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„Radikaler Islamismus“ – Verständnisse und Aneignungen
Annäherung aus historisch- und sozialwissenschaftlich-empirischer Perspektive
Zoe Jacqueline Pianaro
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Magisterstudium Publizistik-u.Kommunikationswissenschaft
Betreuer*in
Rainer Gries
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17290.25727.903854-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Begriffe Radikalismus und Islamismus werden heute scheinbar selbstverständlich miteinander assoziiert. Grund dafür sind die Aktualitätsdebatten um IS und Salafismus in Kombination mit Terrorakten in Europa. Dabei ist Islamismus keinesfalls eine rezente Entwicklung, wie ein historischer Rückblick zeigt. Doch was bedeutet es überhaupt radikal zu sein? In der Theorie herrschen Unstimmigkeit darüber wie der Begriff zu definieren ist bzw. wird er kaum in Zusammenhang mit Islamismus definiert. In der Praxis wird der Begriff differenzierter verwendet. Hier wird auch das positive Potenzial von radikalen Ideen unterstrichen und individuelle Biographien bei der Betrachtung von Radikalisierungsprozessen einbezogen. In welchem Verhältnis steht Radikalismus zu Extremismus oder Fanatismus? Hier hat sich der Gewaltaspekt als wichtiges Differenzierungsmerkmal erwiesen. Europäische Länder nicht nur Schauplatz von Terrorismus, sondern auch Orte an denen Radikalisierung stattfindet. In Zusammenhang mit Islamismus sind vor allem junge Menschen davon betroffen. Hier wird bewusst der Begriff junge Menschen gewählt, da vermehrt Jugendliche und junge Erwachsene betroffen sind. Diese Lebensphasen sind sehr stark geprägt durch Unsicherheiten und die Suche nach der eigenen Identität. Vor diesem Kontext ist die Auseinandersetzung mit Subkulturen, Grenzgängen und Radikalen besonders relevant. Dabei spielt die Ideologie nicht unbedingt eine zentrale Rolle, sondern jugendkulturelle Aspekte stehen im Vordergrund. Es wird der Standpunkt vertreten, dass bei jungen Menschen die Fähigkeiten der Vernunft und des Pragmatismus noch nicht vollends ausgereift sind. Dieser Umstand führt zur Frage inwiefern junge Menschen sich bewusst radikalisieren bzw. der salafistischen Ideologie anschließen?  Zudem besteht die Vermutung, dass Radikalisierungsprozesse auch Teil des menschlichen Entwicklungsprozesses sein können. Wichtige Erkenntnisse dazu liefert die Entwicklungspsychologie: Entlang des Stufenmodells nach Erikson und Erfahrungsberichten, wird der Versuch unternommen anhand der natürlichen Entwicklungsprozesse, mit besonderem Augenmerk auf die Adoleszenz und das junge Erwachsenenalter, Radikalisierungsprozesse nachzuvollziehen. Um die Ursachen für Radikalisierung besser verstehen zu können wurden Wiener ExpertInnen der Jugend- und Beratungsarbeit, die mit betroffenen jungen Menschen und deren Umfeld in Kontakt stehen, befragt. Am Ende wird reflektiert was diese Erkenntnisse für das Feld der Kommunikationswissenschaft bedeutet. Insbesondere berichterstattenden Medien und sozialen Netzwerken kommt hier eine entscheidende Verantwortung zu.
Abstract
(Englisch)
Today, the terms radicalism and Islamism seem to be associated with each other self-evidently. The reason for this are the current debates about IS and Salafism in combination with acts of terrorism in Europe. Yet Islamism is by no means a recent development, as a historical review shows. But what does it even mean to be radical? Theory shows that there is disagreement about how the term is to be defined and how as a matter of fact it is hardly defined in connection with Islamism. In practice, the term is used in a more differentiated way. Here the positive potential of radical ideas is underlined and individual biographies are included in the consideration of radicalization processes. What is the relationship between radicalism and extremism or fanaticism? Here the aspect of violence has proven to be an important differentiating factor. European countries are not only the scene of terrorism, but also places where radicalisation takes place. In connection with Islamism, young people are particularly affected. The term 'young people' is deliberately chosen here, as young people and young adults are increasingly affected. These phases of life are strongly influenced by insecurities and the search for one's identity. In this context, the confrontation with subcultures, border crossings and radicals is particularly interesting. Ideology does not necessarily play a central role, but aspects of youth culture are in the foreground. It is argued that the abilities of reasoning and pragmatism are not yet fully developed in young people. This circumstance leads to the question to what extent young people consciously radicalize themselves or join the Salafist ideology? There is the assumption that radicalization processes can also be part of the human development process. Developmental psychology provides important insights into this: Along the Erikson’s step model and experience reports, the attempt is made to understand radicalization processes by means of natural development processes, with special attention to adolescence and young adulthood. To better understand the causes of radicalization, Viennese experts of youth and counselling work who are in contact with concerned young people and their environment, were interviewed. In the end, the relevance of these findings for the field of communication science is being reflected. Particularly reporting media and social networks have a crucial responsibility in this process.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
radical islamism radicalization adolescence
Schlagwörter
(Deutsch)
radikal Islamismus Radikalisierungsprozess Adoleszenz
Autor*innen
Zoe Jacqueline Pianaro
Haupttitel (Deutsch)
„Radikaler Islamismus“ – Verständnisse und Aneignungen
Hauptuntertitel (Deutsch)
Annäherung aus historisch- und sozialwissenschaftlich-empirischer Perspektive
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
146 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Rainer Gries
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.12 Kommunikationsprozesse ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.20 Kommunikation und Gesellschaft ,
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.80 Islam: Allgemeines ,
77 Psychologie > 77.53 Entwicklungspsychologie: Allgemeines
AC Nummer
AC15362694
Utheses ID
50434
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1