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The great tremble
human predation risk influences deer browsing patterns and vigilance more than lynx
Michele Hannah Deis
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Naturschutz und Biodiversitätsmanagement
Betreuer*in
Marco Heurich
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17293.58960.505469-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Seit den letzten Jahrzehnten kehren große Beutegreifer innerhalb Europas zurück. Sie induzieren indirekte Effekte auf das Verhalten ihrer Beute, was zu einem Trade-off zwischen Futtersuche und Vermeidung von Prädationsrisiken führt. In anthropogenen Landschaften wird die Karnivoren-Beute-Beziehung noch komplexer und Herbivoren sind dann bei der Futterentscheidung mit dem Prädationsrisiko durch Menschen und großen Beutegreifern konfrontiert. In dieser Studie wurde getestet, ob sich in Gebieten mit flächendeckender Anwesenheit von Luchsen die Verbissintensität, die Verbissselektivität und das Sicherungsverhalten von Rehen (Capreolus capreolus) und Rothirschen (Cervus elaphus) zwischen Gebieten mit und ohne Jagd unterscheidet. Um diese Hypothesen zu testen, wurde im Nationalpark Bayerischer Wald (ohne Jagdeinfluss) und im angrenzenden Forstbetrieb Neureichenau (mit Jagdeinfluss) entlang eines Entfernungsgradienten zu Siedlungen der Verbiss auf 48 Transekten in Regenerationsflächen gemessen. Auf jedem Transekt wurde zusätzlich eine Kamerafalle platziert. Wir fanden eine abnehmende Verbissintensität mit größerer Entfernung zu Siedlungen in Jagdgebieten, konnten aber keine Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Verbissselektivität feststellen. Es zeigte sich, dass Rothirsche in Gebieten mit Jagd wachsamer sind als in Gebieten ohne Jagd und, dass Rothirsche in Jagdgebieten wachsamer sind als Rehe. Die Ergebnisse belegen, dass die Futterentscheidung von Herbivoren stärker durch das anthropogene Prädationrisiko beeinflusst wird als durch das natürliche. Daraus lässt sich schließen, dass die Rückkehr von Luchsen in anthropogen geprägten Landschaften den Wald-Wild Konflikt kaum minimieren wird. Ein angepasstes Schalenwildmanagement, welches das anthropogene Prädationsrisiko nutzt, könnte dagegen effizient das Fraßverhalten von Rehen und Rothirschen lenken.
Abstract
(Englisch)
Since the last decades, large predators have been returning to Europe. They induce indirect effects on the behaviour of their prey, that triggers a trade-off between forage decision and avoidance of predation risk. In anthropogenic landscapes carnivore-prey-relationship becomes even more complex and herbivores are then confronted with the predation risk of humans and large predators. In this study we tested whether in a region with comprehensive lynx presence the browsing intensity, the browsing selectivity and the vigilance behaviour of roe deer (Capreolus capreolus) and red deer (Cervus elaphus) differ between areas with hunting and non-hunting pressure. To test these hypothesizes browsing was measured at 48 transects in the Bavarian Forest National Park (non-hunting area) and in the bordering forest enterprise Neureichenau (hunting area) along a distance gradient to settlements in young regeneration stands. Additionally, a camera trap was placed at each transect. We found a decreasing browsing intensity with greater distance to settlements in hunting areas but could not detect any effect of human activities on browsing selectivity. Furthermore, red deer was more vigilant in hunting areas and spend more time vigilant than roe deer. The results show that the herbivores' forage decisions are more affected by the anthropogenic predation risk than by the natural predation risk. Therefore, we assume that the return of the lynx to anthropogenic landscapes will not directly contribute to minimizing forest-wildlife conflict. By contrast, an adapted ungulate management that utilizes the anthropogenic induced predation risk could control browsing patterns of roe deer and red deer.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
predation risk human shield human activity browsing intensity browsing selectivity vigilance roe deer (Capreolus capreolus) red deer (Cervus elaphus) lynx (Lynx lynx) Bohemian Forest
Schlagwörter
(Deutsch)
Prädationsrisiko Human Shield menschliche Aktivität Verbissintensität Verbissselektivität Wachsamkeit Reh (Capreolus capreolus) Rothirsch (Cervus elaphus) Luchs (Lynx lynx) Böhmischer Wald
Autor*innen
Michele Hannah Deis
Haupttitel (Englisch)
The great tremble
Hauptuntertitel (Englisch)
human predation risk influences deer browsing patterns and vigilance more than lynx
Paralleltitel (Deutsch)
Das große Zittern : Menschliches Prädationsrisiko beeinflusst Verbissmuster und Wachsamkeit von Rehen und Rothirschen mehr als der Luchs
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
VI Blatt, 25 Seiten, Blatt A-K : Diagramme
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Marco Heurich
Klassifikationen
30 Naturwissenschaften allgemein > 30.10 Systemtheorie ,
30 Naturwissenschaften allgemein > 30.20 Nichtlineare Dynamik ,
30 Naturwissenschaften allgemein > 30.30 Naturwissenschaften in Beziehung zu anderen Fachgebieten ,
43 Umweltforschung, Umweltschutz > 43.31 Naturschutz ,
48 Land- und Forstwirtschaft > 48.47 Waldschäden ,
48 Land- und Forstwirtschaft > 48.61 Tierernährung, Tierfutter ,
48 Land- und Forstwirtschaft > 48.63 Nützlinge, Schädlinge ,
48 Land- und Forstwirtschaft > 48.66 Jagd
AC Nummer
AC15388561
Utheses ID
50633
Studienkennzahl
UA | 066 | 879 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1