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"But I've never looked at it as a ghetto"
negotiating territorial stigmatisation in a Danish neighbourhood
Levke Sönksen
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium DDP Urban Studies
Betreuer*in
Margarita Barañano Cid
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11265.48486.942868-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Rassistische Einstellungen und eine Angst vor ‚dem Fremden‘ dominieren zunehmend den politischen Diskurs in vielen europäischen Ländern und informieren konkrete politische Maßnahmen, im Zuge dessen auch mit Immigranten assoziierte städtische Räume als Orte der Ausgrenzung konstruiert werden. Neben (politischen) Interventionen innerhalb dieser ausgewiesenen Gebiete trägt auch die Bezeichnung dieser zur Stigmatisierung derselben bei. Ein Beispiel für eine solche Praxis ist die Anwendung und Institutionalisierung des Konzepts des ‚Ghettos‘ im dänischen Kontext, das (diskursiv) Räume der Ausgrenzung etabliert und zur Verräumlichung und Ethnisierung sozialer Probleme beiträgt. In dieser Arbeit wird aufgezeigt, wie das ‚Ghetto‘ als sozialräumliches Imaginäres konstruiert wird, eine hegemoniale Stellung im politischen Feld einnimmt und als solches nicht nur als Politik, sondern auch aufgrund der externen Repräsentationen, die es sowohl für die Zielgebiete als auch für die Bewohner:innen vermittelt, von Bedeutung ist. Es wird somit herausgearbeitet, wie sich die von außen auferlegten sozialräumlichen Vorstellungen des ‚Ghettos‘ mit den alltäglichen Erfahrungen der Bewohner:innen überschneiden. Anhand einer diskursbasierten Dokumentenanalyse wird nachgezeichnet, wie das ‚Ghetto‘ diskursiv konstruiert und instrumentalisiert wird, um dann anhand von Interviews mit Bewohner:innen und lokalen Fachleuten der als ‚Ghetto‘ eingestuften Nachbarschaft Tingbjerg herauszuarbeiten, wie der nationale Diskurs auf der lokalen Ebene verhandelt wird. Insgesamt zeigt sich so eine Gleichzeitigkeit verschiedener Raumkonzepte, deren Möglichkeit der öffentlichen Kommunikation jedoch asymmetrischen Machtverhältnissen unterliegt. So sind die Bewohner:innen in symbolische Kämpfe um Repräsentation und die Formulierung von Gegennarrative involviert, die die dominanten sozialräumlichen Vorstellungen, die durch den ‚Ghetto‘ Diskurs vermittelt werden, potenziell herausfordern. Es zeigt sich darüber hinaus, dass das ‚Ghetto‘ in Dänemark nicht im Hinblick auf materielle und/oder sozioökonomische Merkmale betrachtet werden sollte, sondern als ein Diskurs verstanden werden muss, in dem sich soziale und räumliche Abgrenzungen und Hierarchisierungen überschneiden.
Abstract
(Englisch)
With anti-immigrant attitudes and a fear of ‘the Other’ increasingly dominating political discourses and informing biopolitical practices in many European countries, also the urban spaces inhabited by these marginalised groups are increasingly constructed as places of exclusion. Besides (political) interventions within these designated areas, also the labelling contributes to the stigmatisation of these spaces. An example of such a practice is the adaptation and institutionalisation of the concept of the ‘ghetto’ in the Danish context, which (discursively) establishes spaces of exclusion and contributes to the spatialisation and ethnicisation of social problems. This thesis draws attention to how the ‘ghetto‘ as a socio-spatial imaginary is constructed and gains hegemonic position in the political field and as such has not only consequences as a policy but also because of the external representations it conveys of both targeted areas and residents. To elaborate how the externally imposed socio-spatial imaginaries of the ‘ghetto’ intersect with the everyday lived experiences of residents, a discourse-based document analysis is employed to trace how the ‘ghetto’ is discursively constructed and instrumentalised. Following from this, interviews with residents and local professionals of Tingbjerg, a neighbourhood classified as a ‘ghetto’, highlight how the national discourse is related to and negotiated at the local scale. The findings draw attention to the simultaneity of different conceptions of space, whose possibility of public communication, however, are subject to asymmetric power relations. Residents are thus involved in symbolic struggles over representation and the formulation of counter-narratives that potentially challenge the dominant socio-spatial imaginaries conveyed by the ‘ghetto’ discourse. It is also demonstrated that the ‘ghetto’ in Denmark should not be considered in terms of material and/or socioeconomic features but must be understood as a discourse in which social and spatial demarcations and hierarchisations intersect.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
ghetto territorial stigmatisation
Schlagwörter
(Deutsch)
Ghetto Territoriale Stigmatisierung
Autor*innen
Levke Sönksen
Haupttitel (Englisch)
"But I've never looked at it as a ghetto"
Hauptuntertitel (Englisch)
negotiating territorial stigmatisation in a Danish neighbourhood
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
ii, 77 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Margarita Barañano Cid
Klassifikation
74 Geographie, Anthropogeographie > 74.19 Europa
AC Nummer
AC16518515
Utheses ID
61266
Studienkennzahl
UA | 066 | 664 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1