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Das Hässliche bei Lessing und Schiller
Johannes Christof Scheutz
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Franz Eybl
DOI
10.25365/thesis.11716
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30422.63757.158563-6
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Einsicht, dass uns hässliche Phänomene mit besonderer Faszination fesseln können, hatte sich im Lauf des 18. Jahrhunderts zwar durchgesetzt – die Erklärung für dieses Vergnügen allerdings blieb höchst umstritten: aus der Perspektive des (gängigen) intellektualistischen Modells ästhetischer Lust - Nachahmung an sich gefällt - wäre die Nachahmung des Hässlichen schließlich immer defizitär gegenüber dem „synergetischen Effekt der schönen Nachahmung des Schönen“ .
Brisant wurde die Erklärung des Vergnügens am Hässlichen vor allem dadurch, dass sie stets Antworten auf die dahinterliegenden anthropologischen bzw. ethischen Haltungen gaben. Das im Zuge der „anthropologischen Wende“ fraglich werdende Verhältnis von Geist und Körper wird mehr und mehr zur Feststellung eines Risses. Dessen Unüberwindbarkeit auf der einen und Möglichkeiten zur Harmonisierung auf der anderen Seite ist das Programm anthropologischer Konzepte – und, damit „natürlich verbunden“, der ästhetischen Theorien: So konnte Lessing mit der gemischten - und gerade dadurch angenehmen - Empfindung des Mitleids nicht nur den Glauben an die gute Natur des Menschen aufrecht erhalten, sondern gleichzeitig die Erklärung für unser Vergnügens am Hässlichen mitliefern.
Der Riss zwischen sinnlicher Natur und übersinnlicher Vernunft bleibt hingegen bei Schiller eine Kluft, die es nicht zu überwinden, sondern auszuhalten gilt. Schiller hatte mit dem Konzept des Erhabenen ein Modell geformt, das nicht im Glauben an eine mögliche Einheit des Menschen, sondern in der vollständigen Schätzung des Menschen als zerrissenes Wesen besteht.
Doch sowohl die mitleidserregende Darstellung leidender Figuren als auch die erhabene Darstellung moralischer Selbsttätigkeit im Leiden beruhen, so unterschiedlich sie auch sein mögen, beide auf einem „negativen Grund“. So sagt Lessing, „die Häßlichkeit [...] wird […] dem Dichter brauchbar“ , während Schiller bereitwillig eingesteht, dass zum Erhabenen Gegenstände „taugen“ würden, die „eher verderblich als gut [und] eher häßlich als schön“ sind. Das Hässliche bleibt freilich bei beiden eine ästhetische Grenzkategorie. Von dieser Grenze wird in dieser Arbeit auf die dahinter liegenden anthropologischen und ethischen Voraussetzungen zurückgeblickt, um so die ästhetischen Veränderungen von Lessings Mitleidspoetik zu Schillers Erhabenheitsästhtik nachzeichnen zu können.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Ästhetik hässlich Aufklärung Klassik Lessing Schiller
Autor*innen
Johannes Christof Scheutz
Haupttitel (Deutsch)
Das Hässliche bei Lessing und Schiller
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
109 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz Eybl
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.70 Literaturwissenschaft: Allgemeines
AC Nummer
AC08344583
Utheses ID
10570
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 299 |
