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Persönlichkeits- und Umweltdeterminanten der Partizipation an der lokalen / regionalen Agenda 21
Peter Panholzer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Rainer Maderthaner
DOI
10.25365/thesis.11271
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29422.00417.557266-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende empirische Untersuchung behandelt Persönlichkeits- und Umweltdeterminanten, die zur Teilnahme an den kommunalen Partizipationsprozessen der lokalen/regionalen Agenda 21 führen.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, zu überprüfen, ob es unterschiedliche Ausprägungen zwischen den Agenda 21-Gruppen und der Kontrollgruppe in für den politischen Bereich generalisierte Erwartungshaltungen, bei den Modalitäten des Gerechte-Welt-Glaubens, sowie bei der Umweltdeterminante der ortsbezogenen Identität und außerdem der Vereinserfahrung gibt. Außerdem wurden die Determinanten auf ihre Vorhersagequalität für eine Agenda 21-Teilnahme, die Bereitschaft zur Partizipation, sowie die Intensität der Beteiligung geprüft.
Es wurden insgesamt 132 Personen befragt, davon 30 Partizipierende der Wiener lokalen Agenda 21, 35 Partizipierende der regionalen Agenda 21 Mühlviertler Alm und 67 Personen aus dem Mühlviertel und Wien, die die Kontrollgruppe bildeten. Der 12-seitige Fragebogen enthielt insgesamt 118 Items bestehend aus soziodemographischen Angaben und acht Skalen.
Im theoretischen Teil wurde zunächst die lokale/regionale Agenda 21 dargestellt. Danach wurde die historische Entwicklung sozialer Bewegungsforschung analysiert. Es kam weiters zu einer Auseinandersetzung mit dem Stufenmodell von Lüttringhaus (2000) und motivationspsychologischen Ansätzen sowie Determinanten, die in politischen Erklärungsmodellen nicht berücksichtigt wurden. Die Modalitäten des Gerechte-Welt-Glaubens, ortsbezogene Identität und Geschlechtszugehörigkeit werden behandelt.
Im empirischen Teil zeigte sich, dass die für den politischen Bereich generalisierten Erwartungshaltungen nach Krampen (2000) in den Agenda 21-Gruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe allesamt unterschiedlich ausgeprägt waren. Während das politische Selbstkonzept und die internalen Kontrollüberzeugungen in den Agenda 21-Gruppen höher ausgeprägt waren, zeigten sich niedrigere Werte in politisch externalen und fatalistischen Kontrollüberzeugungen. Die Partizipierenden der regionalen Agenda 21 hatten zudem mehr Vertrauen in die Politik und die Politikerinnen als die Kontrollgruppe.
Bezüglich der Modalitäten des Gerechte-Welt-Glaubens konnten nur teilweise signifikante Ergebnisse erzielt werden. So halten Agenda 21-Mitglieder ein gerechtes Österreich eher für möglich und glauben mehr daran, selbst etwas bewirken zu können. Außerdem sind sie signifikant öfter der Meinung, auch einen eigenen Beitrag für ein gerechtes Österreich zu leisten.
Die Umweltdeterminante der ortsbezogenen Identität war bei den Agenda 21-Gruppen ebenfalls signifikant stärker ausgeprägt, als in der Kontrollgruppe. Außerdem haben die Agenda 21-Gruppen signifikant mehr Vereinserfahrung als die Kontrollgruppe.
Frauen haben signifikant niedrigere Ausprägungen im Selbstkonzept politischer Fähigkeiten und eine signifikant stärker entwickelte ortsbezogene Identität. Außerdem haben sie tendenziell schwächere internale politische Kontrollüberzeugungen und rechtfertigen Ungleichheiten tendenziell weniger als die männlichen Probanden.
Die Determinanten besitzen auch Vorhersagewert für die Teilnahme, Teilnahmebereitschaft und Intensität von Beteiligung. Ein stark ausgeprägtes Selbstkonzept politischer Fähigkeiten, starke ortsbezogene Identität und die Überzeugung, einen Beitrag für ein gerechtes Österreich zu leisten sagt ebenso wie schwach ausgeprägte externale politische Kontrollüberzeugungen die Teilnahme an der lokalen/regionale Agenda 21 voraus. Große internale politische Kontrollüberzeugungen und die innere Wahrnehmung, mit eigenen Taten zu einem gerechteren Österreich beizutragen, sind relevant für die Vorhersage der Teilnahmebereitschaft. Für die Intensität der Beteiligung ist die Einflusserwartung, selbst zu einem gerechteren Österreich beitragen zu können maßgeblich. Außerdem sind Menschen ohne Maturaabschluss an weniger Projekten beteiligt also solche mit höherem Bildungsniveau.
Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen, die sich an der lokalen/regionalen Agenda 21 beteiligen, sich im politischen Bereich als kompetent und wirksam erleben. Außerdem dürfte die Beteiligung zu der Überzeugung führen, dass man zu einem gerechteren Österreich beitrage. Von Interesse für weitere Untersuchungen sind die Valenzen im Modell von Krampen (2000), insbesondere Werthaltungen, die wohl gleich den erhobenen generalisierten Erwartungshaltungen Vorhersagekraft bezüglich der Agenda 21 Teilnahme besitzen. Die Analyse der Haltung der Partizipierenden gegenüber dem so wichtigen Aspekt der Nachhaltigkeit würde wohl auch Vorhersagekraft für die Partizipation bei der lokalen/regionalen Agenda 21 besitzen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
lokale Agenda 21 Persönlichkeits- und Umweltdeterminanten der Partizipation unkonventionelle politische Partizipation
Autor*innen
Peter Panholzer
Haupttitel (Deutsch)
Persönlichkeits- und Umweltdeterminanten der Partizipation an der lokalen / regionalen Agenda 21
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
138 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Rainer Maderthaner
Klassifikation
77 Psychologie > 77.93 Angewandte Psychologie
AC Nummer
AC08332532
Utheses ID
10166
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
