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Leistungsbestimmung durch Dritte oder durch eine Vertragspartei
Stefan Potschka
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Rechtswissenschaften
Betreuer*in
Franz-Stefan Meissel
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17281.49595.251960-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Leistungsbestimmung durch Dritte oder durch eine Vertragspartei. Dabei delegieren die Parteien die Bestimmung einer vertraglich geschuldeten Leistung auf eine dritte Person oder eine Partei, die das Geschäft sodann einseitig vervollständigen soll. Neben der Frage nach der grundsätzlichen Zulässigkeit einer solchen Vereinbarung, behandelt die Arbeit typische Probleme, die dabei auftreten können. Sie fragt nach den Voraussetzungen, unter denen die Leistungsbestimmung delegiert werden kann; dem Schicksal des Geschäfts, wenn die leistungsbestimmende Person untätig bleibt; die Anforderungen, die bei der Ausübung der Leistungsbestimmungsmacht zu beachten sind; die Grenzen, innerhalb derer die getroffene Entscheidung verbindlich ist; und den Möglichkeiten, die Leistungsbestimmung nachträglich wegen „Unbilligkeit“ zu kontrollieren. Einen Unterfall der „Leistungsbestimmung“ bildet die ebenfalls behandelte nachträgliche Anpassung einer Leistung an geänderte Umstände. Zur Bestimmung einer Hauptleistungspflicht finden sich im ABGB nur die §§ 1056, 1060. Diese regeln allerdings nur die Bestimmung des Kaufpreises durch eine dritte Person. Im Gegensatz dazu enthält das deutsche BGB mit den §§ 315 bis 319 Normen, die sowohl die Leistungsbestimmung durch eine dritte Person als auch jene durch eine Partei zum Inhalt haben und auf alle Vertragstypen gleichermaßen Anwendung finden. Um die Lücken des ABGB zu schließen, rezipieren die österreichische Rechtsprechung und Lehre daher weitgehend deutsches Recht. Diese materielle Rezeption von BGB-Recht wird einer kritischen Würdigung unterzogen, die zu dem Ergebnis gelangt, dass sie in dieser Form mit den in Österreich vorhandenen positiv-rechtlichen Grundlagen nicht vereinbar ist. Die Arbeit entwickelt sodann Regeln zur delegierten Leistungsbestimmung, die sich stärker am Wortlaut des Gesetzes und der Absicht des historischen Gesetzgebers orientieren. Auf diese Weise werden etwa Erkenntnisse für die praktisch relevanten Entgeltanpassungsrechte einer Partei oder – über die vertragsergänzende Leistungsbestimmung hinaus – Schiedsgutachten (im engeren Sinn) gewonnen. Andererseits will die Arbeit aber auch einen Beitrag zur grundlegenden Frage leisten, wie heimisches Recht von ausländischen Rechtsordnungen beeinflusst wird.
Abstract
(Englisch)
This thesis discusses the determination of an obligation by a third party or a contracting party. In these cases, the parties do not agree on an obligation by mutual consent, but delegate this task to a third party or a contracting party, who subsequently completes the contract unilaterally. Apart from the permissability of such an agreement, the thesis deals with typical problems that can arise as a result. It clarifies the preconditions that have to be met in order to validly delegate the determination of the obligation; the fate of the contract if the chosen person remains inactive; the standards the chosen person has to adhere to when determining the obligation; the limits of the decision’s binding effect; finally, the remedies that are available against an „unfair“ decision. The thesis also discusses the subsequent adjustment of an obligation in the event of a significant change of the original circumstances. Austrian statutory law lacks comprehensive rules governing the determination of an obligation by a third party or a contracting party. In the Austrian civil law code (ABGB), the only provisions applying to the determination of an essentiale negotii are the §§ 1056, 1060. However, these provisions only cover the determination of the purchase price by a third party. In contrast, the German civil law code (BGB) contains the more comprehensive §§ 315-319, which relate to the determination of an obligation by a third party as well as by a contracting party and are equally applicable to all types of contracts. Therefore, in an effort to overcome the gap of Austrian law, the courts and academic doctrine largely import German law. This substantive reception of BGB-law is critically evaluated. The thesis concludes that the prevailing doctrine is in conflict with the existing framework of positive Austrian law. It then goes on to devolop rules which better resonate with the ABGB’s wording and the legislator‘s original intent. In this way, the thesis gains inter alia valuable insights into the rights of contracting parties to unilaterally adjust an obligation or – going beyond its immediate topic – the mechanism of „expert determination“. On the other hand, the thesis seeks to contribute to the fundamental question, how domestic law is influenced by foreign legal systems.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
unilateral determination of an obligation § 1056 ABGB § 1060 ABGB expert determination civil law
Schlagwörter
(Deutsch)
Leistungsbestimmung Einseitige Leistungsbestimmungsrechte § 1056 ABGB § 1060 ABGB Schiedsgutachten Zivilrecht
Autor*innen
Stefan Potschka
Haupttitel (Deutsch)
Leistungsbestimmung durch Dritte oder durch eine Vertragspartei
Paralleltitel (Englisch)
The determination of an obligation by a third party or a contracting party
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
xii, 264 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Friedrich Rüffler ,
Christian Koller
Klassifikationen
86 Recht > 86.06 Rechtsvergleichung, Rechtsvereinheitlichung ,
86 Recht > 86.11 Römisches Recht ,
86 Recht > 86.18 Privatrecht: Allgemeines ,
86 Recht > 86.20 Schuldrecht
AC Nummer
AC15561187
Utheses ID
51121
Studienkennzahl
UA | 783 | 101 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1