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Studien zum frühen Tizian
"Tizian und Alfonso I. d'Este" ; Porträts im Umkreis Alfonso I. ; zur Interpretation von Dokumenten ; Archivstudien, Briefwechsel, diplomatische Mission
Elisabeth Pokorny-Waitzer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Artur Rosenauer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30330.93369.672570-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Der Inhalt der vorliegenden Arbeit umfasst die Interpretation von bereits publizierten Dokumenten zu den von Tizian ausgeführten Porträts Alfonso I. d’Estes, der Laura Eustochia Estense, des Tommaso Mosti und der Violante. Die Arbeit wurde um zwei Dokumente ergänzt; eine Schenkungsurkunde und einen, von der Verfasserin aufgefundenen, unveröffentlichten Brief Jacopo Tebaldis, des herzoglichen Botschafters in Venedig. Beide Dokumente wurden von der Verfasserin transkribiert. Um den Inhalt, der vorwiegend in italienischer Sprache verfassten Quellen dem Leser verständlicher zu machen, wurde die Arbeit mit einem Appendix versehen, der die von der Autorin angefertigte Übersetzung der Dokumente enthält. In der Folge werden die Ergebnisse aus der Interpretation der Quellen zu den in der Arbeit abgehandelten Porträts der Reihe nach angeführt: • In der Forschung blieb die Frage nach der genauen Datierung des Ersten Porträts Alfonso I. d’Estes offen. Der von der Verfasserin vorgebrachte Datierungsvorschlag von 1527/28 resultiert aus einer inhaltlichen Deutung des Porträts Alfonso I. d’Estes des MetMus of Art in New York in Zusammenhang mit der politischen Lage, die aus dem unpublizierten Dokument vom 19. Dezember 1527 zu entnehmen ist. • Weiters wurde die von Lodovico Dolce im Dialogo della pittura erwähnte Bezahlung von 300 Scudi für das Erste Porträt unter Zuhilfenahme der Numismatik in Dukaten umgerechnet. Dadurch konnte ein vergleichbarer Richtsatz für eine dokumentarisch belegte Zahlung in dieser Währung erstellt werden. • Der nach der Vollendung der Camerinobilder offensichtlich gestiegene Marktwert des Künstlers ließ auf eine Ausführung des Gemäldes 1527/28 schließen. • Die Provenienz des als verschollen geltenden Zweiten Porträts Alfonso I. d’Estes blieb bis heute ungeklärt. Im Zuge der Recherchen unterzog die Verfasserin wesent-liche Teile einer Abschrift eines 1882 von Adolfo Venturi veröffentlichten Inventars der Galleria Estense di Modena einem eingehenden Studium, da dort unter den Ein-tragungen zu Tizian ein „Ritratto di Duca Alfonso“ erscheint. An Hand der heute bekannten Provenienz einiger, in der Auflistung erscheinenden Gemälde wurde der Versuch unternommen, das undatierte Inventar einer Zeitspanne zuzuordnen. • In der Provenienz der Laura Dianti wurde von der Verfasserin die noch heute in der Literatur mit „um 1599“ angegebene Anlage eines Prager Inventars berichtigt. Die Autorin schloss sich der bereits von Heinrich Zimmermann 1905 dokumentarisch belegbaren Datierung des Inventar von „um 1618-1620“ an. • Erwähnenswert ist die aus den 1643 verfassten Dokumenten des „Ristretto“ hervor-gehende Existenz eines Porträts der Laura Eustochia am Hof von Modena. Da sich das Original 1643 bereits am kaiserlichen Hof in Prag befand, könnte es sich um die noch heute in Modena befindliche Kopie der Laura Dianti Tizians handeln. • Nach genauerer Betrachtung dieser Kopie vor Ort machte sie den Eindruck einer greifbaren Ähnlichkeit mit dem Antlitz der Venus Anadyomene von Tizian. • Die in der Arbeit angeführten Dokumente enthielten keinen Hinweis auf eine Porträtierung des Tommaso Mosti. Die Verfasserin kam zu folgender Ansicht: Es ist anzunehmen, dass der Auftrag für die Ausführung des Porträts des Tommaso Mosti vom Dargestellten selbst kam und daher auch im Briefwechsel des estensischen Hauses keine Erwähnung findet. • Ausgehend von der stilistischen Heterogenität des Gemäldes wird folgender Datierungsvorschlag unterbreitet: Tizian könnte den Dargestellten am Hof von Ferrara um die Zeit der Ausführung des Zinsgroschens zu porträtieren begonnen, in Venedig weitergearbeitet und 1526 vollendet haben. • Aus den von der Verfasserin bearbeiteten Dokumenten des estensischen Hauses von 1598 wird ersichtlich, dass ein Gemälde der Violante in Modena existierte. Aus diesen Schriftstücken konnte weiters entnommen werden, dass es von Cesare I. d’Este um den Preis von 200 Scudi wieder erworben wurde. Erwähnenswert ist darin auch die Bezeichnung Violantes als Geliebte Tizians. • In einem der in der Provenienz der Violante des Kunsthistorischen Museums in Wien angegebenen Inventar; der Hamilton List A, wird der Wert des Gemäldes mit 200 Dukaten angegeben. Auffallend ist die im Gegensatz zu anderen, in derselben Liste verzeichneten Porträts auffallende Höhe des Preises. Diese lässt den Schluss zu, dass es sich um ein seltenes Stück handelte, dass ob seiner Qualität hoch geschätzt wurde. • Carlo Ridolfi erwähnte 1648 in den Maraviglie dell’Arte ein Porträt einer „la bella gatta“. Diese Äußerung wird in der Literatur auf die Wiener Violante bezogen. Abschließend sei noch erwähnt, dass sich die Verfasserin dieser Ansicht nicht anschließen konnte, da sich die Beschreibung Ridolfis im Detailstudium des Porträts als nicht zutreffend erwies.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Interpretation publizierter Dokumente Auffindung, Abschrift, Transkription und Verwendung eines unveröffentlichten Dokumentes Bearbeitung folgender Porträts von Tizian: Alfonso I. d'Este (Erstes und Zweites Porträt) Laura Dianti Tommaso Mosti Violante) Datierungsvorschlag zum Ersten Porträts Alfonso I. d'Este Zeitliche Einordnung auf stilkritischer Basis des Porträts des Tommaso Mosti
Autor*innen
Elisabeth Pokorny-Waitzer
Haupttitel (Deutsch)
Studien zum frühen Tizian
Hauptuntertitel (Deutsch)
"Tizian und Alfonso I. d'Este" ; Porträts im Umkreis Alfonso I. ; zur Interpretation von Dokumenten ; Archivstudien, Briefwechsel, diplomatische Mission
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
120, XXIX S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Artur Rosenauer
Klassifikation
20 Kunstwissenschaften > 20.89 Kunstgeschichte: Sonstiges
AC Nummer
AC07037683
Utheses ID
1012
Studienkennzahl
UA | 315 | | |
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