undurchführbar, doch auch die notorischen Gaunereien des schlauen Küchenjungen Leon führen beinahe fatale Folgen herbei. Nur ein Kompromiss kann beantworten in welchem Ausmaß der Einzelne für einen guten Zweck lügen dürfe. Grillparzer erteilt dem kantischen Rigorismus in diesem Stück eine deutliche Absage.
Abstract
(Englisch)
The diploma thesis examines if and to which extent motives of Kant's philosophy can be found in Grillparzer's dramas „Das goldene Vließ“, „König Ottokars Glück und Ende“ and „Weh dem, der lügt!“. It is almost certain that Grillparzer did not only look into Kant's epistemology but also into his ethical essays. Motives of the Enlightenment can be found particulary in the characters of Rudolf and Medea. The „Release from their Self-Incurred Tutelage“ divides Grillparzer's characters in unenlightened people, who primarily give in to their primitive drives, and enlightened individuals, who follow the guidelines of their moralities and reason. In this duality, human dignity is represented rigorously by the enlightened characters. For Kant, violating the intrinsic worth of other humans permanently damages a society's values. Following the innate logic of Grillparzer's narratives, these violations cause a chain of events that leads to the protagonist's demise. In this way the clans of both Medea and Jason are afflicted by the malediction of the hospiticide and King Ottokar loses not only his kingdom but also his life because he decides to abandon his wife Duchess Margarethe. In „Weh dem, der lügt!“, Kant's blanket ban of lies gets tested during the drama's plot. The noble and rigorous claims of bishop Gregor, who argues in terms of Kant's philosophy, prove impracticable in the course of the drama but also the notorious trickeries of Leon, the cunning scullion, nearly entail disastrous consequences. Only a compromise can give the answer to the question to what extent an individual is permitted to lie for a good cause. Grillparzer clearly rejects Kant's rigorism in this drama.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Kant Grillparzer dramas Inviolability of Human Dignity "König Ottokars Glück und Ende" "Weh dem, der lügt!" "Das goldene Vließ" ethics Categorical Imperative
Schlagwörter
(Deutsch)
Kant Grillparzer Dramen Unantastbarkeit menschlicher Würde "König Ottokars Glück und Ende" "Weh dem, der lügt!" "Das goldene Vließ" Ethik Kategorischer Imperativ
Autor*innen
Alexander Bartalos
Haupttitel (Deutsch)
Kants Unveräußerlichkeit menschlicher Würde als Handlungsschema in Grillparzers Dramen - "Das Goldene Vließ", "König Ottokars Glück und Ende" und "Weh dem, der lügt!"
Paralleltitel (Englisch)
Kant's inviolability of human dignity as a plot motivational element in Grillparzer's dramas : "Das Goldene Vließ", "König Ottokars Glück und Ende" und "Weh dem, der lügt!"
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
97 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Günther Stocker
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.38 Ethik ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.82 Dramatik ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.94 Literarische Einflüsse und Beziehungen, Rezeption ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.97 Texte eines einzelnen Autors
AC Nummer
AC15141321
Utheses ID
47100
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 299 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1