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Der albanische Admirativ im Vergleich mit den Modi des Deutschen
Edisa Shahini
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Peter Ernst
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29208.11852.865269-1
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das albanische Admirativsystem ist eine besondere Erscheinung innerhalb der indoeuropäischen Sprachen. Jedoch gilt das nicht für den Arealbereich der Balkansprachen, denn in ihnen finden sich Äquivalente wie der bulgarische und makedonische Renarrativ. Im weiteren ist auch die miş- Form des nicht- indoeuropäischen Türkischen zu vergleichen. Der Admirativ tritt in verschiedenen Ausprägungen auf (qenkam „ich bin ja“, qenkësha „ich war ja“, usw.) und drückt unterschiedliche Modalitätsnuancen aus (Erstaunen, Überraschung, Distanzierung, Kommentativität, Evidentialität). Besonders häufig begegnet er in mündlicher Rede (Erzählung, Dialog), in nüchterner Darstellung (z.B. wissenschaftlicher Prosa) fehlt er weitgehend. Bezüglich der Entstehung des Admirativs gehen beispielsweise Demiraj, Ajeti und Fiedler davon aus, dass er auf Basis der umgestellten Bestandteile des Perfekts gebildet wird. Die periphrastische Form qenkam (= Partizip qenë „gewesen“ + kam „ich habe“) wäre also mit kam qenë „ich bin gewesen“ zu vergleichen. Ganz allgemein wird von den Sprachwissenschaftlern eine relativ frühe Ausbildung angenommen, da sich entsprechende Formen bereits im ersten gedruckten albanischen Buch, in Buzukus „Meshari“ aus dem Jahre 1555, finden. Die Funktionen des Admirativs lassen sich in drei Hauptfunktionen unterteilen: 1) Ausdruck der Verwunderung und des Erstaunens über eine geschehene Handlung oder einen Sachverhalt; 2) Ausdruck von sarkastischer oder ironischer Einstellung; 3) Kenzeichnung der Art der Informationsquelle (fehlende eigene Anschauung, Fremdbericht, Gerücht usw.). Im Hinblick auf die dritte Hauptfunktion schlägt Victor Friedman den Terminus „Nichtkonfirmativität“ als geeignete Bezeichnung vor. In der sprachwissenschaftlichen Praxis ist gegenwärtig die neue Bezeichnung „Evidentialität“ am geläufigsten. Da andere Sprachen – darunter auch das Deutsche – diese Modusform nicht kennen, muss sie in Übersetzungen durch andere grammatische Kategorien dargestellt werden: • Wird Verwunderung ausgedrückt, verwendet man im Deutschen Modalpartikeln (nach Zifonun und Engel auch Abtönungspartikeln genannt). • Zum Ausdruck ironischer Einstellung stehen im Deutschen verschiedene Kategorien zur Verfügung: Konjunktiv, die epistemische Variante des Verbs sollen oder die Modalpartikeln. • Findet sich der Admirativ bei Redewiedergabe bzw. indirekter Rede, so greift man im Deutschen auf den Konjunktiv oder die epistemische Variante des Verbs sollen zurück. Zusammenfassend lässt sich sagen: Im Albanischen tritt der Admirativ dann in Erscheinung, wenn es heißt, bestimmte epistemische oder subjektive Modalitäten zu äußern oder anderweitige Faktoren der Information (Fremdquelle) zu kennzeichnen. Abhängig von seiner Funktion im Albanischen wird er in der deutschen Sprache entweder durch Modalpartikeln, den Konjunktiv oder durch die epistemische Variante des Verbs sollen oder auch gar nicht wiedergegeben.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Admirativ Albanisch
Autor*innen
Edisa Shahini
Haupttitel (Deutsch)
Der albanische Admirativ im Vergleich mit den Modi des Deutschen
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
105 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Peter Ernst
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.06 Sprachwissenschaft: Allgemeines
AC Nummer
AC07828960
Utheses ID
5941
Studienkennzahl
UA | 332 | | |
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