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"Die Fremden aus dem fernen Orient“
das Spiel mit stereotypen Darstellungen von muslimischen Migrant*innen in der deutschsprachigen Medienlandschaft
Semsa Salioski
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Magisterstudium Publizistik-u.Kommunikationswissenschaft
Betreuer*in
Wolfgang Duchkowitsch
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-28222.65376.764388-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit erforscht die mediale Darstellung von muslimischen Migrant*innen im deutschsprachigen Raum. Das konkrete Erkenntnisinteresse bezieht sich auf das Vorkommen von Stereotypen und Vorurteilen in deutschsprachigen Filmen. Als Untersuchungsobjekte werden in Deutschland produzierte Unterhaltungsfilme über türkische Einwanderer*innen herangezogen und analysiert. Gesellschaftspolitische Debatten über muslimische Migrant*innen sind insbesondere in den letzten Jahren stark in den Fokus der medialen Öffentlichkeit gerückt. Viele Einheimische fürchten sich vor einer „kulturellen Überfremdung“. Die Angst vor Muslim*innen existiert in Europa schon seit dem Mittelalter. Bis heute kommt es zur Verbreitung von unterschiedlichen negativen Klischeevorstellungen, insbesondere durch Medien, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und ihrem Einfluss nicht bewusst sein wollen. Daher ist die Auseinandersetzung mit diesem Thema aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive von großer Relevanz. Um einen besseren Einblick in das Themenfeld zu gewähren, befasst sich der Forschungsstand zu Beginn mit der Definition und der Entstehung von Identität, sowie einer Vielzahl an verschiedenen Kulturbegriffen. Anschließend werden die Themenfelder Rassismus, Diskriminierung, Stereotype und Vorurteile genauer erläutert. Auch der Islam und seine Beziehung zu Europa ist ein wichtiger Kernpunkt des Forschungsstands. Des Weiteren steht das Thema Migration im Fokus und wird anhand von der Geschichte der Gastarbeiter*innen und der Flüchtlingskrise genauer beleuchtet. Zuletzt wird ein Blick in die deutsch-türkische Filmgeschichte geworfen, um die Darstellungsmuster später mit der eigenen Analyse vergleichen zu können. Als theoretische Grundlagen werden die soziologische Systemtheorie in Bezug auf Massenmedien, sowie Ansätze der Theorie der Mediensozialisation verwendet. Als Methode wird die qualitative Inhaltsanalyse von Philipp Mayring herangezogen. Für die Analyse werden die Filme „Gegen die Wand“ (2004), „Almanya – Willkommen in Deutschland“ (2011), „Einmal Hans mit scharfer Soße“ (2013), „3 Türken und ein Baby“ (2015) und „Shahada“ (2010) ausgewählt. Vorkommende Stereotype oder Vorurteile werden in Kategorien eingeteilt und anschließend durch die Handlungen oder vorkommenden Figuren in den Filmen erklärt und interpretiert. Insgesamt werden somit 22 verschiedene Kategorien gebildet. Für die Beantwortung der Forschungsfrage werden die herausgefilterten Kategorien, miteinander verglichen und thematisch zusammengefasst. Beispiele für diese Zusammenfassung der relevantesten Kategorien sind „Angst vor der sozialen Abwertung durch die eigene konservative Community“, „Darstellungen von konservativen Elternhäuser“, „weniger Verbundenheit zur Heimat von Migrant*innen der zweiten Generation“ oder „negative Darstellungen von türkischen Männern“. Allgemein betrachtet hat die Analyse ergeben, dass die deutschen Filme von Regisseur*innen mit Migrationshintergrund massiv von gängigen Stereotypen und Vorurteilen über muslimische Migrant*innen übersät sind. Die meisten negativen Darstellungsmuster, die im Forschungsstand in Bezug auf die deutsch-türkischen Filme der vergangenen Jahrzehnte genannt wurden, werden daher offensichtlich auch in den neueren Filmen wiederholt. Eine der wenigen Filmfiguren mit dem Potenzial Stereotypen und Vorurteile über muslimische Migrant*innen zu entkräften, ist der islamische Gelehrte Vedat aus dem Film „Shahada“. Zukünftige Arbeiten zu diesem Thema könnten die Sichtweisen von muslimischen Migrant*innen im Hinblick auf die negativen Darstellungsmuster in Filmen erforschen. Darüber hinaus wäre ein Vergleich von Filmen über muslimische Migrant*innen aus anderen Ländern, wie zum Beispiel Frankreich, ebenso interessant, da die Auseinandersetzung mit den Themenfeldern Rassismus und Migration dort auch schon lange im Fokus der Öffentlichkeit liegen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Migration Muslime Kultur Identität Stereotype Vorurteile Medien
Autor*innen
Semsa Salioski
Haupttitel (Deutsch)
"Die Fremden aus dem fernen Orient“
Hauptuntertitel (Deutsch)
das Spiel mit stereotypen Darstellungen von muslimischen Migrant*innen in der deutschsprachigen Medienlandschaft
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
94 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Wolfgang Duchkowitsch
Klassifikation
05 Kommunikationswissenschaft > 05.37 Film, Video
AC Nummer
AC15597502
Utheses ID
52228
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
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