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Weiblichkeit bei Lou Andreas-Salomé
im Kontext der Geschlechterdiskussion um 1900
Barbara Braunsteiner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Konstanze Fliedl
DOI
10.25365/thesis.11436
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30176.37935.330353-9
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Für die Zeit am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist die „Geschlechterfrage“ charakteristisch. Im Zuge der gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen geriet die bestehende Geschlechterordnung zunehmend ins Wanken. Frauen forderten eine Angleichung der Rechte und erhoben beispielsweise Anspruch auf freie Berufs- und Ausbildungswahl. Indem Geschlechterrollen in Frage gestellt wurden, artikulierten sich diverse Neubestimmungen zum Thema „Geschlecht“. Im Speziellen wurde versucht, „das Wesen“ und die Rolle „der Frau“ zu bestimmen. Populärwissenschaftliche Arbeiten aus unterschiedlichsten Diskursen etablierten sich in der Gesellschaft um 1900 und förderten die Zunahme weiblicher Stereotypenbildungen. Um die Jahrhundertwende erfuhr die Präsentation von „Weiblichkeit“ einen erheblichen Aufschwung. Frauentypen der „femme fatale“ oder der „femme fragile“ prägten das Bild der Gesellschaft. Debatten um „Weiblichkeit“ wurden geführt und regten auch Frauen an daran teilzunehmen.
In dieser Arbeit wurde bewusst auf Lou Andreas-Salomé verwiesen, die sich zum genannten Thema zu Wort meldete. Beschränkt wurde die Analyse auf ihren Aufsatz „Der Mensch als Weib“ (1899). Lou Andreas-Salomés Essay fungierte als Zeitdokument und gab Aufschluss über ihr „Weiblichkeitsbild“, das sich anhand religions- und lebensphilosophischer Ansichten konstruierte. Im Mittelpunkt ihrer Annahmen stand der Begriff „des Ganzheitlichen“. Nach Lou Andreas-Salomé ist „der Frau“ eine göttliche „Ursprungsnähe“ immanent. Ihre Grundgedanken dazu schöpfte sie aus lebensphilosophischen Ansichten. Diese nur teilweise „wissenschaftlichen“ Äußerungen verweisen auf brüchige Argumentationsketten, die im Diskurs über „Weiblichkeit“ nicht Stand hielten. Besonders lässt sich das in ihrem Anspruch auf „Ganzheitlichkeit“ erkennen. Bedenkt man die kulturgeschichtliche Abwesenheit „der Frau“, scheint eine solche Annahme nicht schlüssig. Lou Andreas-Salomés Perspektive verweist auf ein in sich geschlossenes und vernachlässigt damit kulturelle Zusammenhänge. Ihr „Weiblichkeitsbild“ erweist sich lediglich als erdachtes Konstrukt. Neben Lou Andreas-Salomés Aufsatz wurde exemplarisch auf Georg Simmels Essay „Weibliche Kultur“ (1902) und auf Otto Weiningers Abhandlung „Geschlecht und Charakter“ (1903) verwiesen. Diese beiden Arbeiten fungierten ebenso als Zeitdokumente und wurden in einen kulturgeschichtlichen Kontext der Zeit gestellt. Anhand der Analyse wurde ersichtlich, dass Lou Andreas-Salomé, Georg Simmel und Otto Weininger jeweils unterschiedliche Zugänge wählten um „die charakteristischen Wesensmerkmale“ „der Frau“ zu bestimmen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Weiblichkeit Lou Andreas-Salomé
Autor*innen
Barbara Braunsteiner
Haupttitel (Deutsch)
Weiblichkeit bei Lou Andreas-Salomé
Hauptuntertitel (Deutsch)
im Kontext der Geschlechterdiskussion um 1900
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
101 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Konstanze Fliedl
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.70 Literaturwissenschaft: Allgemeines ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.10 Deutsche Literatur
AC Nummer
AC08308544
Utheses ID
10321
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 313 |
