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Diskurs über Suizide und Suizidversuche von Hausgehilfinnen in Wien
zwischen 1925 und 1933/34
Michaela Maria Hintermayr
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Franz Eder
DOI
10.25365/thesis.11382
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29605.29797.363453-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Diplomarbeit geht den Fragen nach, welches Wissen im Diskurs über die suizidgefährdete
Gruppe der Hausgehilfinnen sowohl produziert als auch repräsentiert und
welche soziale Wirklichkeit damit erzeugt wurde. Der analysierte Zeitraum erstreckt sich
von 1925 bis 1933/1934 und wurde deswegen ausgewählt, weil in diesen Jahren sowohl
die Republik Österreich als auch die Stadt Wien, auf die das Augenmerk gelegt wurde,
enorm hohe Suizid- und Suizidversuchsraten hatten. Eine besonders gefährdete Gruppe
waren die Wiener Hausgehilfinnen, da jeder vierte Suizid und Suizidversuch einer Frau in
Wien auf eine Hausgehilfin entfiel. Als Analysemethode dient eine „Historische Diskursanalyse“
nach den Empfehlungen Achim Landwehrs. Den Analysekorpus bilden drei Tageszeitungen
(Illustrierte Kronen-Zeitung, Kleines Blatt, Deutschösterreichische Tageszeitung),
drei Hausgehilfinnen-Zeitschriften (Einigkeit/Die Hausangestellte, Wir vom Haushalt,
Die Hausgehilfin), eine Frauenzeitschrift (Die Unzufriedene), die Suizidstatistiken
und drei wissenschaftliche Abhandlungen zum Thema Suizid. Die Quellen wurden nach
dem Prinzip einer möglichst breiten politischen Streuung und dem der Selbstartikulation
der Hausgehilfinnen ausgewählt. Im Zuge des Analyseprozesses wurden die Quellen hinsichtlich
ihrer Kontexte, sowie ihrer Makro- und Mikrostrukturen untersucht, um zu sehen
wie Aussagen und Signifikate produziert und repräsentiert wurden. Es wurde ein besonderes
Augenmerk auf die sich regelmäßig wiederholenden Aussagen und ihre Kontexte
gelegt, um damit die Erkenntnisgrundlagen sowie den common sense der betroffenen
Gesellschaft aufdecken zu können. Die wichtigsten Themen im Diskurs waren die
Aussagen der Suizidstatistiken, die Suche nach „dem“ Suizidmotiv, die Interpretation
dieses Motivs und welche Maßnahmen Suizide verhindern könnten. Der Diskurs operiert
auf den Wissensbeständen, dass eine suizidale Handlung eine negative Verhaltensweise
darstellt und dass die SuizidentInnen mit ihrer Handlung den generellen Wert des
menschlichen Lebens in Frage stellen. Der Diskurs ist darüber hinaus von der Frage nach
der Freiheit oder Unfreiheit menschlichen Handelns geprägt und wer die Verantwortung
für eine suizidale Handlung zu tragen hat, das Individuum oder die Gesellschaft? Während
von den bürgerlichen Kräften versucht wurde der „Selbstmordepidemie“ unter den
Hausgehilfinnen durch eine Beschwörung der Vorzüge des alten patriarchalen
Dienstverhältnisses und durch eine Unterdrückung des Diskurses herzuwerden, verlegten
sich die sozialdemokratischen Kräfte darauf, eine Kausalität zwischen suizidaler Handlung
und wirtschaftlicher/sozialer Not herzustellen, um so ein Druckmittel zur Einforderung von
Verbesserungen für die Hausgehilfinnen in der Hand zu haben.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Suicide Female domestic servants First Austrian Republic
Schlagwörter
(Deutsch)
Suizid Hausgehilfinnen Erste Republik
Autor*innen
Michaela Maria Hintermayr
Haupttitel (Deutsch)
Diskurs über Suizide und Suizidversuche von Hausgehilfinnen in Wien
Hauptuntertitel (Deutsch)
zwischen 1925 und 1933/34
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
123 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz Eder
AC Nummer
AC08269436
Utheses ID
10269
Studienkennzahl
UA | 312 | | |
