Detailansicht

Musik, Medien und Marienfrömmigkeit am Hof Maximilians I.
Raphaela Beroun
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Musikwissenschaft
Betreuer*in
Birgit Lodes
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11996.58437.357372-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Bereits mit der Planung und Entstehung der memorialkulturellen Monumente zu Lebzeiten Kaiser Maximilians I., die uns heute unter dem Begriff Gedechtnus bekannt sind, setzt eine Mythologisierung der Person Maximilians ein, die selbst Jahrhunderte nach dessen Tod noch immer Bestand hat. Der Kaiser scheint Autor und Mittelpunkt autobiographischer Gedechtnus- oder politischer Propaganda-Werke zu sein, für deren Konzeption und Verwirklichung er diverse Künstler und Gelehrte beauftragt und sich der ihm zur Verfügung stehenden Medien zu bedienen versteht. Dabei wird unter anderem die auffällige Marienfrömmigkeit Maximilians, die auf politischer, medialer und musikalischer Ebene immer wieder hervortritt, als Phänomen der Zeit abgetan und zumeist auf Maximilians Todeskult und ausgeprägte Sorge um das eigene Seelenheil reduziert. In der Arbeit werden erstmalig verschiedenartigste Quellen, die einen konkreten Bezug zwischen dem Hof Kaiser Maximilians I. und der Verehrung der Jungfrau Maria aufweisen, zusammengetragen. Diese interdisziplinäre Bündelung und Untersuchung verdeutlicht die Relevanz dieser Verbindung zwischen Gottesmutter-Verehrung und maximilianischem Hof, die auf politischer, medialer, religiöser und musikalischer Ebene nachgewiesen wird. Hierbei wird das Ineinandergreifen dieser Bereiche aufgezeigt, welches eine klare Abgrenzung zwischen sakralen Formen und politischem Interesse widerlegt und darlegt, dass eine widerspruchsfreie Beschlagwortung diverser Werke als „Gedechtnus“ oder „Propaganda“ nicht vorgenommen werden kann. In dieser Auseinandersetzung soll ebenso von dem personenzentrierten Maximilian-Fokus, der den Kaiser gerne als richtungsangebenden Autor diverser Werke vermutet, abgerückt und der Blick auf eine Netzwerkgruppe eröffnet werden. Diese Thesen werden anhand der anonym überlieferten Festmotette Ave mundi spes, Maria, die offensichtlich Matthäus Lang von Wellenburg gewidmet ist, und dem marianischen Repertoire des Liber Selectarum Cantionum (Augsburg 1520) diskutiert. Mithilfe dieses konkreten Repertoires wird auf das politische und säkulare Machtgefüge rund um Maximilian hingewiesen und argumentiert, dass die Marienfrömmigkeit zwar durchaus als Phänomen der Zeit betrachtet werden kann, jedoch als entscheidendes Element der habsburgischen pietas austriaca durch den maximilianischen Hof etabliert wird. Sie wird in einem komplexen Netzwerk, das sich 105 um Maximilian spinnt, kreiert, politisch instrumentalisiert, zu Memoriazwecken genutzt und weitergetragen. Zuletzt wird argumentiert, dass eben diese Aspekte, deren Grenzen sich als fließend erweisen, durch semiotisch aufgeladene Werke transportiert werden, die Künstler, Musiker, Drucker, Gelehrte und viele weitere Personen konzipieren und gestalten. Durch die produktive Rezeption dieser (musikalischen) Werke sorgen sie nicht nur für eine andauernde Präsenz Maximilians und folglich auch der Habsburger, sondern sie widmen ihre Kunst zusammen mit ihrem Gebet der Gottesmutter, unabhängig von Zeit und Raum.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Musik vor 1600 Renaissance Maximilian I. Habsburg Marienfrömmigkeit
Autor*innen
Raphaela Beroun
Haupttitel (Deutsch)
Musik, Medien und Marienfrömmigkeit am Hof Maximilians I.
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
105 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Birgit Lodes
Klassifikation
24 Theater, Film, Musik > 24.50 Historische Musikwissenschaft
AC Nummer
AC16208164
Utheses ID
58603
Studienkennzahl
UA | 066 | 836 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1