Detailansicht

Der Bankensektor in der Finanzkrise
Philip Worschech
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Betreuer*in
Besim Burcin Yurtoglu
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.11368
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30465.99683.546069-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Finanzkrise, die Mitte 2007 begann und sich nach dem Fall von Lehman Brothers am 15. September 2008 in alle Welt ausbreitete, löste ein nie dagewesenes „Bankensterben“ aus. Von den fünf angesehen Investmentbanken der Wall Street blieben nur Morgan Stanley und Goldman Sachs übrig, die aber beide den Sonderstatus als Investmentbank aufgaben und zu Geschäftsbanken wurden. Weltweit mussten Bankenrettungspakete im Wert von 4,1 Billionen Euro geschnürt werden. Niedrige Zinsen, die gesenkt wurden, um einer Rezession entgegen zu wirken, hatten dazu geführt, dass Kredite so billig wurden, dass der Immobilienmarkt und in der Folge auch der Kreditmarkt boomte. Viele Immobilienkäufer nutzten die niedrigen Zinsen und kauften nicht nur Immobilien für den Eigenbedarf, sondern wollten auch am Boom verdienen, indem sie Ferienhäuser, Eigentumswohnungen usw. kauften. Es wurden massenweise Hypotheken auch an Personen mit schlechter Bonität vergeben (Subprime-Hypotheken). Dies deshalb, weil die Kredite mit den Risiken, die daraus entstanden, gleich weiterverkauft werden konnten. Diese Kredite wurden verbrieft, d.h. sie wurden gebündelt und in Tranchen aufgeteilt und es entstanden Derivate wie MBS und CDOs. Diese Wertpapiere wurden vor allem von Investmentbanken wieder und wieder tranchiert, bis aus Krediten mit schlechter Bonität plötzlich auch Derivate mit AAA-Rating, also bester Bonität wurden. Für diese Bewertung waren die Ratingagenturen verantwortlich, die dazu beigetragen haben, dass Finanzinstitute aus aller Welt diese Wertpapiere kauften, ohne zu wissen, welche Risiken sich hinter dieses Derivaten verbergen. Weitere Derivate mit hohem Risikopotential waren die CDS, die „Versicherung“ von Krediten, wobei der Versicherer nicht wusste, welches Risiko sich dahinter verbirgt. Als die Kreditausfälle immer mehr wurden und die Ratingagenturen MBS abstuften, begann sich die Finanzkrise zuerst langsam und dann immer schneller zu entwickeln. Banken konnten ihre Derivate nicht mehr verkaufen, aber auch nicht mehr im Interbankenhandel als Sicherheiten hinterlegen. Das hatte zur Folge, dass der Geldmarkt zum Erliegen kam und Banken, mit zu wenig Eigenkapital ausgestattet, sich nicht mehr refinanzieren konnten und so in Schieflage gerieten und gerettet werden mussten, auch Banken, die mit den Derivaten überhaupt nichts zu tun hatten, sondern nur nicht in der Lage war, frisches Kapital aufzunehmen. Große Immobilienbestände und noch massenhaft vorhandene, noch nicht tranchierte oder noch nicht verkaufte Derivate wurden Lehman Brothers zum Verhängnis. Warum andere Banken gerettet wurden, Lehman Brothers aber nicht, bleibt ein Rätsel und wird von vielen Wirtschaftsexperten als großer Fehler angesehen, denn gerade Lehman Brothers wäre ein Paradebeispiel für „to big to fail“ gewesen. Erst mit dem Untergang der Investmentbank Lehman Brothers, die mit Geldinstituten in aller Welt Geschäftsbeziehungen pflegte, weitete sich die Finanzkrise global aus. Aus der Finanzkrise wurde eine Wirtschaftskrise und zusätzlich zu den Milliarden für die Rettung der Banken mussten Milliarden in den einzelnen Ländern für Konjunkturpakete bereitgestellt werden, was für die Staatsbudgets eine enorme Belastung für die Zukunft bedeutet.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Finanzkrise Kredit Lehman Brothers Bear Stearns Merrill Lynch Goldman Sachs Morgan Stanley Ratingagentur
Autor*innen
Philip Worschech
Haupttitel (Deutsch)
Der Bankensektor in der Finanzkrise
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
IV, 68 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Besim Burcin Yurtoglu
Klassifikation
85 Betriebswirtschaft > 85.99 Betriebswirtschaft: Sonstiges
AC Nummer
AC08342245
Utheses ID
10256
Studienkennzahl
UA | 157 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1