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Todernst
eine Analyse des geschlechtsspezifischen Suiziddiskurses in Österreich (1870 bis 1970)
Michaela Maria Hintermayr
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Geschichte)
Betreuer*in
Franz X. Eder
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13292.30539.582260-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Suizidale Handlungen von Frauen wurden und werden anders interpretiert und theoretisiert als jene von Männern. Während Männern ein stark ausgeprägter Todeswunsch und eine durchaus rationale Intention attestiert wurden, galten Suizide von Frauen als emotional und weniger ernstlich motiviert. Ein ähnlich dichotomes Muster ließ sich auch bei Suizidversuchen feststellen. Selbsttötungsversuche von Frauen wurden regelmäßig mit erpresserischen und/oder hilfesuchenden Absichten erklärt, bei Männern begnügte man sich hingegen oft mit der These eines missglückten Suizids. Diese Beobachtungen warfen Fragen nach dem „Warum“, dem „Wie“ und den daraus hervorgehenden Konsequenzen auf, die diskurs- und metaphernanalytisch sowie durch eine Untersuchung der Kollektivsymbole und der Normalitätsproduktion geklärt wurden. Die Ziele des Projektes lagen in der Aufdeckung der Herrschaftsverhältnisse und der Dekonstruktion des nach Geschlecht geschiedenen suizidalen Subjektes. Darüber hinaus wurde gezeigt, welche gewichtige Rolle die Wissenschaft bei der Produktion von sozialer Bedeutung und Ordnung spielte. Die rezente Suizidforschung, hauptsächlich betrieben von Psychiatrie und Psychologie, widmete sich solchen Themen bisher kaum und konzentrierte sich hinsichtlich des Genderaspekts vor allem auf die Erhebung und Interpretation von epidemiologischem Material. Die soeben skizzierte Forschungslücke konnte durch die vorliegende historisch-kulturwissenschaftliche angelegte Dissertation geschlossen werden.
Abstract
(Englisch)
Suicidal acts of women were interpreted and theorized differently than those of men. While men were said to have a strong death wish and rational intentions, suicides of women were perceived as more emotionally and less seriously. A similar dichotomous pattern was found in suicide attempts. Parasuicidal behaviour of women was regularly linked to extortionate and/or help-seeking intentions, regarding men, however, the thesis of failed suicide thrived. These observations raised questions about the “why”, the “how”, and the consequences, which were explored using a discourse and metaphor analysis, as well as an analysis of Kollektivsymbole (collective symbols) and normality production. The dissertation aimed to uncover relations of power and to deconstruct the gendered suicidal subjects. In addition, it was shown which important role science played in the production of social meaning and or-der. Recent suicide research, mainly conducted by psychiatry and psychology, hardly ad-dresses such topics and rather focuses the collection and interpretation of epidemiological material. This research bias could be solved by my historical-cultural dissertation.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Suicide Gender Austria Cultural Studies
Schlagwörter
(Deutsch)
Suizid Geschlecht Österreich Kulturwissenschaften
Autor*innen
Michaela Maria Hintermayr
Haupttitel (Deutsch)
Todernst
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Analyse des geschlechtsspezifischen Suiziddiskurses in Österreich (1870 bis 1970)
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
524 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Ursula Baumann ,
Thomas Macho
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.10 Wissenschaft und Gesellschaft ,
08 Philosophie > 08.42 Kulturphilosophie ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines ,
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.08 Religionskritik, Atheismus ,
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte ,
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte ,
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.36 Europäische Geschichte 1815-1914 ,
15 Geschichte > 15.37 Europäische Geschichte 1914-1945 ,
15 Geschichte > 15.38 Europäische Geschichte nach 1945 ,
15 Geschichte > 15.60 Schweiz, Österreich-Ungarn, Österreich ,
44 Medizin > 44.91 Psychiatrie, Psychopathologie ,
71 Soziologie > 71.01 Geschichte der Soziologie ,
77 Psychologie > 77.23 Historische Psychologie
AC Nummer
AC15156447
Utheses ID
47658
Studienkennzahl
UA | 792 | 312 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1