Detailansicht

"I don´t know what´s wrong with us girls" - von Schönheitswettbewerben zu Empowerment?
Interpretationen, Differenzierungen und Funktionen eines entwicklungspolitischen Schlagwortes in Nairobi
Michaela Krenčeyová
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Walter Schicho
Volltext herunterladen
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.6251
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29940.00465.985661-8
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Empowerment ist zu einem sehr präsenten und dennoch bedeutungsentleerten Schlagwort in Entwicklungsdiskursen geworden. Die Interessen der jeweiligen AkteurInnen, die sich seiner bedienen, und die Kontexte, in denen es eingesetzt wird, sind vielfältig und oftmals widersprüchlich. Deswegen steht in dieser Arbeit Empowerment im Mittelpunkt, wie es von den Mitgliedern einer kleinen lokalen Organisation in Nairobi, Kenya, – der Miss Koch Initiative – gedacht und gelebt wird. Eine Annäherung an theoretische und praktische Sinngehalte des Empowerment-Begriffes in verschiedenen Strömungen des Entwicklungsdenkens bildet hierfür die Grundlage. Besonders eine Öffnung des Konzeptes durch die Verdeutlichung seiner Gender-Relevanz ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung. Die Auseinandersetzung mit Urbanisierungs- und Marginalisierungsprozessen in Kenya und mit der Geschichte und Gegenwart Korogochos – dem drittgrößten slum Nairobis, in dem die Organisation entstanden ist und agiert – soll den Kontext für das gewählte Fallbeispiel verdeutlichen. In einem weiteren Schritt wird die Miss Koch Initiative vorgestellt, die Bedingungen ihrer Arbeit werden problematisiert. Gruppeninterne und gruppenübergreifende Prozesse wirken sich auf die Rolle der Organisation als Akteur innerhalb Korogochos aus und sollen den Hintergrund für die in weiterer Folge analysierten Empowerment-Konzepte beleuchten. Die Gruppe war 2001 als Reaktion auf eine Häufung sexueller Übergriffe gegen Mädchen und Frauen entstanden und hatte einen Schönheitswettbewerb in Korogocho veranstaltet, um Mädchen sichtbar zu machen und Gewalt gegen Frauen zu problematisieren. Die Veranstaltung wird seitdem jährlich wiederholt und soll durch politische Themenbezüge die Bevölkerung Korogochos sensibilisieren und gleichzeitig zum Empowerment von Mädchen beitragen. Darüber hinaus hat die Miss Koch Initiative im Laufe der Jahre zahlreiche weitere Betätigungsfelder entwickelt. Den zentralen Teil dieser Arbeit bildet die Analyse von Bedeutungen, Funktionen und Implikationen von Empowerment in den Diskursen von Miss Koch. Die 2007 in einer dreimonatigen Feldforschung gesammelten Daten wurden in Anlehnung an die Grounded Theory ausgewertet. Mitglieder der Organisation füllen Empowerment mit Bedeutungen, um ihre eigene Arbeit zu legitimieren und gleichzeitig ihren Handlunsspielraum auszuweiten. Empowerment ist so nicht nur ein Ziel, sondern auch Teil der Strategie. Eine gender-spezifische Analyse von Empowerment-Prozessen gibt Aufschluss darüber, dass Empowerment außerdem für Frauen und Männer jeweils unterschiedliche Bedeutungen hat. Die Prozesse beeinflussen einander nicht nur, sie bedingen einander auch. Zuschreibungen von Empowerment werden durch Gender strukturiert und verändert – das gilt sowohl für die Voraussetzungen und die Ursachen, als auch für die Ziele von Empowerment. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Exkurs über die unterschiedliche Bedeutung lokaler und fremder AkteurInnen von Empowerment in den Diskursen der Mitglieder von Miss Koch.
Abstract
(Englisch)
Empowerment has become a contested buzzword in development discourses. The interests of actors using it and the contexts in which it is utilized are manyfold and often contradictory. The focus of this thesis therefore lies on empowerment as it is conceptualized and experienced by the members of a small local organization in Nairobi, Kenya – the Miss Koch Initiative. Theoretical concepts and practical approaches to empowerment in development thinking are the basis for the analysis. The expansion of the concept through an emphasis of its gender-relevance is of special importance in this regard. An examination of interrelated processes of urbanization and marginalization in Nairobi and the living conditions in Korogocho, which is the third largest slum of Nairobi and the domicile of the organization, shall clarify the context of the case study at hand. The Miss Koch Initiative, its formation, activities and group related dynamics will be examined in the subsequent chapter as they form the framework of processes of empowerment within the organization. The group was established in the year 2001 as a reaction to sexual violence against women, when it started using beauty pageants to make girls visible within the community and to sensitize the population of Korogocho regarding the issue. Over the years Miss Koch developed various other fields of activities in order to enhance the empowerment of girls and of the whole community. The analysis of meanings, functions and implications of empowerment in the discourses of Miss Koch forms the core of this thesis. It is based on data collected during a three-month field research in 2007, analyzed on the basis of a grounded theory approach. Members of the organization use and interpret empowerment to legitimate their work and to extend their room for maneuver at the same time. Empowerment is more than a goal, in this way it becomes a part of the group strategy. A gender specific analysis of empowerment processes makes clear that empowerment has different meanings for women and for men. The respective processes do not only influence each other, they are mutually dependent and complementary. The ascription of preconditions, causes and objectives of empowerment is therefore structured through gender. The study is concluded by a short digression about the relevance of local actors in comparison to external agents of development in the discourses of Miss Koch.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
empowerment gender youth organisation slum Kenya
Schlagwörter
(Deutsch)
Empowerment Gender Jugendorganisation Slum Kenya
Autor*innen
Michaela Krenčeyová
Haupttitel (Deutsch)
"I don´t know what´s wrong with us girls" - von Schönheitswettbewerben zu Empowerment?
Hauptuntertitel (Deutsch)
Interpretationen, Differenzierungen und Funktionen eines entwicklungspolitischen Schlagwortes in Nairobi
Paralleltitel (Englisch)
"I don´t know what´s wrong with us girls" - from beauty pageants to empowerment ; interpretations, differentiations and functions of a development buzzword
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
171 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Walter Schicho
Klassifikationen
71 Soziologie > 71.33 Frau ,
71 Soziologie > 71.38 Soziale Bewegungen ,
71 Soziologie > 71.44 Gruppenprozesse ,
73 Ethnologie > 73.07 Entwicklungsethnologie ,
74 Geographie, Anthropogeographie > 74.23 Afrika ,
79 Sozialpädagogik, Sozialarbeit > 79.16 Jugendhilfe
AC Nummer
AC06701008
Utheses ID
5621
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1