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Geburtenkontrolle als Menschenrecht - die Bekämpfung der Überbevölkerung als humanitäre Mission zwischen den 1940er und den 1990er Jahren
Roman Birke
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Geschichte)
Betreuer*in
Carola Sachse
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22106.93293.591862-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Dissertation untersucht globale Programme zur Einschränkung der Geburtenraten im Kontext eines als Bedrohung wahrgenommen Bevölkerungswachstums. Sie argumentiert, dass die Rahmung von Politiken der Geburtenkontrolle in einer Sprache der Menschenrechte und des Humanismus zentral für den Erfolg dieser Programme in einem geopolitischen Umfeld des Kalten Krieges und der Dekolonisierung war. Die Dissertation analysiert damit zum ersten Mal systematisch, in welcher Form Befürworter der Geburtenkontrolle sich auf Menschenrechte beriefen, um deren Agenda innerhalb der Vereinten Nationen voranzubringen und globale Allianzen von Staaten aufzubauen. Die Arbeit basiert auf Quellen der Vereinten Nationen, zweier NGOs (Population Council, International Planned Parenthood Federation) und diskutiert vier ausgewählte Länderbeispiele, um zu zeigen, in welcher Form die internationalen menschenrechtlichen Diskurse innerhalb von Nationalstaaten rezipiert wurden (Indien, Irland, USA, Jugoslawien). Die Dissertation bietet neue Perspektiven auf die Geschichte der Geburtenkontrolle im 20. Jahrhundert und wirft größere Fragen nach der Rolle des Humanismus und der Menschenrechte für außenpolitische Projekte, der Relevanz transnationaler Organisationen für das Setzen globaler Agenden, dem Verhältnis zwischen internationalen Institutionen, globalen Diskursen und Nationalstaaten, und den Konflikten zwischen individuellen und kollektiven Interpretationen von Menschenrechten auf.
Abstract
(Englisch)
The PhD thesis discusses global attempts of reducing fertility rates in the context of the perceived threat of overpopulation. It argues that framing population control policies in a language of humanitarianism and human rights was key for their success in a global geopolitical setting that was shaped by decolonization and Cold War conflicts. The thesis offers the first comprehensive analysis of the human rights frameworks employed by population control advocates to advance their agenda within the United Nations and to build global alliances of states. It is based on sources of the United Nations, two NGOs (the Population Council and the International Planned Parenthood Federation) and discusses four country examples to show how protagonists advanced domestic policies by referring to international human rights resolutions (India, Ireland, USA, Yugoslavia). It offers a new perspective on the history of population control in the 20th century and touches on wider questions about the role of humanitarianism and human rights for foreign policies, the significance of transnational organizations in setting global agendas, the relationships between international institutions, global discourses and nation states, and the conflicts between individual rights and the role of states as guarantors of public welfare and goods.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Overpopulation Birth Control Population Control Family Planning Human Rights
Schlagwörter
(Deutsch)
Überbevölkerung Geburtenkontrolle Familienplanung Menschenrechte
Autor*innen
Roman Birke
Haupttitel (Deutsch)
Geburtenkontrolle als Menschenrecht - die Bekämpfung der Überbevölkerung als humanitäre Mission zwischen den 1940er und den 1990er Jahren
Paralleltitel (Englisch)
Human rights and population control : the fight against overpopulation as a humanitarian mission from the 1940s to the 1990s
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
359 Seiten : Illustrationen, Diagramme, Karten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Samuel Moyn ,
Norbert Frei
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.00 Geschichte: Allgemeines ,
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte ,
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.87 USA
AC Nummer
AC15129066
Utheses ID
47158
Studienkennzahl
UA | 792 | 312 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1