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"Leiden schafft Kunst?"
Goya, Picasso und ein Mythos
Nicole Anna Montaperti
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Petr Fidler
DOI
10.25365/thesis.11325
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29419.82852.267263-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die dieser Arbeit zugrunde liegende Frage ist, ob und in welcher Weise sich emotionales Leid förderlich auf Bildende Kunst auswirken kann – genauer gesagt auf Schaffensprozesse, Ideen, vor allem aber auf das künstlerische Werk. Zur Beantwortung der Frage sollten sowohl Erklärungsversuche vonseiten der psychoanalytischen Objektbeziehungstheorien zu Trauma und Trauer, als auch Veranschaulichungen durch individuelle kunsthistorische Beispiele dienen, welche fallweise durch Selbstaussagen der Künstler ergänzt wurden.
Die angeführten Kurzbiografien, etwa von Michelangelo, Borromini, Hodler und Bourgeois, erstreckten sich dabei vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Zwei Fallstudien wurden einer genaueren Analyse unterzogen, nämlich Francisco de Goya und Pablo Picasso. In den Biografien dieser beiden Künstler gab es jeweils ein leidvolles Ereignis in Verbindung mit einer zwischenmenschlichen Beziehung, das eine völlig neue Schaffensphase einleitete – bei Goya war es die unglückliche Liebe bzw. Leidenschaft zur Herzogin von Alba, bei Picasso war es der Suizid seines Freundes Casagemas. Die Entwicklung des künstlerischen Oeuvres mit dem zeitlich parallel laufenden Ereignis zu vergleichen, erschien mir aus kunsthistorischer Sicht objektiver, als beispielsweise im Werk Wesenszüge des Künstlers zu suchen.
Goya fertigte Skizzen-Serien und seinen ersten von vielen Radierzyklen, den heute berühmten „Caprichos“. Picasso fand mit der sogenannten Blauen Periode zu seinem ersten eigenständigen Schaffensstil. Die Beförderung des künstlerischen Schaffens durch Leid konnte aber nicht eindeutig festgestellt werden, da auch andere Faktoren für den neuen künstlerischen Ausdruck eine Rolle spielten. Besonders bei Picasso wurde deutlich, wie sehr der damals junge Künstler einer romantischen Leid-Idealisierung unterlag, welche auch sein frühes Werk „blau färbte“.
In einem einleitenden Kapitel dieser Arbeit wurde die historische Entwicklung des Leidens-Mythos untersucht. Darunter fielen auch „Melancholie“, das „Saturnische“, „tortured artist“ (leidender Künstler), „Genie und Wahnsinn“ und „Suizid“ als Spielarten des Leids. Idealisierte Vorstellungen von Leid erlebten – neben dem katholischen Leidens-Kult – vor allem in der Literatur der Romantik und des 19. Jahrhunderts ihre Blüte, etwa durch die Werke Schopenhauers, Kierkegaards und Nietzsches. Letzterer sprach von einer Befreiung und Vertiefung des Geistes durch großen, langsamen Schmerz. Diese Haltung hatte einen erheblichen Einfluss auf Künstler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, und ist bis heute trotz diverser Gegenkonzepte von Künstlern noch nicht ganz verschwunden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kunst und Leid Künstlermythen Kunstpsychologie Francisco Goya Pablo Picasso
Autor*innen
Nicole Anna Montaperti
Haupttitel (Deutsch)
"Leiden schafft Kunst?"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Goya, Picasso und ein Mythos
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
148 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Petr Fidler
AC Nummer
AC08267384
Utheses ID
10218
Studienkennzahl
UA | 315 | | |
