Detailansicht
Familiäre Sprachentwicklungsstörung
morphologische und phonologische Auffälligkeiten
Marlies Martha
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Chris Schaner-Wolles
DOI
10.25365/thesis.11413
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29640.33892.795266-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit morphologischen und phonologischen Auffälligkeiten bei der familiären Sprachentwicklungsstörung (= Familial Language Impairment - FLI). Des Weiteren wird auf die genetische Komponente von FLI eingegangen. Es werden drei Faktoren diskutiert, die für eine genetische Ursache sprechen: 1. das vermehrte Auftreten von FLI innerhalb einer Familie; 2. Zwillingsstudien, die zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass beide beeinträchtigt sind, bei monozygotischen Zwillingen wesentlich höher ist als bei dizygotischen; und 3. neuroanatomische Auffälligkeiten, die auf eine atypische Entwicklung schließen lassen.
Die Beeinträchtigungen in der Morphologie und Phonologie werden anhand verschiedenartiger Untersuchungen, die mit einer britischen Familie durchgeführt wurden, besprochen. Es handelt sich dabei um elizitierte Tests (“on-line“ und “off-line“) sowie Analysen von Spontansprache und Notizbuchaufzeichnungen. Bei diesen Untersuchungen wird festgestellt, dass bei FLI sowohl die Flexions- als auch die Derivationsmorphologie beeinträchtigt ist. Die größten Schwierigkeiten sind in der Verbalmorphologie, speziell bei der Tempusmarkierung, zu erkennen.
Um der Ursache von FLI auf den Grund zu gehen, werden verschiedene, in der Literatur vorherrschende, Hypothesen diskutiert. Die Hypothesen werden zudem mit Hilfe der Daten der britischen Familie sowie Daten aus sprachvergleichenden Untersuchungen (Japanisch, Inuktitut, Griechisch) auf ihre Gültigkeit überprüft. Es kristallisiert sich dabei eine Hypothese heraus, die sowohl die zugrundeliegende Ursache von FLI als auch die sprachliche Beeinträchtigung scheinbar am besten erklären kann (= “grammatical/linguistic deficit hypothesis“). Diese Hypothese geht davon aus, dass die Grammatik beeinträchtigt ist, und dass daher keine produktiven, grammatikalischen Regeln vorhanden sind, die für die Morphologie erforderlich wären. In allen untersuchten Sprachen sind die Muster der Beeinträchtigung ähnlich und konstant, obwohl die grammatikalische Markierung auf unterschiedliche Weise erfolgt. Diese Tatsache spricht ebenfalls dafür, dass bei FLI die zugrundeliegende Grammatik selbst beeinträchtigt ist.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
familiäre Sprachentwicklungsstörung Flexionsmorphologie Derivationsmorphologie Phonologie Prosodie genetische Komponente Hypothesen Sprachvergleich
Autor*innen
Marlies Martha
Haupttitel (Deutsch)
Familiäre Sprachentwicklungsstörung
Hauptuntertitel (Deutsch)
morphologische und phonologische Auffälligkeiten
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
107 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Chris Schaner-Wolles
AC Nummer
AC08464940
Utheses ID
10300
Studienkennzahl
UA | 328 | | |
