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Das Afrika-Bild in Hergés "Tintin au Congo"
zu den Verflechtungen einer belgischen Bande Dessinée in einem kolonialen Afrikadiskurs
Barbara Teufel
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Arno Sonderegger
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29445.66837.255559-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
‚Tintin au Congo’ ist ein französischsprachiger Comic des belgischen Autors und Zeichners Georges Prosper Remi (Künstlername: Hergé, 1907-1983). 1929 bis 1930 in einer belgischen Zeitungsbeilage veröffentlicht und 1931 als Comicalbum publiziert, schreibt sich der zunächst schwarz-weiße Comic in den politischen Kontext der belgischen Kolonialherrschaft im Kongo ein. Als 1946 eine überarbeitete und gekürzte Farbversion erschien, hatte sich der politische Kontext bereits gewandelt. Die kontextuelle Einbettung des Materials stellt den Anfang der Arbeit dar und folgt auf eine einleitende begriffliche sowie methodische und theoretische Fundierung. Geprägt durch den Entstehungskontext, sind dem Comic koloniales Denken und die im Belgien der 1920er und 1930er Jahre dominierenden Afrika-Bilder durchgängig eingeschrieben und eingezeichnet. Dies zeigt die fundierte Analyse des Materials, die im Hauptteil der Arbeit durchgeführt wird und die auf einer Kritischen Diskursanalyse basiert. ‚Tintin au Congo’ transportiert in allen untersuchten französischsprachigen Auflagen einen rassistischen und eurozentrischen Blick auf die Welt. Im Anschluss werden die Wechselwirkungen zwischen kolonialen Diskursen und gezeichneten Afrika-Bildern betrachtet. Hergé vermittelte mit Tintin au Congo eine prokoloniale Haltung und wollte mit seinem Werk zur Legitimierung kolonialer Herrschaftsverhältnisse beitragen. Er war im hegemonialen Diskurs verhaftet und hat diesen reproduziert. ‚Tintin au Congo’ wurde mehrfach erfolgreich neu aufgelegt, war aber auch mit Kritik und Rassismusvorwürfen konfrontiert. Dieser Rezeptionsgeschichte und den Möglichkeiten der Wirkung von ‚Tintin au Congo’ widmet sich der letzte Teil der Arbeit. Gerade auf Grund von Hergés klarem Zeichenstil und seiner gezielten Konstruktion einer authentisch und neutral erscheinenden Geschichte kann ‚Tintin au Congo’ auf die Leser wirken und diese beeinflussen.
Abstract
(Englisch)
‘Tintin au Congo’ is a French comic, written and designed by the Belgian Georges Prosper Remi (pseudonym: Hergé, 1907-1983). First published from 1929 to 1930 in a weekly supplement and released in 1931 as an album, the comic is marked by the Belgian colonial rule in the Congo. When it was reprinted in 1946 in an adapted, reduced, and coloured version, its political context had already changed. The contextual embedding of the material forms the beginning of this thesis and follows an introductory conceptual, methodical, and theoretical foundation. Marked by the context of its creation, a colonial way of thinking and the images of Africa which dominated Belgium in the 1920s-1930s are inscribed and drawn into the comic continuously. This is shown by the well-founded analysis of the material, which is carried out in the principal part of the thesis and is based on a ‘Kritische Diskursanalyse’. ‘Tintin au Congo’ conveys in all reviewed editions a racist, Eurocentric, and procolonial view of the world. The thesis also examines the reciprocations between the colonial discourses and the designed images of Africa. Hergé was a supporter of the hegemonial discourse, and wanted to use his comic to contribute to the legitimisation of colonial rule. The last part of the thesis is dedicated to the history of reception and to the possibilities of influence stemming from ‘Tintin au Congo’. Particularly because of the targeted clear construction of a history which seems authentic and neutral, ‘Tintin au Congo’ can influence the reader effectively.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Hergé Tintin comic Belgium Congo image of Africa colonialism Eurocentrism racism colonial discourse
Schlagwörter
(Deutsch)
Hergé Tintin Bande Dessinée Belgien Kongo Afrikabild Kolonialismus Eurozentrismus Rassismus Kolonialer Diskurs
Autor*innen
Barbara Teufel
Haupttitel (Deutsch)
Das Afrika-Bild in Hergés "Tintin au Congo"
Hauptuntertitel (Deutsch)
zu den Verflechtungen einer belgischen Bande Dessinée in einem kolonialen Afrikadiskurs
Paralleltitel (Englisch)
The image of Africa in Hergé’s "Tintin au Congo" ; the intertwining of a Belgian comic in a colonial discourse of Africa
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
197 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Arno Sonderegger
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.99 Geisteswissenschaften allgemein: Sonstiges ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.69 Sprachwissenschaft: Sonstiges ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein: Sonstiges
AC Nummer
AC08276783
Utheses ID
10184
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1